I teach and write about books, slow mornings, and the occasional recipe that actually works—start with the essays.

  • Die Seligkeit eines Augenblicks

    verlängert das Leben um tausend Jahre

    Behauptet ein japanisches Sprichwort. Gut … Wörtlich interpretiert müsste das bei mir bedeuten, dass ich tatsächlich viele tausend Jahre alt werden würde. Davon ist natürlich nicht auszugehen. Auch wenn ich mich schon ziemlich oft im Hier und Jetzt, also in diesem Augenblick, aufgehalten habe … ☺

    Wir sollten uns aber immer mal wieder vor Augen halten, was der Neurobiologe Gerald Hüther meinte, als er sagte: „95 Prozent aller Menschen leben ausgecheckt. Denn sie denken ständig an Vergangenheit und Zukunft – und nicht an die Gegenwart.“

    Das Leben – im wahrsten Sinne des Wortes – leben, können wir aber nur jetzt, in dieser Sekunde, in diesem Moment. Die Vergangenheit ist vorbei, die Zukunft nur ein Versprechen. Die Gegenwart, dieser eine Augenblick … jetzt, hier … ist alles. 

    Uns darauf zu beziehen, ist nicht einfach. Unser Gehirn lässt sich nicht durch unseren Willen ausschalten. Es fährt auf lange trainierten „Datenautobahnen“. Steuert Gedanken und Gefühle, die uns in der Vergangenheit schon oft beschäftigt und belastet haben: Den Hass auf eine verflossene Liebe. Die Schuldgefühle wegen einer Abtreibung. Die Angst vor Prüfungen und öffentlichen Reden.

    Wie soll die Seligkeit eines Augenblicks uns dabei helfen können?

    Wenn Du mit Freundinnen und Freunden, mit guten Bekannten, an einem milden Sommerabend im Biergarten sitzt und Dich angeregt unterhältst … wenn Du mit interessanten Menschen und ganzer Aufmerksamkeit einem Konzert lauschst … Wenn Du Dir bei einem Komiker den Bauch vor Lachen hältst … Dann hast Du Anteil an der „Seligkeit eines Augenblicks“. 

    Das Beste, was Du tun kannst: 

    Sammle Augenblicke, die Dich erfreuen. Die Dir ein Lächeln schenken. Die Dir einfach gut tun. 

    Du verlängerst Dein Leben damit nicht um tausend Jahre. Aber der Augenblick der Schönheit und der Freude dehnt sich aus in diesem Moment. Die Seligkeit hält an für eine kleine Ewigkeit. Denn sie schafft eine Selbstvergessenheit, in der das Ego aufgeht in einer größeren Verbundenheit mit allem, was ist. Mit allen, die Dir nah und vertraut sind. Mit Deinem Herzen, das sich von Dir in diesem Moment berühren lässt.

    Was die wenigsten Menschen erwarten konnten: Selbst „der Kaiser“, Fußballer Franz Beckenbauer, berichtete von solchen „Augenblicken der Seligkeit“, in denen er feststellte: „Das Schönste ist, wenn du dich nach einem gewonnenen Spiel ganz alleine zurückziehst … ganz zu dir kommst … und völlig selbstvergessen mit dir und der Welt im Reinen bist.“

    Solch selige Augenblicke führen aus oft quälender Langeweile in die freudvollen Höhen des Lebens. 

    Auf welch guten Weg uns ein japanisches Sprichwort doch führen kann … 

    In herzlicher Verbundenheit

    Ihr Georg Rupp 

  • Intuitives Spüren

    Heute findest Du an dieser Stelle einen ganz anderen Text: Keine Geschichte, sondern eine Übung, um Dich selbst besser kennenzulernen. Um über Dich zu reflektieren. Und die Erkenntnisse über Dein Leben zu erweitern. 

    Vielleicht hast Du Lust, diesen Text auf Dein Handy zu sprechen. Langsam … und mit vielen Pausen, um Dein Herz von den Fragen und Visionen berühren zu lassen. 

    Hier beginnt nun Deine Übung:

    Dein Atem fließt und strömt, ein und aus…

    Und für diesen Moment kannst Du alles abgeben. Abgeben und loslassen.

    Stelle Dir vor, Du sitzt auf einer Terrasse, irgendwo im Süden – und genießt die angenehmen, warmen Sonnenstrahlen auf Deiner Haut.

    Deine Augen tanken das Grün der Zypressen, schauen in den tiefblauen Himmel. 

    Die Zeit scheint für Dich stillzustehen. 

    Dein Atem fließt im eigenen Rhythmus … ruhig und gleichmäßig. 

    Und wenn Du in Deiner Fantasie aufstehst, ein paar Schritte gehst, zur anderen Seite der Terrasse … so schaust Du auf einen großen See oder auf das weite Meer.

    Vielleicht erkennst Du jetzt dieses fantastische Farbenspiel des Wassers: türkis, blau, blau-schwarz, grün… 

    Das Licht der Sonne bricht sich im Wasser und tanzt auf den kleinen Wellen. 

    Es ist ganz ruhig, und Du bist ganz bei Dir. Die See- oder Meeresluft, die Fülle, die Stille … Du empfindest ganz stark, wie gut Dir das tut. 

    Und nun … sei achtsam und spüre in Dich hinein:

    Wo, an welcher Stelle Deines Körpers, fühlst Du jetzt genau, wie gut es Dir geht?

    Fühlst Du Dich ausgeglichen, in Deiner Mitte, entspannt? 

    Wo genau in Deinem Körper spürst Du diese Empfindungen?

    Beobachte Deinen Körper von Kopf bis Fuß – und spüre genau hinein.

    Wo entspannst Du am besten? 

    Gibt es einen inneren und äußeren Ort, der Dir Sicherheit verleiht, Ruhe und Frieden schenkt?

    Wenn Du jetzt sofort dorthin reisen dürftest – wo zieht es Dich hin?

    Welche Landschaft taucht auf, welches Land, welcher Ort?

    Was ist jetzt gut für Dich?

    Wie sieht es jetzt mit Deiner Fürsorge für Dich selber aus, mit Deiner inneren Akzeptanz und dem uneingeschränkten „Ja“ für Dich und Dein Leben?

    Wann geht es Dir gut? 

    Körperlich, seelisch und geistig?

    Wo und in welcher Situation kannst Du genießen? Und was genießt Du so gerne?

    Empfindest Du Dein Leben jetzt als reich und erfüllend? 

    Hast Du schon zu Hause, in Deiner Kindheit und Jugendzeit gelernt, aus der inneren Fülle zu leben? Oder bist Du noch in irgendeinem Mangel gefangen?

    Was kannst Du jetzt und heute für Dich und Dein Leben lernen?

    Bist Du neugierig? Suchst Du eine Aufgabe und Herausforderung? Gibt es eine Bestimmung, die auf Dich in diesem Leben wartet? Wofür bist Du auf dieser Welt?

    Und wie sind Deine sozialen Bindungen? Hast Du einen Menschen, bei dem Du lachen, aber auch weinen kannst? Einen Freundeskreis, für den Du dankbar bist?

    Empfindest Du Dankbarkeit? – Öffne Dich dem Weg Deines Herzens …

    Es hat längst den Sinn Deines Lebens gefunden. 

    Und nun spüre in Dich hinein, ob Du ein Wort oder einen Satz in Dir fühlen kannst, der für Dein Leben Leitmotiv und Leitgedanke sein kann.

    Vielleicht taucht jetzt gerade, vielleicht auch später, dieses Wort, dieser Satz auf, der Dich ab jetzt durch Dein reiches und erfülltes Leben führen will…

    Möglicherweise ist es der Impuls: „Liebe trägt mich durch mein Leben.“ Oder „Ich lebe frei und selbstbestimmt.“

    Lass es einfach geschehen … 

    Jetzt spürst Du die innere Sicherheit, das „Ja“ zu Dir selbst …

    Und wenn Du jetzt nochmals in Dich hineinspürst, fühlst Du die Geborgenheit, das Vertrauen und die Zuversicht in Dir und Deiner eigenen Mitte. 

    Dein Atem strömt ganz entspannt und ruhig … ein Kommen und ein Gehen … im Einklang mit dem Leben …

    Mit Dankbarkeit im Herzen kommst Du nun langsam wieder in das Hier und Jetzt, an diesen Ort und in diese Zeit, zurück.  

    Ein Text von Claudia Rupp
    Diplom-Sozialpädagogin

    In herzlicher Verbundenheit
    Ihr Georg Rupp 

  • Wahre Heldinnen und Helden

    In alten Sagen, im Heldenepos, ist derjenige der Mutige, der in sich seine Zweifel besiegt und handelt. (In der männlichen Schreibform sind in meinem Verständnis natürlich auch alle Heldinnen gemeint, die ihre Zweifel besiegen und handeln.) Der Held wagt sich in Situationen hinein, in denen es keine Sicherheiten gibt, die möglicherweise auch noch niemand vor ihm ausprobiert hat. So war es in den griechischen Sagen mit Odysseus, so war es in der Schifffahrt mit Kolumbus. So war es auch mit Muhammad Ali bei einem seiner letzten Kämpfe, von dem ihm jeder abgeraten hatte, weil er angeblich zu alt für einen Siegertypen war. Er musste gewaltig einstecken – aber mit dem letzten Schlag schickte er seinen jüngeren Gegner entscheidend zu Boden. Das nennt man „Kämpferherz“.

    Der Held ist der vom Bösewicht, das heißt, seinem Gegenspieler der Schattenwelt, in die Enge getrieben. Man ahnt: Jetzt – oder nie. So in der Enge, so mit dem Rücken zur Wand … da muss der Held handeln. Jetzt muss er etwas machen, von dem man meist nicht weiß, ob es für ihn gut ausgeht. Es ist der „Showdown“ im Erfolgskino. 

    Oft geht es noch nicht einmal darum, in dieser Situation das Richtige zu tun, sondern darum, überhaupt etwas zu tun. Aber nur an einem gleichwertigen Gegner kann sich der Held beweisen. Oftmals ist der größte Gegner … das eigene Ich. Der größte Sieg ist deshalb der Sieg über die eigene Person, die eigenen Zweifel, die eigene Bequemlichkeit, die eigene Komfortzone. 

    Wer nichts tut, macht keine Fehler. Klar. Aber ist das wirklich so? Gehören nicht die kleinen Verrücktheiten zum Leben? Geht es nicht darum, das Leben immer wieder neu zu erobern, sich Herausforderungen zu stellen? – Keiner von uns muss als Held in die Geschichte eingehen. Aber die Maßstäbe zu verrücken und aus dem Bauch heraus zu handeln – das zeichnet den Mut als Vorboten der Lebensfreude aus. 

    Vielleicht hilft Dir dabei folgendes Bild: Stell Dir das Leben vor wie einen Weg mit Leitplanken. Wer aus Angst, vom Weg abzukommen, immer in der Mitte bleibt, der kann sich selbst nicht erfahren. Wer mit Scheuklappen durchs Leben geht, bleibt eng und starr und furchtsam. Er bleibt im wahrsten Sinne des Wortes „mittel-mäßig“. Die Mitte muss sich der Mensch erarbeiten. Dabei sollte er schon mal vom Weg abkommen, um nicht auf der Strecke zu bleiben. 

    Wer keine Angst vor den Grenzen, vor den Leitplanken, vor den bisherigen Rändern seines Lebens hat … wer schon mal (legal!) über Grenzen geht … wer Neuland betritt … der lebt intensiver. Nur wer Ungewohntes wagt, entwickelt sich.

    Wer neugierig auf die Polaritäten seines Lebens ist, sie erfährt und integriert, der kann in und aus seiner Mitte leben. Der genießt und akzeptiert jeden Zentimeter seines Lebensweges. Zur einen und zur anderen Seite, im Rückspiegel und nach vorn. Der ist offen für Wandlungen. Auf dem Wege eines gelungenen und reichen Lebens.

    Zum Thema Mut schreibt der 80jährige US-amerikanische Lehrer des Buddhismus Joseph Goldstein: „Du kannst die Welle nicht anhalten, aber Du kannst lernen, auf ihr zu surfen.“

    Wir sind nie zu alt, um für uns selbst zum Helden, zur Heldin, zu werden. Was dabei zählt, ist nicht die Größe der Aufgabe, sondern die Größe unseres Mutes. 

    In herzlicher Verbundenheit

    Ihr Georg Rupp 

  • Das gibt’s doch nicht?!

    Die Shaolin-Mönche aus China sind zu außergewöhnlichen Leistungen fähig. Ich selbst war Zeuge, wie sich ein junger Mönch in einem kleinen Kreis von Seminarteilnehmern eine Eisenstange auf dem Kopf zerschlug. Nicht einfach so, sondern nach einer intensiven meditativen Vorbereitung, einem Atmen in die vier Himmelsrichtungen, einer Konzentration aller Energien auf den Mittelpunkt seiner Stirn. 

    Wir hatten die Eisenstange geprüft. Kein Riss, kein Schnitt, keine Sägespuren waren festzustellen. Es war eine schöne, rechteckige, schwere Eisenstange. 

    Als der Shaolin-Mönch zuschlug, platzte nicht der Schädel, sondern die Eisenstange – und zwar keineswegs an der Sollbruchstelle, nein, die Stange zersprang in sieben Teile. Als ich die Enden berührte, waren sie warm bis heiß. 

    So kann Energie wirken. Mein Bekannter, ein naturwissenschaftlich ausgerichteter Mediziner, sprach nach meiner Schilderung der Vorgänge: „Das passt nicht in mein Denken. Das kann ich nicht glauben!“ 

    Wenn Du Dein Denken erweiterst, wird das Leben spannend. Vier Dimensionen sind uns vertraut. Der englische Physiker und Kosmologe Stephen W. Hawking forschte zu seinen Lebzeiten an der zehnten Dimension. Wahrscheinlich ist aber, dass es noch viel mehr davon gibt. 

    Die Naturwissenschaften kennen längst nicht alles, was ist. Sie sind nur vorläufig gültig. 

    Lassen wir unsere Gedanken ziehen und unseren Blick schweifen: Ist es nicht toll, wie viel es zu entdecken gibt?!

    Manchmal bekomme ich, wenn ich an die Dimensionen des Universums denke, einen Anfall: Ich falle in die Dankbarkeit und Demut. Vielleicht reicht es schon, wenn wir unsere Blicke zum Horizont ausrichten und zum Himmel aufschauen. Die letzten Strahlen der Sonne, die Abendröte … einfach dasitzen – und schauen. Warum werden solche simplen Rituale in unserer Zeit so wichtig? 

    Dazu schreibt der Autor Ulrich Grober in seinem Essay „Zur Ruhe kommen. Das offene Geheimnis der Gelassenheit“ (Psychologie heute, 12/2012): „Wir leben seit einigen Jahren in einer Kultur des gesenkten Blicks. Bei jeder Bahnreise im ICE, auf offener Straße, am Strand, überall im öffentlichen Raum und selbst im intimen Kreis trifft man immer häufiger auf Leute, die ihren Kopf gesenkt halten, weil sie ihren Blick auf den Touchscreen vom Smartphone oder das Laptop fixieren. Kaum noch Blickkontakte, kaum noch Blicke in die Ferne, Sprachlosigkeit.“

    Wir müssen keine Eisenstangen auf unserem Schädel zerplatzen lassen. Aber vielleicht täte es uns gut, über die Grenzen dessen hinauszudenken, was wir bisher für möglich hielten. Wir wären in guter Gesellschaft: So zitierte das ZEIT-MAGAZIN den Physik-Nobelpreisträger Niels Bohr, der gesagt haben soll: „Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.“ 

    Ach, fangen wir doch einfach wieder an, zu staunen und uns zu wundern.

    In herzlicher Verbundenheit

    Ihr Georg Rupp 

  • Deine Lebensreise

    Teil 2

    „Ich bin mehr als die Krisen, die hinter mir liegen!“, titelte die Zeitschrift „Psychologie heute“ in ihrer März-Ausgabe 2024.

    Heute möchte ich den ersten Teil erweitern. 

    Im Editorial dieses Magazins erzählte die Chefredakteurin, Dorothea Siegle, von Viktor Chu, Arzt, Psychologe, Psychotherapeut und Ausbilder in Gestalttherapie. Sie fragte ihn, woran wir Menschen merken könnten, dass wir Frieden geschlossen hätten mit Belastendem – der mangelnden Zuwendung der Eltern, dem Ende einer Liebe, der Kränkung auf der Arbeit? (Die Akzeptanz und der Friedenschluss waren auch ein Thema des vorherigen „Futter-Artikels“.)

    Wie lässt sich denn feststellen, dass die Krise nicht mehr im Vordergrund steht, sondern in den Hintergrund abgesunken ist? 

    Darauf antwortet der Therapeut mit zwei Bildern. Ich zitiere aus der „Psychologie heute“: „Das belastende Lebensereignis kompostiert über die Zeit und wird zu Erde. Und die Komposterde gibt der Pflanze neue Nahrung. Etwas, das vorher unverdaulich war, versorgt mich also mit Energie, so dass ich mir neue Wege bahnen kann.“

    Im zweiten Bild skizziert Chu einen Baum, dem ein Stein im Weg liegt. „Und was macht der Baum? Er lässt sich nicht erdrücken, er umwindet den Stein, umwächst ihn – und geht dann trotzdem ans Licht. So kann man in der Natur alte Bäume sehen, bei denen der Stein ein integraler Bestandteil geworden ist. Nähme man den Stein heraus, würde der Baum bluten. Und er wäre nicht der, der er geworden ist.“

    Ich bin mehr als die Krisen, die hinter mir liegen.

    Das erinnert mich an Bilder, die ich gesehen habe und nie vergessen werde: Vom kambodschanischen „Wunder im Dschungel“, Angkor Wat. Wurzeln, die steinerne Buddhaköpfe umschlingen. Bäume, die sich erdnah Felsstücke „einverleibt“ haben.

    Ein anderes Beispiel. Auf einer Spruchkarte war zu lesen: „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen.“ Stolpersteine, die einen aufwecken und achtsam werden lassen. (Das Zitat wird übrigens Johann Wolfgang von Goethe zugeschrieben.)

    Wenn Du magst, schreibe einmal Deine eigenen „Stolpersteine“ auf.

    • Welche Lebenskrisen bezeichnest Du als „Steine“ auf Deinem Weg zum Ziel?
    • Welche Gefühle standen im Weg? – Schuldgefühle? Einsamkeit? Depression?
    • Welche Versäumnisse? Welche Krankheiten? 
    • Welche unerfüllten Wünsche? 

    Es ist schwer … Aber lerne Deine Stolpersteine zu umarmen. Schritt für Schritt. So wie der Baum langsam den Stein umwächst. Und ihn schließlich voll und ganz in sein Leben integriert.

    Denn Du bist ganz viel mehr als alle Krisen, die hinter Dir liegen!

    In herzlicher Verbundenheit

    Ihr Georg Rupp 

  • Deine Lebensreise

    Teil 1

    Zunächst zu mir und meiner beruflichen Laufbahn: Lokführer wollte ich werden. Mit vier Jahren. Wie so viele Jungen auch. Dann wünschte ich mir mit sechs Jahren einen Kaufladen. Nach einigen Verkäufen von Spielzeugprodukten an meine Cousine wollte ich Kaufmann werden. Dann, mit sieben, entdeckte ich die Welt der kindlichen Zaubertricks. Ich führte meine erste Veranstaltung mit einigem Applaus im Familienkreis durch. Danach wollte ich Zauberer werden. 

    Mit zehn Jahren wusste ich, was ich nicht werden wollte. Katholischer Priester. Unsere sehr fromme Klassenlehrerin auf der Volksschule betonte nämlich des Öfteren, dass wenigstens einer der Jungs aus der vierten Klasse von Gott berufen werden sollte, um ein überzeugter katholischer Pfarrer zu werden. Dafür würde sie beten. – Um dem die Macht zu nehmen, hielt ich als Zehnjähriger mit einem Stoßgebet dagegen: „Lieber Gott, bitte erhöre, dass ich kein Priester werden will. Ich möchte ja mal heiraten. Das ist mir wichtiger!“ – Mein Gebet wurde erhört.

    Als ich in die Pubertät kam, wollte ich Rockmusiker werden. Das war 1962, als die Beatles begannen. Und ich zürnte meinen Eltern, dass sie mir keine Elektro-Gitarre kaufen wollten. Eine, wie George Harrison sie spielte. Ich solle lieber lernen als weiter so bescheuerte Ideen zu verfolgen, meinten sie. Ich sei ja schlecht genug in der Schule. Und sie würden sich große Sorgen machen, denen ich durch gute Noten abhelfen könnte.

    Dann wusste ich auch nicht mehr weiter. Kein Rockmusiker … und der ganze Schulkram langweilte mich fürchterlich. ‚Aus diesen Fächern kannst du doch keinen Beruf machen‘, fuhr es mir wieder und wieder durch den Kopf. Besonders, als Tante Gertrud mich in Abständen fragte, was ich denn mal werden wolle.

    Immerhin wusste ich genau, was ich nicht werden wollte. Damit war ich dann erst einmal zufrieden. Denn etwas nicht zu machen, engt ja auch die Anzahl der Tätigkeiten ein, die in Frage kommen.

    Kurz und gut: Mein Abitur war absolut durchschnittlich und eignete sich nur für Fächer, die damals noch ohne „Numerus Clausus“ waren. 1969 war das tatsächlich – zumindest an einigen Unis – noch Psychologie! Ja, so ging es dann los mit dem, was ich wirklich wollte …

    55 Jahre später titelte die Zeitschrift „Psychologie heute“: „Ich bin mehr als die Krisen, die hinter mir liegen.“(Ausgabe März 2024).

    In der Tat: Ich bin weder Lokführer noch Kaufmann, weder Zauberer noch Rockstar geworden. Und – Gott sei Dank – auch nicht das, was ich nicht werden wollte. 

    Viele Krisen meiner Kindheit und Jugendzeit führten mich zu meiner Bestimmung. Denn über Umwege und Sackgassen landete ich im Studium der Klinischen Psychologie. Und „Gutes für die Seele“ der Menschen tun zu dürfen, scheint mir – je älter ich werde – ein Geschenk des Lebens zu sein.

    Jetzt zu Dir: Gibt es auch eine „Perlenkette“ Deiner beruflichen und privaten Wünsche in Deinem Leben?

    Hattest Du auch Träume, die sich kurz gehalten haben – und dann wieder den Bach runtergingen? 

    Hast Du auf Deiner Lebenswanderschaft auch die Überzeugung kennengelernt: „Das ist es!“? – Und das Leben hat sie wieder verworfen?

    Schreib sie auf! Halte sie fest! Markiere sie Dir!

    Denn auch das bist unverwechselbar „Du“! Einmalig und einzigartig „Du“! Nur Du kannst Dein Leben in Deiner eigenen Regie führen. So warst Du schon bei Deiner Geburt ein absolutes Original und keine Kopie.

    Also: Hake Deine Vergangenheit nicht einfach ab. Sie gehört unnachahmlich zu Deinem Leben. Mit allen Sonnen- und allen Schattenseiten. Und solltest Du mit irgendwelchen Aspekten Deiner Vergangenheit hadern, dann mache Dir klar: Alles, was war, ist genau so gewesen! (Zitat von Dr. Wolf Büntig)

    Nichts lässt sich korrigieren, nichts wiederholen. Kein Tag, keine Stunde, keine Minute. Die „Perlenkette“ Deiner hellen und Deiner dunklen Tage trägst Du jederzeit in Dir. Also: Nimm sie an. Wie Deine verfehlten beruflichen und privaten Träume. Aber auch wie Deine erfüllten Lebensabschnitte. Wie Deine tiefen Demütigungen und Deine Aufstiege aus der Asche. Schließe Deinen Frieden damit.

    Du bist unverwechselbar „Du“. Keine Kopie zu sein … ist das nicht wunderbar?!

    Und nimm es bitte mit Freude an, wenn ich hier über Dich schreibe: „Es ist schön, dass es Dich gibt!“ 

    Denn das ist kein dahingeworfenes Kompliment, sondern eine heilsame und heitere Form von persönlicher „Charme-Intelligenz“. Mach sie Dir gerne zu eigen. 

    Wird fortgesetzt 

    In herzlicher Verbundenheit

    Georg Rupp 

  • Die kleine Boje und das Meer

    Teil 2

    Heute erzähle ich etwas „aus dem Nähkästchen“. Denn es gab eine Zeit vor ungefähr vierzig Jahren, da hatte ich hochfliegende Pläne und Träume. Der Praxisaufbau war gelungen – und es reizte mich ein neues Abenteuer. Mit einem anderen Psychologen gründete ich eine Firma für Coachings und Seminare. Wir nannten sie ungewöhnlicher Weise auf lateinisch „Unda Maris“. Das bedeutet wörtlich übersetzt: „Die Welle des Meeres“. Denn das schien uns eine geeignete Metapher für das Auf und Ab des Lebens.

    Auf den etwas seltsamen Namen kamen wir durch eine spezielle Beobachtung der Kurvenfunktion von Wellen. Ihr „Auf und Ab“ markierte für uns das Leben: Die guten und die schlechten Tage. Die Leichtigkeit der Höhe – und der tiefe Fall nach unten. Aufstieg und Abstieg. Wie im realen Spiel des Lebens. 

    Doch eine besondere Beobachtung ragte heraus. Auf unsere Frage hin: Woher holt sich die Welle die Kraft für den nächsten Anstieg?, folgte eine einfache Antwort: Von dort, wo augenscheinlich gar nichts passiert. Wo völlige Ruhe herrscht. Plötzlich war uns sonnenklar: Die Welle holt sich im Tal die Kraft für die Höhe!

    Und wir forschten weiter und stellten fest: In der chinesischen Schriftform besitzt jedes Wort ein eigenes Zeichen. Es gibt nur eine einzige Ausnahme von der Regel: Zwei Begriffe, die zunächst einmal nichts miteinander zu tun haben, teilen sich ein spezielles Schriftzeichen. Und das sind die beiden Worte: „Krise“ und „Chance“. Was soviel bedeutet wie: Sieh in jeder Krise Deine Chance! Jede Krise kann für Dich der Start in eine neue Lebensphase sein. Jede Krise besitzt die Energie, für Dich zu einer ganz speziellen Chance zu werden. 

    So sind auch Unternehmenskrisen die Chance, einen neuen Blick nach vorne zu werfen. Neue Lösungen zu kreieren und zu finden. 

    Natürlich auch im privaten Leben. Der Verlust einer verblassten alten Liebe kann der Start in eine neue Blütezeit sein.

    Die Welle holt sich im Tal die Kraft für die Höhe. Wenn Du an Deinen Aufschwung glaubst, setzt Du bei Dir neue Energien frei. Und holst Dir in der tiefen Krise die Stärke, wieder aufzustehen und weiterzugehen. In Richtung neuer Ziele und Abenteuer.

    Übrigens: Unsere Firma war nicht wirklich erfolgreich. Wir zahlten Lehrgeld in einem für uns fremden Sektor. Hat es uns geschadet? Finanziell ja. Aber das ist ja nicht alles. Die Welle holte sich im Tal des Scheiterns die Kraft für den Aufschwung, den Neubeginn auf einer anderen Ebene. 

    Das Leben ist ein Wechselbad zwischen den tiefen und den hohen Meereswellen. Ständig und immer wieder. Nur so lernen wir dazu. 

    In herzlicher Verbundenheit

    Ihr Georg Rupp 

  • Die kleine Boje und das Meer

    Teil 1

    Schon eine ganze Zeit lang beobachte ich die kleine Boje im Hafen. Von Ferne betrachtet sieht sie aus wie die Baustellenhütchen oder Warnkegel, die als Schutz auf unseren Straßen um große Schlaglöcher oder Sandhaufen herum aufgebaut sind. Oder dort, wo gebuddelt wird.

    Wahrscheinlich markiert die Boje hier die Grenze der Fahrrinne für an- und abfahrende Schiffe. Die Bedeutung spielt für mich als Betrachter aber keine Rolle. Meine Augen haben einen Halt gefunden, bevor sich der Ozean in der Weite schier endlos ausbreitet.

    Unsere Überlebensgarantie, Mutter Sonne, lässt die Wasserperlen silbrig hell glitzern. Miniwellen umspülen die kleine Boje. Brechen sich an ihr. Und finden hinter ihr wieder in ihren eigenen Rhythmus. 

    Und mir fällt ein völlig unpassender Vergleich ein. Mein früherer Philosophielehrer pflegte zu sagen, wenn er über die „stoische Ruhe“, also die Einstellung der Stoiker im alten Athen, sprach – ich zitiere: „Was stört es eine Eiche, wenn sich die Schweine daran scheuern!“ – Was er uns näher bringen wollte, war die bewusst gewählte Einstellung: Lass Dich nicht aus der Ruhe bringen. Bestimme selbst, was Dich aufregen darf – und was es nicht wert ist, dass Du es Dir zu Herzen nimmst. 

    Dabei waren die Mitglieder der Philosophenschule der Stoa keineswegs pure Egoisten. Sie waren sehr politisch. Sie mischten sich ein. Als Teil des Ganzen lebten sie ihre soziale Verantwortung. Aber sie ließen auch unbeeindruckt zu, dass Andere sich an ihnen und ihren Lebensüberzeugungen reiben durften. 

    So wie die Boje vor meinen Augen. Sie steht unbeirrt mitten im Hafen. Hält aufrecht ihre Position. Bei Wind und Wetter. Tag und Nacht. Bei Flaute oder stürmischer See. Wie der Fels in der Brandung. 

    Und mich berührt der Gedanke, dass wohl jeder Mensch einen anderen Menschen braucht, der „wie ein Fels in der Brandung“ ihm zur Seite steht. Verlässlich, rücksichtsvoll, und seiner selbst bewusst. Denn ohne Rückendeckung fühlen wir uns in der Regel doch sehr allein gelassen. Wir sind soziale Wesen und brauchen einander.

    Aber ist es nicht so in der ganzen Natur? Auch die kleinen Wellen um die Boje herum lassen sich nicht alleine betrachten. Sie sind alle miteinander verbunden. Mit der Nachbarwelle, den vorauslaufenden und nachrückenden Wellen ebenso. Wie mit der Gesamtheit, der Ausdehnung und Tiefe des Wassers.

    Willigis Jäger, der große deutsche Mystiker und Zen-Meister (1925-2020) wählte den Vergleich: „Du, Mensch, bist wie eine Welle im Meer. Aber Du bist auch das Meer.“ Was nichts anderes bedeutet als: Kein Mensch ist wirklich allein. Alleinsein ist unsere Interpretation eines Gefühls. Wir fühlen uns – hin und wieder – einsam. Aber ich bin überzeugt, dass es auch dann einen Menschen gibt, der gerade an Dich denkt. 

    Die Boje ist fest verankert. Sie treibt weder hin noch her. Und die silbern schimmernden Wellenkämme scheinen sich langsam in der Ferne zu verlieren. Die „tausend Augen des Wassers“, wie Hermann Hesse sie einst beschrieb. So, als würden sie uns anschauen. Ja, vielleicht sogar mit uns sprechen.

    Manchmal möchte ich eine Welle sein. Und manchmal eine Boje. Unverrückbar und fließend. Stark und geschmeidig. Solitär und solidarisch. So, wie mein Auge jetzt wandert: Von der Boje zu den zahllosen glitzernden, frei fließenden Wellen … und zurück.

    Sei beides: Stehe zu Deiner Stärke und Unbeirrtheit. Und bleibe verbunden mit dem Strom und dem Meer Deines Lebens.

    Wird fortgesetzt

    In herzlicher Verbundenheit

    Ihr Georg Rupp 

  • Vertrauensvoll dem Leben hingeben

    Eine Übung in Meditation und Selbsterkenntnis

    Heute findest Du an dieser Stelle einen ganz anderen Text: Keine Geschichte, sondern eine Übung, um Dich selbst besser kennenzulernen. Um über Dich zu reflektieren. Und die Erkenntnisse über Dein Leben zu erweitern.

    Vielleicht hast Du Lust, diesen Text auf Dein Handy zu sprechen. Langsam … und mit vielen Pausen, um Dein Herz von den Fragen und Visionen berühren zu lassen. 

    Hier beginnt nun Deine Übung:

    Du stehst am Ufer Deines Lebensflusses. 

    Du atmest tief aus – und wieder tief ein.

    Ruhig und gelassen fließt Dein Atem. (Pause)

    Viele Fragen gehen Dir durch Deinen Verstand und Dein Herz:

    • Wie lebe ich mein Leben?
    • Welche Erfahrungen habe ich gemacht?
    • Was wünsche ich mir noch vom Leben?

    Mit Deinem wissenden und weisen Herzen schaust Du genau hin. 

    Denn immer wieder tauchen Fragen auf.

    Wie schaue ich ehrlich auf mein Leben? (Pause)

    Schaue ich mit Traurigkeit, mit Verbitterung, mit Wut?

    Mit Versäumnissen und Schuldgefühlen?

    Aus einem Mangel heraus? (Pause)

    Oder schaue ich aus der Fülle auf mein Leben?

    Mit einem großen Einverständnis?

    Mit Liebe für das, was ist? (Pause)

    Schau nun auf Deine wunderbaren Sternstunden. 

    Auf die kleinen Augenblicke voller Freude. 

    Spüre achtsam Deine inneren Sonnentage voller Lebendigkeit und Wärme.

    Spüre in Dir ganz tief Deine große Seelenkraft! (Pause)

    Jetzt spürst und weißt Du, dass sich so manche auftürmende, bewegte Welle über Dein Leben gelegt hat. All die großen Aufregungen und all Deine Sorgen.

    Schmerzen sind gekommen – und wieder vergangen. (Pause)

    Während Deines Rückblicks werden Ruhe und Achtsamkeit in Dir gestärkt – 

    ganz wie von selbst.

    Und Dir kommt die Erkenntnis, dass viele Deiner schmerzlichen Erfahrungen Dir einen Weg zeigten, den Deine innere Weisheit, Dein gütiges Herz, immer schon kannten.

    Nach allen Stürmen hast Du Dich immer wieder gefunden. 

    Hast Deine Bestimmung erkannt, Deine eigene Art gelebt.

    Der Erfahrene schaut auf die Zeichen seines Weges, die Botschaften sind. 

    So manche Deiner Erfahrungen sind mit Wunden verbunden. 

    Doch aus tiefen Wunden wachsen große Flügel. (Pause)

    Du spürst nun, dass aus Deiner neuen Achtsamkeit eine tiefe Erkenntnis wächst, was hier und jetzt wirklich wichtig ist für Dein Leben. (Pause)

    Du weißt, dass Du Dir in Zukunft wirklich mehr Zeit zum bewussten Innehalten schenken möchtest. So kannst Du Dich vertrauensvoll dem Lauf Deines Lebens hingeben.

    Vielleicht verspürst Du gerade jetzt ein tiefes Einverständnis. 

    Alles was war, ist genau so gewesen. 

    Der Weise weiß aber auch, dass er im Grunde nichts weiß. 

    Denn auf unserer Lebensreise bleiben wir immer Fragende.

    Du kannst jedoch immer wieder mit einer liebevollen Heiterkeit, voller Liebe für Dich selber und Deine Umgebung, zu Dir selbst voller Vertrauen sprechen: 

    „Ich achte mich und die Meinen.“

    „Ich spüre die Verbundenheit mit meinem Leben.“

    „Mein Leben ist kostbar im Hier und im Jetzt.“

    Und sollten wieder einmal Zweifel auftauchen, so kannst Du Dich fragen: 

    Schaue ich aus dem Blickwinkel des Mangels auf mein Leben? 

    Oder spüre ich die Fülle, die in mir ist? 

    Die alles umfängt und alles durchdringt?

    Alles ist gut. 

    Ich lebe. 

    Mein Leben ist kostbar. 

    Reich an Liebe. 

    Reich an Vertrauen.

    Danke!

    Ein Text von Claudia Rupp
    Diplom-Sozialpädagogin

    In herzlicher Verbundenheit

    Ihr Georg Rupp 

  • Wende Dein Leben der Sonne entgegen

    Eine meiner Lieblingssängerinnen war über viele Jahre die unvergessene Anna Mae Bullock, besser bekannt als Rock-Ikone Tina Turner. Sie hatte kein einfaches Leben. Von Ike, ihrem früheren Rhythm-and-Blues-Partner und späterem Ehemann geschlagen und gedemütigt, fand sie ihren Weg auch alleine vom tristen, engen Alltag im piefigen Nutbush am Highway 19 auf die großen Bühnen der Welt. 

    Im Nachruf auf diese lebensbejahende, wilde, ekstatische Frau hieß es: „Tina Turner hat ihr Leben zur Sonne gedreht.“ 

    Ja, ist das kein strahlender Kommentar?! – Sein Gesicht zur Sonne drehen. Auf die Sonnenseite des Lebens schauen. Die Schatten hinter sich lassen. 

    Klar … ich höre förmlich, was Du jetzt möglicherweise denkst: ‚Das gibt’s ja nicht. Die Sonne scheint ja auch nicht an allen Tagen.‘ Oder: ‚Schlechte Tage werden doch nicht besser mit einem Lächeln im Gesicht!‘ Und: ‚Wenn ich gemobbt werde, vergeht mir das Lachen!‘ 

    Verständlich. Und natürlich geht es nicht darum, alle schlechten Nachrichten, Krankheiten, Kriege und Mangelerscheinungen oberflächlich wegzulächeln. Es heißt im Kommentar zu Tina ja auch nicht: „Sie stand ihr Leben lang im Sonnenschein – und brauchte nichts dafür zu tun.“ Sondern: „Sie hat ihr Leben zur Sonne gedreht.“ Aktiv und bewusst. Sie hat sich nicht (passiv) bescheinen lassen, sondern sich – nach allem Elend mit Ike – neu ausgerichtet und aufgerichtet! Alles weg getanzt und weg geschrien. 

    Das zu akzeptieren, was gerade ist, kann Dir dabei helfen. Eine schöne und wertschätzende Übung ist eine Geh-Meditation. Das heißt: Du gehst langsam schreitend durch die Natur. Wenn Dein Blick auf einen Baum fällt, sagst Du Dir innerlich nur: „Ja, der Baum.“ Also nicht: „Schöner Baum“, „krummer Baum“, „majestätischer Baum“ … Ohne Bewertung. Nur wahrnehmend: „Ja, der Baum.“ Und weiter: „Ja, das Gras.“ – „Ja, die Pfütze.“ – „Ja, das Haus.“ Und so weiter. Gehe eine halbe oder eine Stunde lang gemächlich und nur wahrnehmend … übe Deine Sinne … was Du innerlich mit dem Wort „Ja“ bestätigst. 

    So lernst Du Deine Bewertungen in „gut“ und „schlecht“, „schön“ und „hässlich“, „schwarz“ und „weiß“ sein zu lassen. Im Hier und Jetzt kannst Du Dich in jedem Moment zur Sonne drehen. Weil Du den Augenblick lebst, anstatt Deinem Gehirn Grübelnahrung zu geben. 

    „Tina Turner hat ihr Leben zur Sonne gedreht.“ Hat die Schwere hinter sich gelassen. Was uns zeigt: Es ist nie zu spät, sein Leben aktiv neu auszurichten. Und die Enge (Nutbush) zu verlassen. Sich zu wenden – und die Sonne zu spüren. 

    Es ist Deine Entscheidung. In diesem Moment. Und im nächsten. Und danach auch wieder … und wieder. 

    Gib der Sonne die Chance, Dein Leben zu erhellen. Täglich. 

    Denn sie ist wirklich: Simply the best.

    In herzlicher Verbundenheit

    Ihr Georg Rupp