I teach and write about books, slow mornings, and the occasional recipe that actually works—start with the essays.
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Alles verändert sich, aber dahinter ruht ein Ewiges.
– Johann Wolfgang von GoetheBegegnungen mit Menschen sind mir Quelle der Kraft, die mich fröhlich meine Straße ziehen lassen.
– Rainer Maria RilkeDie Muße ist die Mutter der Philosophie.
– Thomas HobbsWisset, dass das Geheimnis des Glücks die Freiheit, die Voraussetzung der Freiheit aber der Mut ist.
– PeriklesDer Geist ist nicht wie ein Gefäß, das gefüllt werden soll, sondern wie Holz, das entzündet werden will.
– PlutarchDie verstehen sehr wenig, die nur verstehen, was sich erklären lässt.
– Marie von Ebner-EschenbachLeben ist nicht vorhersehbar, nicht kontrollierbar, sondern entwickelt sich. Wer davor Angst hat, verkrampft.
– Pater Anselm GrünEs wäre gut, Bücher zu kaufen, wenn man die Zeit, sie zu lesen, mitkaufen könnte.
– Arthur Schopenhauer (Philosoph und Berufspessimist)Es kommt nicht auf Worte an, sondern darauf, dass sie berühren.
– Danielle QuinodozDie wahre und tiefe Freude wächst nur in der Loslösung von Deinen Erwartungen, im Freiraum Deiner Seele.
– Georg Rupp -
oder: Verrückte Therapiemethoden
Du ahnst es nicht! Aber in meiner Praxis gibt es ein großes Geheimnis. Es ist ein runder Gegenstand, der gut verborgen in meiner Schreibtischschublade liegt. Ziemlich weit hinten. Nur bei ganz besonderen Anlässen hole ich ihn heraus.
Was solche Situationen sind? Wenn Patienten nicht bereit sind mitzuarbeiten. Das ist selten, kommt aber vor. Oder wenn sie sich für den Nabel der Welt halten. Für das größte Genie oder den tollsten Typen des Universums. Wenn sich alles nur um sie dreht. Dann kann es sein, dass ich während unseres Dialogs langsam aus der Gesprächsecke aufstehe, plaudernd zum Schreibtisch schlendere … und dieses Ding raushole.
Ich setze mich dann, so ganz nebenbei, wieder hin und spreche weiter, als wäre nichts geschehen. Gerade diese Belanglosigkeit unterstreicht die Bedeutung meines Geheimnisses. Davon konnte Paul (Name geändert) ein Lied singen.
„Ich war schon bei einigen Therapeuten“, begann er das Gespräch. „Da hatte ich immer das Gefühl, dass ich mehr weiß als die.“ Der jüngere Patient, gegen Ende zwanzig, klärte mich auf. Er habe ja auch Wochenendseminare und Workshops besucht und wäre fit im NLP. Das ist das neurolinguistische Programmieren. Muss man aber nicht wissen. Studieren würde er Maschinenbau.
Lässig saß er mir gegenüber. Fühlte sich scheinbar überlegen. ‚So möchte er wirken‘, dachte ich mir. „Ja, wenn Sie mehr wissen als die Kolleginnen und Kollegen … warum sind Sie dann hier?“ Diese Frage schien mir logisch.
Er gebe doch die Hoffnung nicht auf. Er habe seltsamerweise manchmal Durchhänger und wenig Freude am Leben. Deshalb habe er ja auch die Psychologiekurse besucht.
„Gut“, meinte ich bestätigend. Und: „Kann es nicht sein, dass Sie tatsächlich besser sind als alle Therapeuten?“ Mit dieser Frage hatte er wohl nicht gerechnet. Irgendwie war er irritiert. Oder verblüfft.
„Wissen Sie“, fuhr ich fort, „es ist doch überhaupt nicht gesagt, dass ein jahrelanges Studium mit anschließender intensiver therapeutischer Ausbildung zu einem größeren psychologischen Wissen führt. Wenn man zu viel gelernt hat, ist man vielleicht sogar schneller verwirrt.“ Und: „Es kann doch keiner wissenschaftlich widerlegen, dass Sie nicht sogar der beste Therapeut der Welt sind!“
Paul rutschte langsam, aber stetig aus seiner raumgreifenden Körperhaltung heraus. Sackte ein Stück in sich zusammen.
Nun kam mein Geheimnis ins Spiel. Mit der Frage „Haben Sie schon im Internet recherchiert? Vielleicht sind Sie dort ja als komplettester Therapeut gelistet!“, öffnete ich meine Schreibtischschublade – und fingerte eine rote Clownsnase hervor. Und mit der Bemerkung „Vielleicht haben Sie bei Facebook ja unendlich viele Likes!“ setzte ich sie auf – und mich wieder locker hin.
Paul war wie hypnotisiert. Er konnte seinen Blick nicht von der Schaumstoffknubbelnase lösen. Wie von außen gelenkt sackte er im Sessel immer tiefer. Runter in die Waagerechte. Völlig sprachlos. Ich lächelte ihn an und redete weiter.
Als ich nach einigen Minuten meine Clownsnase abnahm, ließ seine Irritation langsam nach. Er stemmte seine Hände in die Sitzfläche und hievte seinen Körper wieder hoch. – „Setzen wir unseren Wettbewerb, wer der bessere Therapeut ist, fort? Oder begegnen wir uns auf Augenhöhe?“ – „Auf Augenhöhe …“ Paul schien erleichtert. Die rote Schaumstoffnase verschwand wieder in den Tiefen meiner Schreibtischschublade.
Den „Trick“ mit der Clownsnase erklärte ich ihm später. Dass ich mir selbst damit Freude mache, wenn ich mich nicht ernst genommen fühle. Und dass es eine gute Verwirrtechnik sei. Provokativ, aber heilsam.
Gegen Ende der Therapie lachte Paul. Zwei Jahre dauerte sie. Aber die Selbstverständlichkeit, mit der ich am Beginn zu dieser roten Nase gegriffen hätte, wäre auch für ihn ein Zeichen gewesen, das Leben nicht mehr so ernst – und sich selbst nicht mehr so wichtig zu nehmen. Und die Workshops könnten ja doch kein langes Studium ersetzen.
Was er denn gelernt habe, fragte ich ihn in unserer letzten Stunde. „Meine Macho-Rolle aufzugeben,“ entgegnete er. Am eindrücklichsten sei dabei der „Nasentrick“ gewesen. Er hätte jetzt auch immer eine Clownsnase griffbereit im Auto liegen. „Wenn ich mich über einen Sonntagsfahrer ärgere … oder über einen Drängler …“, Paul zog seine Augenbrauen nach oben …, „dann setze ich mir beim Fahren schnell mal den Knubbel auf. Da fühle ich mich direkt besser!“ Und lachte. „Die zwei Euro für die Nase sind gut angelegtes Geld!“, schob er noch hinterher. Für mehr Freude im Leben allemal …
In herzlicher Verbundenheit
Georg Rupp
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Heute, am 1. Juni 2023, werde ich 75 Jahre. Alt? Jung?
Manches Mal erscheint mir das wie ein Wunder. Mein Leben hätte auch früher enden können. Sogar mehrfach. Die erste „Prüfung“ hatte ich mit dreizehn Jahren zu bestehen.
Es war mein erster Flug mit den Eltern an Ostern 1962 nach Mallorca. Die Baleareninsel führte damals noch ein recht überschaubares und verträumtes Leben. Touristisch völlig unerschlossen, prägten die Fischerboote das Bild an den Stränden rund um die Hauptstadt Palma de Mallorca. Am späten Nachmittag sah ich die Fischer am langen Sandstrand sitzen, und in aller Gemütsruhe ihre beim Fang gerissenen Netze flicken.
1962 war in El Arenal die dekadente Entwicklung zum „Ballermann“ nicht mal in Ansätzen spürbar. Ein einziges Hotel mit einem mauerumrandeten Tennisplatz war auf den touristischen Verbleib ausgerichtet. Wir blieben die einzigen Gäste.
Es war die Lebensphase, in der ich begann, Edgar-Wallace-Krimis in Taschenbuchform zu verschlingen. Jeden Morgen lief ich von El Arenal aus den Strand entlang zum einzigen Kiosk am Küstenstreifen der Hauptstadt, um mir den nächsten Wallace-Krimi zu kaufen. Sie wurden damals für die Kinos verfilmt, aber erst ab sechzehn Jahren freigegeben. Also blieb mir nur das Lesen – und die Filme in meinem Kopf.
Aber zurück zum damals jungen Leben und dem möglichen raschen Ende: Man flog Anfang der 1960er Jahre mit Propellermaschinen. Für Luftfahrtinteressierte: Es war eine Fokker F.27 Friendship aus den Anfängen der LTU. Auf dem Flughafen Düsseldorf-Lohausen im April 1962. 49 Passagiere fanden Platz. Handgepäckstücke wurden in den oberen Netzen verstaut.
Pünktlich hob die Propellermaschine ab, flog einem neuen Abenteuer entgegen. Alle Mitreisenden blieben angeschnallt – was noch eine wichtige Rolle spielen sollte. Von Norden kommend, waren die mallorquinischen Berge schon zu erkennen, als es im Landeanflug passierte … Erste Turbulenzen – und die Maschine stürzte schlagartig senkrecht abwärts. Dann – ein gewaltiger Aufprall auf der Luft! – Wie kann man auf Luft aufprallen? – Beine flogen in die Höhe, das Gepäck schleuderte an die Decke … und fiel polternd zu Boden. Und durch die Schreie mancher Passagiere wurde mir schlagartig bewusst: Angst! Panik! Wir stürzen ab!
Zum ersten Mal in meinem Leben spürte ich, wie sich nackte Angst anfühlt. Die Angst in der Brust, wenn es so eng wird, dass der Atem stockt.
In diesen Sekunden, nachdem wir Hunderte von Metern wie ein Stein in die Tiefe gefallen waren, konfrontierte mich das Leben mit diffusen Gedanken an ein Ende. An mein Ende. Fühlbar war der Brustbereich starr ummantelt, wie in Ketten gelegt, gelähmt und verpanzert. Alle Energien wie in einem schwarzen Loch zusammengezogen.
Den Aufprall auf der Luft überstanden wir unverletzt, weil wir angeschnallt waren. Dieses Glück hatte eine Stewardess nicht. Durch die Wucht des Aufschlags flog sie gegen die Decke des Flugzeugs und erlitt einen Schädelbasisbruch. Genau so war es.
Nach dem Aufprall auf der Luft drückten uns die Fallwinde ein zweites Mal in die Tiefe. Die Fokker war zum Spielball eines Tornados geworden. Keiner wusste vom Landeverbot. Denn der Tower des Flughafens hatte vergessen, das Verbot an die Crew weiterzuleiten.
Ich erinnere mich an keinen klaren Gedanken, bis es dem Piloten gelang, die Maschine aus dem Auge des Tornados herauszureißen. Circa 500 Meter über dem Boden.
Im Rückspiegel betrachtet, ist mir klar geworden: Leben ist keine Selbstverständlichkeit. Wir haben keinen Anspruch darauf. Aber es ist ein wundervolles Gut. Ein wertvolles Geschenk. Ein tägliches Wunder. Ein Anlass für immerwährende Dankbarkeit.
Ich darf heute 75 Lebensjahre werden. Weil uns 500 Meter vom Aufprall in den Bergen trennten.
Der Rückflug gelang dann ohne Turbulenzen, Tornados und Fallwinde. Und mit mindestens zehn verschlungenen Edgar-Wallace-Krimis im Gepäck.
In herzlicher Verbundenheit
Georg Rupp
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Es ist oft ein langer Prozess, sich zu öffnen und sich verwundbar zu zeigen. An Knospen und Blüten lässt sich das gut beobachten.
Wenn es die Hauptaufgabe der Knospen wäre, sich zu schützen, würde es kein blühendes Leben geben. Keine Vielfalt an Farben. Zwar dunkelgrün oder braun, aber kein rosenrot, kein hyazinthengelb, -violett, -lachs, -weiß, -rosa. Kein Lavendelblau. Keine Farbtupfer.
Was nicht aufblüht, verschrumpelt im Leben.
Vor vielen Jahrzehnten faszinierte mich ein Rhododendronstrauch im Garten hinter meiner Praxis. Ehrlich gesagt: Seine Knospen im noch frühen Jahr rissen mich nicht vom Hocker. ‚Alles ein Abwasch‘, dachte ich. ‚Irgendwie tot‘. Gut, damals war ich noch ein Naturbanause. Etwas später im Jahr krempelten seine aufbrechenden Blüten mein ganzes Leben um.
Und so begann ich, mit meiner alten Polaroidkamera jedes Stadium der Pflanze festzuhalten. Vom stummen Einerlei der Knospen … über das erste zarte Aufplatzen … und die verschwenderische Pracht der Blütenkelche, die sich in einer unglaublichen Harmonie miteinander verbanden … bis zum Vergehen der Farben und dem Abfallen der Blüten.
Manchen Patienten zeigte ich nur die Fotos mit den geschlossenen Knospen – überschlug die wunderschöne Symphonie der Blüten – und blätterte unmittelbar die Bilder mit den abgestorbenen braunen Blättern auf. „Natürlich lässt sich in der Knospe auch leben“, war mein Kommentar. Aber: „Die Menschen, die sich öffnen …“, ich schlug zu den strahlenden Blütenfotos zurück … „Sie haben wirklich gelebt. Auch sie werden verblühen. Aber zuvor haben sie ihren inneren Glanz wunderschön nach außen strahlen lassen.“
Wer nicht aufblüht, verschrumpelt im Leben.
Das sah die amerikanische Schriftstellerin Anais Nin (1903-1977) ähnlich. Sie stärkte die Hoffnung zum Aufbruch mit den Worten: „Und es kam der Tag, da das Risiko, in der Knospe zu verharren, schmerzlicher wurde als das Risiko zu blühen.“
In herzlicher Verbundenheit
Georg Rupp
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Vogelzwitschern. Es gibt wieder Vogelgezwitscher. Der Frühling hat Einzug gehalten, heute, an Ostern. Alle Gänseblümchen haben sich anscheinend abgesprochen. Sie strecken sich erfolgreich nach oben. Ich habe sie im Blick.
Wenn du in die Knie gehst und die Wiese aus der Schräge betrachtest, scheinen Grün und Weiß gut aufgeteilt. Möglicherweise überwiegt aus dieser Perspektive sogar das Weiß der Gänseblümchen. Die meisten überragen ja das Grün. Zumindest bis zum nächsten Rasenschnitt.
Aber sie geben nicht auf. Kommen wieder. Versuchen es erneut. Welche Resilienz! Welche Widerstandskraft!
Als Rainer, einer meiner Schulkameraden, in der vierten Klasse der Volksschule eine Mitschülerin verehrte, brachte er ihr einen Strauß voller selbst gepflückter Gänseblümchen mit. Ein Frühlingsgruß, der von Herzen kam. Ob er erhört wurde, weiß ich nicht mehr. Wir waren zehn Jahre jung, und die Zeiten waren anders.
In den Hochbeeten kehrt das Leben zurück.
Lang gezogene Kondensstreifen am hellblauen Himmel fransen aus. Schimmern an einer Stelle sogar in Regenbogenfarben. Die Brechungen des Lichts faszinieren.
Überall blüht und sprießt es.
Die großen orangefarbenen Kois im Gartenteich machen sich am Rand zu schaffen. Da fängt die Uferbegrünung an aufzuwachen. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass sich die Fische die Ostersonne auf die Haut herunterladen. Sie schwimmen ganz oben, liegen fast regungslos im Wasser. Kennen sie so etwas wie Wohlbehagen? Klar. Schon der Einzeller, die so oft besungene Amöbe, bewegt sich im Wasser zu der Stelle hin, an der ein Sonnenstrahl auf die Oberfläche trifft. Leben ist nicht nur Fortpflanzung, sondern auch auf Wohlbehagen ausgelegt.
Blüten treiben auf dem Wasser. Die Kirschbäume werfen ihre weißen Blüten vom Ast.
Und ich denke gerade daran, dass Mutter Natur Jahr für Jahr aufbricht. Es gehört zu ihrem Zyklus. Ganz selbstverständlich. – Warum nur haben wir Menschen so Angst vor dem Neuen? Vor Aufbruch und Veränderung? „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“, sagte Wolf Biermann. Und jeder Tag ist ein neuer Anfang. Gerade jetzt im unaufhaltsamen Aufbruch des Frühlings.
In herzlicher Verbundenheit
Georg Rupp
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Kaffee! Die Kaffeemaschine steht wieder bereit. Ohne Maske darf man hier wieder Kaffee trinken. – Nein, ich sitze in keinem Café. Ich habe es mir im Wartebereich des Autohauses gemütlich gemacht. Der Reifenwechsel steht an. Es geht in den Frühling hinein. In vier Tagen soll schönes und warmes Wetter sein. Sagt der Wetterbericht. Ein traumhaftes Osterfest steht vor der Türe.
Niemand wartet mit mir. Viele werden schon jetzt unterwegs sein.
Warum wird der Kaffee kalt? Weil ich mit dem Schlafdefizit der letzten Nächte kämpfe. Mir fallen die Augen zu …
Als ich sie wieder öffne, erblicke ich ein mittelgroßes Schild auf dem Beistelltisch in der Ecke. „Lob oder Kritik?“ steht da. Und: „Ihre Meinung ist uns sehr wichtig.“ Die Dienstleistung hier im Haus soll bewertet werden. Qualitätsmanagement ist gefragt.
Und mir fällt ein, wie viele Menschen sich selbst bewerten. Und wie oft negativ. Die Therapeuten bezeichnen das oft als persönliche „Selbstsabotage-Programme“. Menschen bringen sich um die Früchte ihres Lebens, weil sie sich selbst zugrunde richten. Sie richten sich selbst – mit einem Ergebnis, das niederschmetternder ist als das Urteil einer Gerichtsverhandlung.
Michaela (Name geändert) hatte ihre Selbstsabotage gut trainiert. Schon über Jahrzehnte. Bereits ihre Mutter hatte ihr beigebracht, dass sie nicht liebenswert sei. „Nimm Dir ein Beispiel an Deiner älteren Schwester“, sagte sie. Und: „Warum kannst Du nicht so unkompliziert sein wie sie?!“
Wenn ihre Mutter besonders schlecht drauf war, konnte sie auch die Bemerkung fallen lassen, dass Michaela ja gar nicht mehr geplant gewesen sei. Auch wäre die Schwangerschaft eine einzige Katastrophe gewesen.
Die Folgen kann sich jeder Mensch ausmalen: Permanente Schuldgefühle, Selbstvorwürfe und krank machende Anpassungen.
Aber, die gute Nachricht: Wir können gesund werden. Wir können uns heilen, wenn wir bereit sind, unseren eigenen Wert zu bejahen. Alles, was früher war, loszulassen und abzugeben an die Vergangenheit. Uns von den alten Kommentaren und kranken Systemen zu lösen. Und, ganz wichtig, die früheren Seilschaften zu kappen. Und heute damit beginnen, unser eigenes Dasein intensiv und bis zum Anschlag zu leben.
Es ist, verdammt nochmal, ein Leben, das uns selbst gehört. Nicht der Mutter, nicht den Ahnen, nicht den Religionen oder anderen Moralaposteln. Erlauben wir uns doch endlich, frei zu sein und frei zu leben.
Hören wir also mit unseren inneren Gerichtsverhandlungen auf. Wir leben nicht, um uns selbst zu optimieren. Wir leben, weil wir aus der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst in diese Welt hinein geboren sind. Wir sind hier, um uns selbst zu erkennen und uns anzunehmen, wie wir sind. Nicht, um uns auszuhalten, sondern um zu lernen, unsere Schwächen genauso zu lieben wie unsere Stärken. Wir sind kein Motor, der immer gut geölt sein muss.
Die Leistung hier bewerte ich nicht. Zumindest nicht offiziell. Mir geht diese Bewertungshysterie auf den Keks. Alles soll bewertet werden. Mal mit Punkten, mal mit Sternen. Ja, bin ich denn der Erfüllungsgehilfe der Optimierungsindustrie?! Ich liebe es, nein zu sagen. „Nein“ ist eines meiner Lieblingsworte. Diese Aussage schockiert so manche Patienten, die sich lieber anpassen und nicht anecken möchten. Dabei ist ein klares „Nein“ ja keine reine Opposition, sondern das Zeichen: Ich bin es mir wert, ganz bei mir zu bleiben. Also: „Nein“ – aus Liebe zu mir selbst.
Eine Stunde später: Ich lenke das Auto vom Werkstatthof. Reihe mich in den Fließverkehr ein. Auf den neu montierten Sommerreifen. Es geht nach vorn. Der Frühling kann kommen. Mit aller guten Laune dieser Welt …
In herzlicher Verbundenheit
Georg Rupp
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Schneetreiben. Dabei bewegt sich das Jahr schon in Richtung Ostern. Da ist die Sehnsucht nach Sonne und Wärme in den meisten Herzen aufgebrochen. Reiseveranstalter werben mit Frühbucher-Rabatt. Und die App wird als „App in den Süden“ angepriesen.
An Silvester war es hier bei uns um Mitternacht noch 16 Grad. Plus, wohlgemerkt. Da gingen wir im Pullover auf die Straße, um mit der Nachbarschaft anzustoßen. Auf ein gutes neues Jahr. Von dem man ja nie weiß, was es im Schilde führt.
Und jetzt holt der späte Winter so einiges nach. Die Flocken fallen ohne einen Rhythmus einzuhalten. Es sind Mini-Flocken, die herumpurzeln. Manche stürzen senkrecht auf den Rasen vor unserer Terrasse. Andere treibt der Wind vor sich her. Fallen schräg nach unten. Dem Rasen wird es egal sein. Die langen Halme recken sich nach oben, als wollten sie sich nachdrücklich behaupten. Wenn man Ohren hätte, das Gras wachsen zu hören, dann rief es womöglich: Wir sind schon da. Aus dem Winterschlaf erwacht. Kämpfen mit der weißen Pracht um die Dominanz im Garten.
Für einen Schneemann – oder eine Schneefrau (wird hier jetzt auch gegendert?) – reicht es noch nicht. Höchstens für einen Schneemann-Nachwuchszwerg.
Ein weißes Laken überzieht die Fläche. An einer kleinen Schneeflocke bleibt mein Auge hängen. Sie stoppt ihren freien Fall einen Meter über dem Rasen. Schaukelt hin und her. Als wollte sie es sich noch einmal überlegen. Nach rechts? Nach links? Im Kreis? Wieder nach oben? – Nein, jetzt geht es doch runter ins Parterre …
‚Manchmal täte es uns gut‘, sinniere ich, ‚wenn unser Leben flächendeckend verhüllt wäre. Zumindest zeitweise. Dass etwas Neues wachsen und erblühen kann.‘ –
‚Wie in der Psychotherapie‘, erhellt mich ein Gedanke. Da gibt es ja auch aufdeckende und zudeckende Verfahren. Ich habe meistens „zudeckend“ gearbeitet. Den ganzen alten Kram hochzuholen, ist oft zu belastend. Und unnötig. Nicht immer, aber meistens.
Das Alte ruhen lassen – und Ressourcen wecken. Schnee drüber … und nach vorne arbeiten. Alles tun für ein gelingendes Leben. Neue Samen zum Aufkeimen bringen. Ideen säen und ernten. Gute Gedanken verankern. Erinnerungen einen neuen Rahmen verpassen. Das Heitere zulassen und fördern.
Was unter dem Schnee liegt, ruhe in Frieden.
Oder, wie es mein verstorbener Mentor Wolf Büntig so eindrücklich sagte: „Alles, was war, ist genau so gewesen.“ Jede Silbe betonte er, wenn er den kurzen Satz mit einem leichten Kopfnicken aussprach. „Alles … was war … ist … genau so … gewesen.“ Und fuhr fort: „Ich weiß nicht, was es ist. Aber der Satz hat eine heilende Wirkung.“ Ein Einverständnis mit allem, was war, und nicht mehr zu ändern ist. Ein „Ja“ zum eigenen Leben. Um der Seele wieder Frieden und Raum zu schenken. Um wieder anzukommen bei sich selbst. In der eigenen Mitte. Im Vertrauen darauf, dass es weiter geht im Leben. Und gut werden kann.
Wolf war ein Meister der Psychotherapie. Ein weiser Lehrer. Er fehlt mir. – Aber er hat Samen gesät, die in allen, die ihn kennenlernen durften, aufgegangen sind. Kein Thema war ihm zu schwer, um es menschenfreundlich zu behandeln. Immer zugewandt und offen.
Sein Grab im bayrischen Penzberg wird jetzt auch von einer Schneedecke liebevoll und sanft verhüllt sein.
Bei allem Frost … Erinnerungen wärmen das Herz. Das Gute bleibt bewahrt.
Mein Blick fällt wieder nach draußen. Und ich stelle fest: Auf einmal haben sich die Flocken verändert. Größer und schwerer scheinen sie geworden zu sein. Haben sich miteinander verbunden. Tanzen weiter im Reigen. Folgen aber schneller der Schwerkraft. Decken nun alle vorwitzigen Grashalme zu. Nichts bleibt für das Auge – außer dieser weißen Fläche, die alles übertüncht. Den Frieden auf den Feldern spürbar macht. Und die Seele befreit aufatmen lässt.
Wolf, Du Fährmann der Seele, wir sehen uns irgendwann jenseits von Sonne, Regen und Schnee. Auf der anderen Seite, wenn uns nichts mehr verhüllen kann. Im Raum der reinsten Weltenseele.
‚Weise war er, der Wolf!‘
Jetzt lächle ich in den Schnee hinaus.
In herzlicher Verbundenheit
Georg Rupp
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Bei uns in Krefeld gibt es einen Spruch. In jeder Stadt gibt es irgendwelche Sprüche. Aber der hier ist überaus bezeichnend, weil er stimmt. Die Menschen bei uns sagen: „Es gibt Gute, Böse und Krefelder.“ Und schmunzeln dabei.
Also: Wir in unserer Gegend sind eine ganz besondere Sorte. Eine eigene Art Mensch. Zwischen den Extremen? Oder außerhalb des Erwartbaren? – Na, egal … wie so Vieles lässt sich dieser Spruch von verschiedenen Seiten betrachten.
Auf den Blickwinkel kommt es also an. Auf das Wahrnehmen von Alternativen. Die Offenheit für mehrere Möglichkeiten.
Als ich anfing, psychotherapeutisch zu arbeiten – das war 1975 –, habe ich mich gefragt: Was machst du, wenn eine Patientin, ein Patient zum Erstgespräch kommt – und du spürst sofort an der Praxistüre: Oh nein, wir passen nicht zusammen!?
Was jetzt? Mitten in der ersten Stunde sagen: „Ich kann leider nichts für Sie tun!?“ oder: „Ich spüre, dass wir nicht für eine Therapeuten-Patienten-Beziehung geschaffen sind!?“ – Es geht auch anders.
Einmal saß eine 57-jährige Patientin mir gegenüber. Ich beobachtete, wie sie sich körperlich abwandte und ihre Arme verschränkte. Ihre Augen blitzten mich – leicht zusammengekniffen – an. Sie war Alkoholikerin. Seit längerer Zeit ließ ihr Mann sie links liegen. Schon ihr schlaffer Händedruck schien Ausdruck ihrer inneren Haltung zu sein.
Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet tat sie mir leid. Oder anders beschrieben: Ich fühlte mit ihr. Aber der Zugang war schwer, weil sie sich keinen Millimeter öffnete.
Also versuchte ich es anders herum. Nicht nur Psychologen gehen davon aus, dass die Augen ein Fenster zur Seele sind. So sagte ich ihr nach einer halben Stunde, dass ich etwas Zeit und Stille brauche, um sie besser verstehen zu können. Ihre Seele kennenzulernen. – Überraschenderweise war sie einverstanden. Und so schwiegen wir eine Zeit lang, ohne uns anzuschauen.
Ich stellte mir die Patientin als 7-jähriges Mädchen vor. Wie fühlte sie sich damals, im Grundschulalter? Was geschah auf dem Schulhof? War sie mitten in der Kinderschar, also Teil des Ganzen? Oder wurde sie von der Gruppe abgelehnt und an den Rand gedrängt? Stand sie möglicherweise außerhalb der Klassengemeinschaft, wo sich niemand um sie kümmerte? Lehnte sie sich an die Schulhofmauer in der Hoffnung, dass die Pause bald vorbei sein möge?
Ich sah sie vor mir … Bilder tauchten auf … wie in einem inneren Kino. Was ich mit geschlossenen Augen „sah“: Sie stand tatsächlich außerhalb des Kinderkreises.
Ich sprach das aus, was ich fühlte. Dass sie ausgeschlossen wurde. Traurig und sehnsuchtsvoll am Ende des Pausenhofs auf die anderen Jungen und Mädchen schaute … und sich zu isolieren begann.
Sie lernte sich in ihrem Leben einzuigeln, um nicht noch stärker verletzt zu werden. „Ja“, die Patientin nickte, „ich wollte nicht mehr spüren, was mir fehlt.“
Das 7-jährige Mädchen, das ich vor mir sah, fühlte sich – zum ersten Mal? – wirklich beachtet und verstanden. Ihre Seele fand Vertrauen. Langsam, doch Schritt für Schritt.
So lernte ich: Wenn du zu einem Menschen keinen Zugang findest – suche dir einen sympathischen „Anker“ heraus. Seine Hände, seine Gesten, seinen Atem, seine Stimme …
Bei mir sind es die Augen, die mich berühren. Und mich tiefer blicken lassen.
Das braucht Geduld. Offenheit. Und eine grundsätzliche Liebe zu Dir selbst und zu Deinen Mitmenschen. Ganz gleich, wie sie Dir begegnen.
Claudia sagte beim letzten Jahreswechsel: „Wir brauchen den Kontakt und die Begegnung. Denn es gibt nichts Interessanteres als Menschen.“ So ist es. Erst recht, wenn wir durch die Augen hinter die Mauer schauen. Ins Herz des kleinen Kindes.
In herzlicher Verbundenheit
Georg Rupp
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Haben wir Erwachsene das Lachen verlernt, weil wir ernst genommen werden wollen? Oder weil das Leben so beschwerlich ist? Ist Lachen dem oft beschworenen „Ernst des Lebens“ nicht angemessen?
Manche lachen wohl auch aus Prinzip nicht, weil sie Lachen kindisch finden. Vielen vergeht auch das Lachen.
Wir müssen ja nicht über jeden Mist lachen. Aber es ist doch irgendwie auch Medizin. Und das ganz ohne Nebenwirkungen.
Seit 1964 gibt es in Kalifornien das Institut für Humorforschung, gegründet von Professor William Frey, dem Erfinder der Lachwissenschaft. Die ersten Versuche führte er an sich selbst durch. Dazu sagte er: „Ich hatte mir einen Film von Laurel & Hardy (Dick und Doof) besorgt, um mich zum Lachen zu bringen. Die Folge, in der die beiden ein Klavier den Hügel hinaufschieben. Ich wollte herausfinden, was genau im Körper passiert während des Lachens. Also ließ ich mir in regelmäßigen Abständen Blut abnehmen und dann untersuchen.“
Dabei stellte er fest: Unser Immunsystem wird durch das Lachen aktiviert. Die Atmung wird tiefer, der Körper mit mehr Sauerstoff versorgt. Auch die Muskeln entspannen sich. Unter dem Strich: Lachen hält fit und baut Stress ab. Ja, Humor kann helfen, uns zu heilen.
Das Gute ist auch: Lachen und Lächeln sind eine Art Universalsprache. Die versteht jeder, über alle Kulturkreise hinweg. Lachen verbindet und schweißt uns zusammen.
Das Lachen ist uns übrigens in die Wiege gelegt. Es muss in der Erwachsenenwelt nur wieder geweckt werden. Mittlerweile gibt es dafür sogar ein Deutsches Institut für Humor und den Berufsverband für Lachyoga und Humortraining.
Wir brauchen aber keine Witzesammlung, um lustig zu sein. Das Leben bietet so viele Situationen, tagtäglich, die uns zum Lachen bringen können.
Bei uns in Krefeld lebt ein älterer Künstlerfreund, der viel und gerne lacht. Er ist überzeugt: Das ganze Leben, die ganze Welt ist ein Kasperletheater. Ein Narrenschiff. Ein Maskenball.
Täglich fährt er mit seinem Fahrrad in die Stadt und setzt sich ins Kaffeehaus, um die Menschen auf der Straße zu beobachten. Ein köstliches Rezept sei das reale Theater da draußen.
Was sich denn auf seiner Bühne vor dem Café abspiele, wollte ich von ihm wissen.
Er ziehe die Leute, die vor dem Schaufenster vorübergehen, in seiner Fantasie anders an. Verpasse ihnen andere Kleider. Oder Leggins. „Dem Mann im Anzug setze ich eine Clownsnase auf. Oder ein keckes Hütchen. Oder allen die gleiche Uniform. Das ist herrlich!“, sagt er. „Das ist ein tolles Programm.“ Und schüttelt sich vor Lachen.
„Dieses ‚Welttheater‘ mit uns als Kasperlefiguren … Wir nehmen uns viel zu ernst“, wiederholt er. Jetzt lachen wir beide. Wie schön!
In herzlicher Verbundenheit
Georg Rupp
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Die Kunst der Narrheit
Nur einmal im Jahr ist Karneval am Rhein. Eine Clown- und Pappnasenzeit. Turbulente Tage für diejenigen, die bereit sind, sich auszuleben. In Rollen zu schlüpfen. Andere Rollen zu spielen. Verborgene Seiten zu zeigen.
Ist das gut? Ist das schlecht? Ist das normal? Ist das bescheuert?
Heute, in der Karnevalswoche, versuche ich dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.
Narren galten keineswegs immer nur als komische Figuren, über die ihre Mitmenschen spotten durften. Sie übernahmen oft die Funktion des Mahners zu einem vernünftigen, maßvollen Leben.
Dies lehrt uns die Geschichte der Hofnarren. Denn der ursprüngliche Sinn dieser merkwürdigen Einrichtung lag nicht etwa in der Unterhaltung der Potentaten. Vielmehr sollten die Herrscher durch die Gegenwart des Narren stets an ihre eigene menschliche Begrenztheit und an die Vergänglichkeit irdischen Glanzes schlechthin erinnert werden.
Erst in der Renaissance wurde die ihrem eigentlichen Wesen nach „todernste“ Hofnarrenidee pervertiert, weil sich die geistlichen und weltlichen Würdenträger nun an ihren Narren bloß noch ergötzten, und sie vorwiegend als kuriose Schaustücke oder gar als reine Statussymbole an ihre Residenzen holten.
Was den Narren betrifft, so ist seine Bewertung absolut klar: Er hat nirgends einen festen Platz, fügt sich keiner Norm, passt nicht ins System. Dies begründete im Alltag die Tragik seines Daseins, in der Fassnacht resultierte daraus die Attraktivität seiner Rolle.
Der Narr tanzt und träumt und lacht und weint. Er musiziert und meditiert. Er liebt das Leben – und verliert dennoch den Tod nicht aus den Augen. Er fragt nach dem Woher und Wohin. Er entdeckt den Sinn in der Sinnlichkeit und lebt intensiv den Augenblick. Ins Leben verliebt, verführt er zum Leben.
Narren sind musikalisch: Udo Jürgens besang das „Narrenschiff“, und die Beatles „The Fool on the Hill“ (Der Narr auf dem Berg): „Tag für Tag sitzt der Narr mit seinem Lächeln ganz still auf dem Berg. Aber niemand will mit ihm zu tun haben, weil sie in ihm nur den Narren sehen, der niemals eine Antwort gibt. Doch der Narr auf dem Berg sieht die Sonne untergehen und die Erde sich drehen …“
Karl Valentin – ein Narr wie ein ausgemergeltes Fragezeichen, dessen funkelnder Unsinn im Kreis der surrealen Komik, die von Christian Morgenstern bis Joachim Ringelnatz reicht, einen festen Platz hat. Denken wir auch an den Till und den Bajazz mit der Laterne aus dem früheren Mainzer Karneval. Narrenfreiheiten.
Wie sagte der Narr Hanns Dieter Hüsch: „Mal bin ich leise, mal bin ich laut. Mal bin ich Seele, mal bin ich Haut!“ Wir Niederrheiner haben – auch Jahre nach seinem Tod – noch immer einen Narren an ihm gefressen.
Am Narren scheiden sich die Geister. Wenn wir in ihm aber eine farbige Alternative gegen das Grau des Alltags, einen friedlichen Protest gegen einseitiges Leistungsdenken und gegen die Verpanzerung der Herzen sehen, zeigt er uns heitere AlterNarrtiven auf. Wer sich auf dem Weg zur Weisheit wähnt, kommt am Narrsein nicht vorbei.
„Wenn Selbstgefälligkeit obsiegt,
wenn Starr- und Dumpfheit walten,
dann kann der Narr – nebst Flötenton –
auch grobe Klötze spalten.“
(G.R.)In herzlicher Verbundenheit
Georg Rupp
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