I teach and write about books, slow mornings, and the occasional recipe that actually works—start with the essays.

  • Teil 2.

    Was bedeutet eigentlich „wahre, tiefe, innere Freude“? 

    Ist sie wie der Frieden eines in sich ruhenden, stillen Bergsees?
    Ist sie ein Gefühl ohne Denken, ohne Reflektieren?
    Ein Dasein im Augenblick?

    Freude schöpfen wir aus dem Hier und Jetzt.
    Freude hat etwas Unberührtes, Einzigartiges.
    Etwas Vollkommenes – und Unvollkommenes.

    Freude ist das Lächeln der Verliebten.
    Freude in diesem Sinne ist beseelt.

    Du kannst Dich aber auch über die Pole Position
    bei der Formel 1-Weltmeisterschaft freuen.
    Über eine große Leistung.
    Über einen Sieg.
    Freude ist auch der legitime Ausdruck des Siegers.

    Ein Varieté kann erfreuen.
    Ein Fußballspiel.
    Ein geselliger Abend.

    Aber tiefe Freude meint mehr.
    Tiefe Freude ist nicht vergänglich wie eine Momentaufnahme.
    Tiefe Freude ist eine Grundhaltung. Ein Lebenskonzept.
    Das Einverständnis mit dem Auf und Ab des Lebens.
    Mit den Wellenbergen und den Wellentälern.

    Den freudvollen Menschen ist das Leiden nicht fremd.
    Ja, seine Freude basiert gerade auf dem Durchschreiten der Lebenstäler.
    Er fühlt sich gestärkt durch Aufgaben und Herausforderungen.

    Mir kommt der Gedanke: Auch die rote Pappnase kann Freude machen!
    Das kann sie in der Tat – und nicht nur im Karneval.

    Wir können lachen über den Clown, der unsere Unbeholfenheit widerspiegelt.
    Über seine Fähigkeit, mit einem Lächeln das Scheitern zu überwinden.
    Immer wieder neu zu beginnen, neu anzufangen.
    Immer wieder aufzustehen und sich – und den anderen – zu zeigen: Es geht doch!

    Er sagt Dir: Steh auf, wenn Du hingefallen bist.
    Er lebt Dir vor, dass das Lachen immer wieder neu geboren wird.

    Was aber ist das Wesentliche, die Essenz der Freude?

    Dazu mehr im nächsten „Futter für die Seele“-Artikel. 

    In herzlicher Verbundenheit

    Georg Rupp

  • Teil 1.

    Ist das so?

    Wenn ich Leute beobachte – und das tue ich recht gerne –, fallen mir natürlich auch sehr menschliche Züge auf. Ich weiß nicht, warum manche beispielsweise stundenlang auf einem Kaugummi herumkauen, der schon lange seinen Geschmack verloren hat.
    Beruhigt das? Trainiert das die Zähne? Ist es die Assoziation an den Wilden Westen und den „poor lonesome cowboy, far away from home“?

    Kürzlich sah ich jemanden, der so heftig auf seinem Kaugummi herumbiss, als wollte er einen gordischen Knoten durchtrennen. „Heftig“ ist eigentlich noch untertrieben – er wirkte obendrein sehr hektisch.

    Also wirklich, so entsteht keine Freude. 

    Mir kam der Gedanke:
    Hektik ist der Tod der Freude und des Glücks. 

    Ist Freude eigentlich gleichbedeutend mit „Glück“?

    Nein, sicherlich nicht in jedem Fall. Freude kann Glück bedeuten. Aber die kleine Freude ist auch erfahrbar und bedeutsam, wenn sie nicht zu großen Glücksgefühlen reicht.

    Bescheidenheit ist eine Tugend der Freude.
    Sich an den kleinen Dingen des Lebens zu erfreuen.
    Die Sinne zu nutzen.
    Sich über die Sinne zu erfahren, ist Freude.

    Freude ist das Lächeln des Augenblicks.
    Das stille Einverständnis in die Ordnung des Lebens.

    Du kannst Dich freuen über tausend Dinge –
    wenn Du offen bist und achtsam dem Leben gegenüber.

    Freude ist Musik.
    Musik macht Freude. 

    Ein Kinderlachen erfreut.
    Ein guter Geruch.
    Eine Idee, die unverhofft aufleuchtet.

    Ein „Dankeschön“ macht Freude.
    Seine Arbeit gewürdigt zu sehen, macht Freude.
    Sich verstanden zu fühlen.
    Angenommen zu werden, so, wie man ist.
    Unverstellt zu leben, echt zu sein – das macht Freude.

    Es bleibt die Frage:

    Was bedeutet eigentlich „wahre, tiefe, innere Freude“? 

    Dazu mehr im nächsten „Futter für die Seele“-Artikel. 

    In herzlicher Verbundenheit

    Georg Rupp

  • Beginne mit dem Aufbrechen des jungen Tages.
    Mit der Morgendämmerung.
    Beobachte das Aufsteigen der Sonne –
    und den Verlauf der Sonne am Himmel…
    bis zum Sonnenuntergang am Abend…
    und dem Werden der Nacht.

    Wenn Du in eine Richtung schaust,
    in eine Richtung meditierst,
    zieht der Tag, die Sonne, das Licht
    an Dir vorüber.

    Du siehst und spürst den Verlauf, den Zyklus…
    bis der Tag sich rundet, der Kreislauf
    von Neuem beginnt.

    Lass den Tag an Dir vorüberziehen.
    Lass das Licht an Dir vorüberziehen.
    Jede Minute, jede Stunde, jeder Abschnitt des Tages
    verändert Deinen Blick –
    spielt mit der Intensität der Farben und Formen.
    Mal ist das Licht klar, mal verschwommen,
    mal überlegen, mal reduziert.

    Wenn Du sitzt und schaust und offen bist,
    nimmst Du Anteil am Weg des Lichts…
    durch Deinen Tag,
    durch Dein Leben,
    durch Raum und Zeit.

    In Deinem Bewusstsein verändert sich die Qualität des Lichts
    von Augenblick zu Augenblick –
    in der Qualität Deiner Seelenerfahrung
    bleibt sie klar und konstant für alle Zeit.

    Wenn Du den Tag wachsam
    und voller Aufmerksamkeit gestaltest,
    bleibt das Licht Deine Quelle und Kraft.

    Wenn Du lange sitzt und schaust –
    zieht das Licht des Tages an Dir vorüber.

    Wenn Du lange sitzt und schaust –
    zieht das Dunkel der Nacht an Dir vorüber.

    Darum liebe das Licht und die Dunkelheit.
    Beides lässt Dich vollkommen werden.

    In herzlicher Verbundenheit

    Georg Rupp

    Aus: „Das Sternum-Projekt: Die 7 Schlüssel für ein reiches Leben“ – Dr. phil. Georg Rupp (Macht Sinn GbR, 1. Auflage 2004, ISBN 978-3938270028, Preis 29,80 €)

  •  In der ZDF-Talkshow mit Markus Lanz vom 23. September 2010 antwortete Reinhold Messner auf die Frage nach der Bewältigung von Zielen oder dem vorzeitigen Scheitern sinngemäß Folgendes: 

    Am Scheitern habe ich viel gelernt.
    Ein Drittel meines Lebens war Scheitern.
    Aus diesen Fehlern habe ich gelernt.
    Sonst wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt bin. 

    Scheitern ist eine heilsame Kunst. Sie lässt uns demütig werden. Und gibt uns Raum, Selbstachtung zu bewahren und immer wieder aufzustehen.

    Scheitern hat nichts mit „Versagen“ zu tun. Wer nie etwas wagt, versagt. Wer handelt und scheitert, sammelt Erfahrung. Jede Erfahrung ist ein kostbarer Schatz. Sie schleift uns wie einen Diamanten. Mit jeder Erfahrung ein bisschen mehr. Wir kommen in unser persönliches Wachstum, reifen an Geist, Seele und der Güte des Herzens.

    Durch die Erfahrung des Scheiterns können wir lernen, Mitgefühl und Barmherzigkeit zu entwickeln. Mit uns, aber auch mit den anderen.

    Mit „Erfolg“ oder „Misserfolg“ im materiellen Sinne hat Scheitern nicht viel zu tun. Erfolg im Leben hat ohnehin der, der ein einziges Mal mehr aufsteht, als er hinfällt. Denn der bleibt am Ende stehen. Viel Erfolg!

    In herzlicher Verbundenheit

    Georg Rupp

  • Zwischen Würde und Fremdbestimmung – Zur Psychologie der Medikamentenabhängigkeit im Sport.

    Beim Durchforsten überflüssiger Papierstapel fand sich ein Artikel wieder, den ich vor über 22 Jahren zur Doping-Problematik im Sport geschrieben hatte. Er wurde in der Wochenendausgabe der Tageszeitung „Die Welt“ am 9./10. Januar 1993 veröffentlicht. Da das Thema „Doping“ und seine Auswirkungen auf den Menschen auch in der heutigen Zeit eine große Rolle spielen, ist meine damalige Analyse offensichtlich nach wie vor aktuell. Eine Annäherung an eine (Schatten-)Seite des Menschseins.

    Die Zivilisationskrankheit des Sports heißt Doping. Doping ist Schlagwort und Schatten über dem Sport. Und Doping wird den modernen Hochleistungssport weiter begleiten. Das liegt einerseits in der Natur der Sache und zum zweiten in der Natur des Menschen. Wer sich einmal in diesem Dschungel verlaufen hat, der hat Mühe, wieder den Ausgang zu finden. Doping ist eine Einbahnstraße.

    Die Motive und Gefahren sind immer wieder vom medizinischen Standpunkt aus beschrieben worden. Natürlich spielt aber eine bedeutende Rolle, was Schiller schon schrieb: „Von des Lebens Gütern allen ist der Ruhm das höchste doch.“

    Die psychologischen Aspekte des Dopings sind bislang allerdings weitgehend unbeachtet geblieben. Denn Ruhm, Gold und Geld allein reichen als Erklärung nicht. Was treibt Sportler neben der erhofften Leistungssteigerung zum Griff zur Pille oder zur Spritze? Schließlich, wer sich einlässt auf dieses Spiel, den überzieht das Doping alsbald mit einem dichten Netz von Abhängigkeiten, mit medizinisch wie psychisch wirksamen Suchtpotentialen.

    Solche Abhängigkeiten folgen sogar einer gewissen Logik: Wenn ich als Athlet auch nur einmal das Gefühl habe, dass ich den Sieg nicht mehr dem eigenen Leistungsvermögen, sondern zu gleichen Anteilen oder sogar viel eher dem Präparat verdanke, wird der Weg zurück zum sauberen Sport kaum noch gangbar. Der Sportler wird von diesem Moment an in höherer Dosierung fremdbestimmt, weil der Siegesanteil vermeintlich von außen gesteuert wird. Das Präparat suggeriert die Stärke. Und die Arznei gerät zum Fetisch und zum modernen Glücksbringer. Nun ist Doping kein Phänomen der Gegenwart. Es ist so alt wie die Menschheit selbst: Aus der Antike kennen wir Formen des Dopings bereits mit Aphrodisiaka. Und, in leicht abgewandelter Form, auch aus dem Mittelalter.

    Die Rittersleute, die in den Kampf zogen, trugen – wie wir es zeitgenössischen Überlieferungen entnehmen können – häufig ein Tuch ihrer Herzensdame verdeckt bei sich. Ihr Motiv ähnelte im Grundmuster den heutigen Verhaltensweisen: Das Tuch sollte zu einer magischen Erhöhung im Kampf beitragen. Da war (und ist noch) die Hoffnung auf irgendeine treibende mystische Kraft. Denn zu den Eigenschaften des Menschen zählt seit je sein Streben, sich Kräfte und Fähigkeiten anzueignen, die ihm auf normalem Wege versagt blieben. An die Stelle des Tuches tritt im modernen Sport das Präparat.

    Das Doping im Sport birgt darüber hinaus aber allerlei Reize. Den Reiz des Verbotenen einerseits, aber auch den Reiz des Risikos: Wie weit kann ich als Athlet mit der Einnahme von stimulierenden Mitteln noch an den Wettkampftermin heran? An welcher Stelle übersteigt das Risiko des Ertappt-Werdens die erhoffte Wirkung? Doping gerät mithin zum Vabanquespiel und Nervenkitzel. Dazu kommt – so paradox das klingen mag – auch eine erleichternde oder verdrängende Wirkung. Falls es beim Wettkampf doch nicht klappt, bleibt als Erklärung immer noch, dass nicht ich, sondern vielmehr das Präparat versagt hat oder die anderen sich raffinierter gedopt haben. Doping entlastet also auch von schmerzhaften Einsichten und Verantwortlichkeiten. So bleibt der gedopte Sportler – nach außen hin jedenfalls – unbeschadet auch bei Niederlagen.

    Hinter alledem steht ein altes Prinzip. Der Mensch benötigt offenbar überall Additive zu seinen Bewusstseinszuständen, weil ihm ansonsten die Welt einfach zu groß und komplex erscheint. Für den Sport heißt das: Niederlagen pur sind für viele gar nicht zu ertragen.

    Seit allen Zeiten versuchen wir, dem eigenen Selbstvertrauen eine weitere, erhebende Kraft hinzuzufügen – in der Moderne geschieht dies eben mittels der Chemie. Und spätestens hier ist der Grat erreicht zwischen Fremdbestimmung (Doping) und der Würde des Menschen: Durch Doping wird die Eigenverantwortlichkeit reduziert. Während ich mir zum Beispiel beim mentalen Training Ressourcen erarbeite, die ohnehin in mir schlummern, erschließt Doping Felder, die nicht zu den normalen Möglichkeiten zählen, also unnatürliche Quellen.

    Beim Doping gebe ich mithin den Selbsterfahrungseffekt, die tiefe Berührung mit mir selbst, an der Garderobe ab – und damit zugleich ein Stück der persönlichen Würde. Das ist der Kernpunkt der psychologischen Seite. Ich betrüge durch die Einnahme von Doping-Substanzen andere. Vor allem aber betrüge ich mich selbst. Schließlich, eine konzentrierte Wahrheit – und sei es selbst durch schwächere Ergebnisse – bedeutet immer noch eine vollkommen andere Befriedigung als eine Leistung mit einem geborgten Anteil Chemie. Ein sauberer Sportler wird nach dieser Logik stets größere Zufriedenheit verspüren.

    Wie sagte doch Olympia-Sieger Dieter Baumann in einem Interview: „Für mich persönlich käme es nicht in Frage. Wenn ich mit Doping deutschen Rekord laufen würde, dann müsste ich mich mehr bei meinem Arzt bedanken als bei meinem Trainer oder bei mir. Und das würde mich stören. Deshalb dope ich mich nicht. (Wir wissen heute, durch spätere Erkenntnisse zum „Fall“ Dieter Baumann, dass auch diese Aussage fragwürdig war. Der 5.000-m-Olympiasieger von 1992 in Barcelona wurde im Zuge der „Zahnpasta-Affäre“ zwischen September 2000 und Januar 2002 gesperrt, bestreitet jedoch bis heute die wissentliche Einnahme von Doping und gilt als engagierter Gegner des Dopings.)

    Zu Doping-Mitteln dagegen greifen jene, die einen Mangel in sich spüren und den zu überbrücken hoffen. Ben Johnson mag so gedacht haben. Das Vertrauen in die eigenen Reserven reichte offenbar nicht aus. Diesen Mangel glich er mit anabolen Steroiden aus. (Der kanadische Sprinter Ben Johnson wurde bei den Olympischen Spielen 1988 in Soul zwei Tage nach seinem „Jahrhundertlauf“ des Dopings überführt.)

    Gerade sein Fall zeigt, dass Sportler lernen sollten, wieder in eine vernünftige Balance zu kommen. Weg von diesen Abhängigkeiten und hin zum Gleichklang von Körper, Geist und Seele.

    Setze ich allein auf meine Fähigkeiten, meinen Willen und meinen Glauben an mich selbst, kommt der – nennen wir es einmal so – Turbo-Effekt oft von allein. Der Grieche Demostenes redete gegen die Wellen an, um auf diese Weise einen Sprachfehler zu bekämpfen. Er wurde später der berühmteste Redner seines Zeitalters.

    Ähnliche Beispiele, bei denen sich Schwäche in ungeahnte Stärke verkehrte, finden wir in der Neuzeit – und dort ganz besonders im Sport. Der amerikanische Hammerwerfer Harold Conolly gewann 1956 bei den olympischen Sommerspielen von Melbourne Gold trotz – und ich behaupte gerade wegen – einer Behinderung. Der Mann hatte nach einem Unfall einen verkürzten rechten Arm zurückbehalten – und siegte dennoch.

    Noch bekannter ist der Fall der Sprinterin Wilma Rudolph, die als Kind gelähmt war und 1960 in Rom drei Goldmedaillen in den Sprintdisziplinen gewann. Sie, die jahrelang unfähig war zu gehen, lief vor den Augen der Sportwelt gazellenhaft leicht und elegant.

    Diese beiden Athleten errangen Siege zunächst über sich selbst, Siege für die persönliche Würde. Fast vergessen, aber so geht es eben auch. Mit Willenskraft, mit natürlichen Reserven. Und dem unerschütterlichen Glauben an sich selbst.

    Das andere Extrem lautet: Ich bin bereit, dem nackten Siegeswillen, dem Ruhm, dem Gold und dem Geld alles unterzuordnen, Abhängigkeiten einzukalkulieren und körperliche Gefahren für Hundertstelsekunden und Zentimeter in Kauf zu nehmen. Was ist von der Natur übrig geblieben, wo der Mensch nach dieser rücksichtslosen Prämisse verfuhr? Verbrannte Erde.

    Übertragen auf den Sport ist das nicht anders. Der gedopte Sportler ist hier selbst die „verbrannte Erde“. Denn Doping führt zwangsläufig zu Verbrennungen der Seele und der Persönlichkeit.

    In herzlicher Verbundenheit

    Georg Rupp

  • Die Suche eines Clowns.

    Clown Galli lernte ich 1995 auf Lanzarote kennen. Johannes Galli war Mitorganisator eines Kongresses über die „Menschenführung in das nächste Jahrtausend“. Wir beide hatten damals ein recht bewegtes Leben hinter uns. Heute bin ich überzeugt: Er, ich, und viele andere auch, waren weniger auf der Suche nach der richtigen Menschenführung, sondern suchten eher uns selber im aufkeimenden Esoterik-Boom. 

    Johannes Galli erzählte in seiner lebendigen Art von den menschlichen Schattenseiten, die er liebevoll „Kellerkinder“ nannte. Vor allem spielte er die unterschiedlichsten Typen mit Hingabe und Humor. So, wie man es sich bei einem Clown nur vorstellen kann.

    Kurz und gut: Ich fühlte mich irgendwie in der „Elite“ angekommen und nicht mehr weit entfernt vom Erleuchtungsweg. Zumindest aber als Suchender unter Suchenden am richtigen Ort.

    Doch: Lässt sich Erleuchtung, Spirit, Transformation einkaufen? So nach dem Motto: „Komm, lass uns Bewusstsein shoppen gehen!“? 

    20 Jahre später lese ich einen liebevoll provozierenden Bericht des mittlerweile schwer erkrankten Clowns, der in seiner letzten Lebensphase mit dem Finger auf sich zeigt, wenn er selbstironisch sagt: „Ich hab alles versucht!…“ Galli: „Bin ich nicht in indischen Ashrams herumgetorkelt? Habe ich mich nicht in chinesischen Tempeln blamiert? Habe ich nicht auf dem Machu Picchu meditiert und wurde vom Wärter vertrieben? Habe ich nicht in Toronto mit Neo-Hexen Chants gesungen, die ich nicht verstanden habe? Habe ich nicht in Mexiko Kaktus gefressen, bis mir speiübel wurde? Habe ich nicht im Schwarzwald mit einem deutschen Schamanen Bäume umarmt und dabei eine Allergie davon getragen? Habe ich nicht bei den kanadischen Indianern in Schwitzhütten herumgesessen und in Steinkreisen Fliegen verscheucht? Habe ich nicht auf Hawaii in Kahuna-Kursen versucht, Fische mit bloßen Händen zu fangen, und keinen einzigen auch nur gesehen? Habe ich nicht in Esalen, San Francisco, teure Kurse gebucht, die dann nicht stattfanden? – Mensch, ich war doch überall dabei! Ich hab alles versucht! Getrieben war ich von der Hoffnung, dass die nächste Methode endlich mich zur Erleuchtung transformieren würde.

    Und immer lief’s nach dem gleichen Schema ab. Erstens: Anreisen und Schnauze halten. Zweitens: Herausfinden, wie der Hase läuft. Drittens: Einarbeiten in die Sprüche des Meisters. Viertens: Fachspezifische Begriffe auswendig lernen. Fünftens: Neuankömmlinge belehren. Sechstens: Angeben bis zum Abwinken. Siebtens: Abreisen und Schnauze halten. Achtens: Euphorie, endlich wieder in der Freiheit zu sein. Neuntens: Betrübtes Feststellen der Wirkungslosigkeit und Beginn der Suche nach dem nächsten Erleuchtungsweg.

    Und, hat’s was geholfen? Gar nix hat’s geholfen! Innen war ich noch derselbe Depp wie eh und je!“ (Ausschnitt aus dem Beitrag: „Gehen wir Spirit shoppen!“ von Johannes Galli, erschienen in: connection spirit, Ausgabe 3-4/2015)

    Danke, lieber Johannes. Es wurde Zeit für Deine liebevolle Provokation über den „Erleuchtungsweg für Deppen“. Schluss mit dem Guru-Hopping. Schluss damit, sich die Erleuchtung von Büchern oder Kursen zu erhoffen. Natürlich heißt das nicht, dass es sinnlos war, die verrücktesten Erfahrungen in den letzten Jahrzehnten gemacht zu haben. Sie haben uns weiter gebracht, auch wenn sie manchmal nur in die nächste Sackgasse führten.

    Ganz klar: Wenn ich alle Aufträge und Übungen der unterschiedlichsten Gurus, deren Workshops ich besucht und deren Bücher ich gelesen habe, im Alltag umgesetzt hätte – ich wäre 24 Stunden täglich und mehr damit beschäftigt gewesen, die Erleuchtung zu trainieren.

    Und doch, Johannes, hatte vieles seinen Sinn. Wir haben gelernt, was nicht unser Eigenes ist. Was uns verfremdet. Was uns nicht so sein lässt, wie es unser tiefstes Inneres weiß. Sackgassen lehren die Umkehr. Letzten Endes auch die Demut. 

    Du schreibst in Deinem Beitrag: „Nur wer den Hauch des Todes spürt, hat die Kraft, die Wahrheit zu ertragen.“ Angesichts der Endlichkeit des Lebens soll die Erleuchtung, die Transformation möglichst schnell eintreten. Man hat ja nicht viel Zeit. Es könnte ja bald zu spät sein. Und so werden schamanische Rituale durchgeführt, es wird gependelt, die „Walla-Walla-Lichtsäulen-Esoterik“ bedient, durchs Feuer gelaufen, in Stille gesessen und der Geist entleert… möglichst von allem etwas, damit wir den Königsweg auch nicht verpassen.

    Die Suche nach sich selbst, die Suche nach der inneren Wahrheit, nach dem Frieden der Seele, kennt aber keine äußeren Wege. Wir können noch so viele Bücher lesen, noch so viele Kurse besuchen – die Wahrheit gibt es nur in uns, in unserer Mitte. Denn im Zentrum der Liebe ist alles vorhanden. Und das heißt: Auch in Dir, in mir, in uns allen, ist alles vorhanden.

    Wir können überall hingeführt werden, an jeden Ort dieser Erde. Wir können Stimmungen vorfinden, die uns die Berührung mit uns selber erleichtern. Wir können Atmosphären schaffen, in denen uns das eher gelingt. Doch die Weisheit des Herzens ist nicht hier oder dort. Sie ist überall. Denn es gibt sie nur in uns selbst.

    In herzlicher Verbundenheit

    Georg Rupp

  • Heute möchte ich in der Rubrik „Futter für die Seele“ aus aktuellem Anlass den Psychotherapeuten Richard Stiegler zu Wort kommen lassen. Seinen Artikel zur Flüchtlingswelle fand ich unter newsletter@arbor-verlag.de. Seine Analyse und Betrachtung sprechen mir aus dem Herzen.

     
     
    In herzlicher Verbundenheit 
     
    Georg Rupp
  • Ankunft im reichen Leben: Die Harmonie

    Das Sternum-Projekt: Die 7 Schlüssel für ein reiches Leben (Auszug aus den Texten der CDs).

    Das Leben ist wie Quellwasser.
    Lass es zischen und sprudeln,
    lass es quicklebendig fließen und wirbeln.
    Geh mit viel Freude durch den Tag.

    Lass endgültig alles los, was Dich noch behindert.
    Das Leben ist einfach, wenn Du bist, wie Du bist.
    Du bist unverwechselbar vor Gott und den Menschen.

    Harmonie ist das Zeichen:
    Du bist angekommen in Dir selbst.

    Wenn Du Deine Kinder umarmst, weil Du spürst,
    wie eigenständig sie sind – und doch eins mit Dir –
    bist Du in Harmonie.

    Wenn Du den Menschen, den Du liebst, umarmst,
    weil Du spürst, Ihr habt die Verbindung gefunden –
    bist Du in Harmonie.

    Wenn Du Dich selbst umarmst,
    weil Du spürst, Du bist es Dir wert –
    bist Du in Harmonie.

    Harmonie ist die Balance zwischen Himmel und Erde.
    Zwischen dem Oben und dem Unten.
    Zwischen Tag und Nacht.

    Zwischen Deinen Sehnsüchten und Deinen Taten.
    Zwischen Deinen Träumen und Deiner Erfahrung.
    Zwischen Dir und Deinem Gott.

    Wenn Deine Augen funkeln und strahlen, bist Du in Harmonie.

    Lass dieses Gefühl von tiefer Harmonie jetzt in Deine Augen strömen.
    Sende den Geist der Harmonie in Dein Augenlicht.
    In Dein Licht.

    Lass Deine Augen beseelt sein von innerem Frieden und Harmonie.

    Strahle durch Deine Augen alles in Deine Welt hinaus …
    alles, was Du zu geben bereit bist,
    alles, was Du an Liebe, Glück und Harmonie
    zu verschenken hast.

    Und jetzt teile diese Harmonie mit den anderen.
    Teile – und Du bist ganz.

    Harmonie ist ewiges Fließen.
    Ewige Schönheit.
    Ewige Vollkommenheit.

    Harmonie ist der Schlüssel zu Deinem reichen Leben.

    Gott, der alles umfängt und alles durchdringt,
    ist vollkommene Harmonie.
    Harmonie ist die ewige Liebe Gottes.

    Hier – und jetzt –
    fraglos und bedingungslos –
    bin ich am Ziel.

    Angekommen – endlich! –
    in der ewigen Mitte meines Lebens.

    In aller Dankbarkeit und Demut kann ich nun mit inniger Freude empfinden: 

    Vater, Gott, liebende Einheit – 
    Du umfängst und durchdringst alles.
    Du begegnest uns in allen Gesichtern, Farben und Formen.
    Du sendest uns vielfältige Zeichen Deiner Existenz und Güte.

    Ich danke Dir, dass ich mich und andere in aller Vielschichtigkeit
    erfahren kann.

    Ich danke Dir für das Hiersein, für das Einssein,
    für die Freiheit und die Verbundenheit.

    Du lässt mich teilhaben an Deiner Größe.
    Ich empfange Dein Licht und Deine Liebe.

    Dafür danke ich Dir von ganzem Herzen.

    Jetzt, in diesem Moment,
    ahnen wir, ja … spüren wir:

    Das Licht Gottes ist mitten in uns.
    In unserer Seele.
    In unserem Herzen.

    Gott ist lückenlos außen –
    und tief, ganz tief in uns.

    Geh den Weg des Herzens –
    dann bist Du in ewiger Harmonie.

    Was Du jetzt spürst, ist die wirkliche, tief gegründete und umfassende Harmonie.

    Das, was Du jetzt tief in Dir spürst,
    ist die wirkliche Freiheit.

    Ganz tief … und leicht …
    fast schwebend …

    In Gottes Liebe, in dieser unendlichen Harmonie,
    bist Du – für immer frei!

    © Dr. Georg Rupp – Das Sternum-Projekt : Die 7 Schlüssel für ein reiches Leben 

    Alle Gedanken, Satz für Satz, Wort für Wort, sind mir in Meditationen eingegeben worden. Ich gebe sie so weiter, wie sie mir zuteil geworden sind.

  • Das Sternum-Projekt: Die 7 Schlüssel für ein reiches Leben (Auszug aus den Texten der CDs).

    Licht kann beständig sein wie der Polarstern,
    feurig wie der brennende Dornbusch,
    mildtätig und sanft wie die Flamme einer Kerze. 

    Wie immer Du das Licht erfährst –
    es setzt die Segel. 

    Bist Du bereit für das Licht?
    Bist Du offen genug?

    Oder hast Du den Eindruck:
    Du tappst noch im Dunkeln?
    Du kommst nicht voran?
    Du siehst keinen Weg?
    Kein Licht am Ende des Tunnels? 

    Wie oft hast Du Dich gefragt:
    „Wenn ich mich beruflich verändere –
    bringt mich das weiter?“ …

    „Wenn ich mein Privatleben umkremple –
    komme ich dann eher zur Ruhe?“ … 

    „Wenn ich meine Einstellung über Bord werfe –
    geht es mir dann besser?“ … 

    „Wenn ich die Vergangenheit loslasse –
    habe ich dann eine glückliche Zukunft?“ … 

    „Es muss sich doch lohnen, wenn ich loslasse!“

    Wie oft hast Du ähnliche Fragen gestellt?
    Hast abgewogen zwischen Alt und Neu,
    zwischen Festhalten und Neugierigsein,
    zwischen Sicherheit und Mut.

    Wo immer Du stehst,
    es ist Deine Entscheidung. 

    Ganz gleich, wo Du stehst,
    Du stehst immer im Licht.

    Du trägst das Licht der Liebe und der Dankbarkeit
    in Deinem Herzen, in Deiner Seele.

    Du hast es in Dir,
    es brennt in Dir …
    wer immer Du bist,
    was immer Du tust,
    wo immer Du stehst.

    Es gibt keinen besonderen Raum,
    in dem das Licht erscheint.
    Es gibt keine besondere Zeit,
    in der das Licht erscheint.

    Es ist das Hier und das Jetzt.
    Es ist dieser Augenblick. 

    Es ist jeder Augenblick, in dem Du Dich öffnest
    und bedingungslos liebst.

    Du bist Teil des Lichts,
    der Liebe und des Lebens.

    Im Licht lösen sich alle Ängste und Zweifel auf.
    Ganz gleichgültig, wo Du in Deinem Leben stehst,
    welche Pläne und Erwartungen Du hegst:

    Wenn Du Dich öffnest, stehst Du immer im Licht

    Ja, Du bist umfangen und durchdrungen von Licht und Liebe
    der Urkraft des Lebens.

    Jetzt, in diesem Moment, kannst Du tief in Dir, in Deiner Mitte,
    in Deiner Seele spüren:
    Du wirst getragen! –
    Getragen von einer Sicherheit und Zuneigung,
    die vielmals größer ist als Du selbst.

    Solange Du in diesem Gefühl bleibst,
    kann Dich nichts mehr ängstigen,
    nichts mehr verwirren.

    Das Licht ist die Liebe –
    und grenzenloses Vertrauen.

     Lass alles Licht …
    und alle Liebe …
    und alles Vertrauen …
    immer und immer wieder in Deine Mitte strömen.

    Und spüre dabei die Gewissheit:
    Du und das Licht –
    Ihr seid eins.

    Das Licht begleitet Dich überall hin.
    Es ist das Leuchten Deiner Seele.

     Wir alle sind Teil des göttlichen Lichts.

    © Dr. Georg Rupp – Das Sternum-Projekt : Die 7 Schlüssel für ein reiches Leben

    Alle Gedanken, Satz für Satz, Wort für Wort, sind mir in Meditationen eingegeben worden. Ich gebe sie so weiter, wie sie mir zuteil geworden sind.

  • Das Sternum-Projekt: Die 7 Schlüssel für ein reiches Leben (Auszug aus den Texten der CDs).

    Wenn ich mich auf meinen Kern zentriere,
    bleibt die Zeit stehen
    und tausend Sonnen
    lächeln mir zu. 

    Ist das Glück?

    Wie fühlt sich für Dich Freude an?
    Wo spürst Du sie?
    Wo sind Deine offenen und versteckten Lachfalten? 


    Entdecke das Lachen in Dir neu – jetzt, in diesem Augenblick.

    Denke an eine Begebenheit, eine Geschichte, einen Tagtraum,
    einen Moment, der Dich und Dein Herz erfreut hat … 

    Tauche ein in Deine eigene Phantasie …
    Lass die Fröhlichkeit sich einfach entwickeln … 

    Dehne sie aus.
    Verlängere sie.
    Vergrößere sie.
    Vertiefe sie. 

    Gib Dir Zeit und Raum für Deine Freude …
    Koste sie aus.
    Gib Deiner Freude Wurzeln! 

    Genieße Dich – und Dein Lachen.
    Dein Lächeln.
    Deine Lachfalten.
    Deine Unbeschwertheit. 

    Stell Dir vor, Du könntest fliegen … ganz leicht …
    über allem schweben … ganz leicht … 

    Stell Dir vor, Du stehst über allem,
    kannst alles mit Abstand betrachten,
    alles geschehen lassen – mit einem unwiderstehlichen
    Lächeln auf Deinen Lippen. 

    Stell Dir vor, Du kannst alles erledigen,
    mit einer unbeschreiblichen Leichtigkeit im Herzen. 

    Du bist frei.
    Schwebend, leicht … mit dieser Freude im Herzen,
    die Dir keiner nehmen kann, weil die Freude in Dir ist. 

    Alle Freude der Welt kannst Du erleben mit einem Lächeln im Herzen.

    Genieße Dich dabei.
    Genieße Dich in allen Formen, Farben und Facetten.
    Genieße Dich und Deine Stärken.
    Genieße Dich und Deine Schwächen. 

    Genieße alle Herausforderungen,
    alle Höhen und Tiefen Deines Lebens.
    Genieße Deinen Mut – und dass Du niemals aufgibst.
    Genieße die Freundschaft und Liebe zu Deinen Mitmenschen. 

    Genieße die Tiere, die Pflanzen – und alle Dinge.
    Genieße das Wasser, die Erde, das Feuer und die Luft.
    Genieße die Sonne und den Regen.
    Genieße den Tag – genieße die Nacht. 

    Genieße das Kommen und das Gehen,
    das Alte und das Neue.
    Genieße Dein Staunen über alles, was ist – es hält Dich jung.
    Genieße Deine Zuversicht – genieße Deine Zweifel.
    Genieße alle Irrungen und Wirrungen, die zu Deinem Weg gehören –
    und die Dich wachsen und reifen lassen. 

    Genieße Deine Erfolge.
    Genieße Deine Schönheit und Ausstrahlung.
    Spüre diese Freude in Deinem Herzen. 

    In diesem Moment, in dieser Freude,
    bist Du ganz in Dir zu Hause.

    Und nun – teile Deine Freude.
    Verschwende sie!
    Gib sie als Geschenk. 

    Trage Deine Freude in Deinem Herzen –
    und in Deinem Gesicht. 

    Spüre die Verbundenheit mit allem, was ist.
    Die Verbindung durch die Freude, durch Dein Lächeln.
    Entdecke den Freiraum Deiner Seele – und genieße ihn. 

    Genieße Dich und Dein Leben. Genieße! 

    © Dr. Georg Rupp – Das Sternum-Projekt : Die 7 Schlüssel für ein reiches Leben

    Alle Gedanken, Satz für Satz, Wort für Wort, sind mir in Meditationen eingegeben worden. Ich gebe sie so weiter, wie sie mir zuteil geworden sind.