I teach and write about books, slow mornings, and the occasional recipe that actually works—start with the essays.

  • Stille und Klang

    Eine Meditation

    Beginne, auf Details zu achten –
    auch im Klang, in der Musik.

    Höre den leisen Wind,
    wie er das Schilf sanft berührt.

    Spüre die Stille, den Einklang.

    Genieße die Langsamkeit,
    die Ruhe, die Erhabenheit
    des Schweigens.

    Stille lässt Raum zum Atmen.

    Stille besänftigt und beflügelt zugleich.

    Wer die Stille liebt, ist nahe am Ursprung.

    Wer die Stille schätzt,
    gibt seiner Seele freien Raum.

    Horche auf den Klang der Stille.

    Stille hat Ausdruck, hat Gebärde.

    Stille hat ein Gesicht.

    Stille ist der Atem des Ewigen.

    Stille ist der unhörbare Herzschlag
    allen Lebens.

    Verbundenheit, die aus der Stille kommt,
    ist Hohes Lied und Harmonie.

    In der Stille ist alles enthalten.

    Erfahre über die Gegensätze den Kontrast.

    Schweigen und Klang sind Einheit.

    Darum ehre die Stille.

    Sie ist die schönste Musik.

    In herzlicher Verbundenheit

    Georg Rupp

  • Das Fenster zur Seele

    Der Vier-Minuten-Augenkontakt

    „Gruppendynamik“. Dieser Begriff wurde von Kurt Lewin 1939 zum ersten Mal in die wissenschaftliche Debatte eingeführt. Im letzten Drittel meines Studiums traf ich die Entscheidung, mich in Gruppendynamik ausbilden zu lassen. Das gehörte zum Bereich der Sozialpsychologie. Es ging unter anderem um die Erkenntnis: Eine Gruppe ist mehr als nur die Summe ihrer Mitglieder.

    Also: wir begannen immer im Stuhlkreis. Donnerstags, 19 Uhr. Fünfundzwanzig Student*innen in den therapeutischen Semestern. Meistens gab es kein Programm. Die Trainer legten Wert darauf, dass wir das Schweigen aushielten und schauten, was sich daraus entwickeln würde.

    Ich erinnere mich besonders an eine Übung, die wir unmittelbar am Anfang durchführten, um miteinander „warm“ zu werden. Diese Übung heißt: Der „Augenkontakt“. Sie ist zunächst ungewohnt. Und alles andere als einfach. Denn normalerweise schauen wir in Gesprächen alle paar Sekunden kurz zur Seite. Das war hier nicht vorgesehen.

    Wir alle gingen also langsam schreitend und schweigend durch den Raum. Und schauten kurze Zeit später, wer Blickkontakt aufnehmen wollte. Hatten sich zwei gefunden, so blieben sie voreinander stehen – und schauten einander an. Einfach so. Ohne wegzuschauen. Minutenlang. Blickten sich in die Augen. Neugierig? Mitfühlend? Liebevoll? Und erblickten durch die Augen des anderen Menschen auch ein Stück seiner und ihrer eigenen Seele. – Bevor wir weitergingen, und wieder stehenblieben – und wieder schauten.

    Nach der ersten Überwindung war dieser Augenkontakt … wunderbar. Wir spürten, dass wir alle irgendwie gleich ticken. Wir alle sind mitmenschliche, soziale Wesen. Wir brauchen die Wärme, das Licht in den Augen der Anderen – und die Berührung unserer Seelen.

    Fast 50 Jahre später:

    Es ist nach wie vor berührend. Da stehen erwachsene Menschen um den Fernseher herum – und ich verteile Taschentücher. Heute leite ich zum ersten Mal ein „Versöhnungs-Seminar“. Und den kurzen Film, den wir uns zu Beginn anschauen, hat Amnesty International gedreht. Einen Volltreffer ins Herz: Look Beyond Borders. Ein Vier-Minuten-Experiment nur über die Liebe. Die Brüder- und Schwesterlichkeit. Das Überwinden von Grenzen. Ohne jede Sprache, ohne große Gebärde, ohne emotionales Umfeld. Gedreht in einer schmucklosen Berliner Fabrikhalle.

    Die reine Konzentration zweier Menschen, die sich nicht kennen, sich noch nie vorher gesehen haben, auf den Augen-Blick des anderen. Abtauchen in seine Augen ohne wegzuschauen. In das Spiegelbild ihrer und seiner Seele.

    „Als ich in ihre Augen geschaut habe“, sagt Lee, der Engländer, über Samira aus Syrien, „habe ich versucht zu sehen, was sie mir über das Leben erzählen, das sie gelebt hat. Ich denke, ich habe da sehr viele Erfahrungen gesehen.“

    Und der syrische Flüchtling ergänzt: „Ob Ihr Euch in die Augen schaut oder nicht, spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass man die Gelegenheiten nutzt, um miteinander zu reden und den anderen Menschen zu sehen.“

    Ein Lehrstück über die Entstehung von Vertrauen und Nähe. Ein Eisbrecher für den Moment, in dem zwei Menschen tiefe Sympathien füreinander entwickeln. Die meisten umarmen sich am Schluss. Und ich fühle meine Sehnsucht nach Frieden und Liebe unter den Menschen. Und gleichzeitig meine Trauer, dass wir so große Angst haben, uns verletzlich zu zeigen. Wir alle haben doch unsere eigene Geschichte zu erzählen.

    Du findest dieses Experiment auf YouTube unter dem Titel „Look Beyond Borders“. Es ist tatsächlich so berührend, dass ich auch nach mehrfachem Hinschauen immer noch feuchte Augen bekomme.

    In herzlicher Verbundenheit

    Georg Rupp

  • Die Köschenden

    Als ich nichts von Dada wusste

    „Hört sofort auf!“ zischte der Mitschüler in der Reihe hinter uns. Aus einer Ecke feuerte ein anderer ein kleines Papierknäuel mit einem Gummiring auf uns ab – und traf mich an der Schläfe. Aua.

    Gut, der Physiklehrer war noch nicht in der Klasse. Da konnte es schon mal turbulent hergehen. Wir waren damals nur Jungs. Dreizehn, vielleicht auch vierzehn Jahre jung. Peter und ich, und alle Kameraden. Es war 1962. Die Zeit, als die Beatles mit „Love me do“ ihren ersten Welthit landeten.

    Wenn ich im Religionsunterricht per stiller Post die Lieblingssongs abfragte, um die Monatshitliste unserer Klasse zu erstellen, war ich … ja, heute würde man sagen: eine coole Socke.

    Aber dieses atonale Gekrächze, was Peter und ich erzeugten, war fremd für die Ohren der anderen und ging ihnen mächtig auf den Zeiger.

    „Gekrächze“ ist eigentlich nicht richtig. Es war eine eigene Tonalität, ein eigener Sprachduktus, den wir zu kultivieren begannen. Sagen wir einfach: Es war Kunst!

    Wir nannten unser Duo „Die Köschenden“. Was nichts anderes hieß als „die Küssenden“, aber eben verballhornt. Oder pubertär. Oder beides. Blödsinn halt.

    Das Spießerleben wollten wir durch den Kakao ziehen. So kam uns die normale Begrüßung mit Handschlag altmodisch vor. „Also“, klärten wir die Klassenkameraden auf, „wir begrüßen uns jetzt so: rechte Hände krümmen, ineinanderhaken. Rechte Füße seitwärts aneinanderhalten. Jetzt auf und nieder wippen – und dabei laut rufen: ’Tatahühü‘!“ – Klingt zunächst kompliziert, war aber nur eines: bescheuert.

    „Tatahühü“ und andere Laute wurden unser Markenkern.

    Einige konnten wir davon überzeugen, es uns gleichzutun. Aber die meisten konzentrierten sich auf Mathe und Physik. Oder Englisch und Französisch. Da schrieb ich lieber unsinnige Gedichte.

    Später habe ich den Dadaismus als satirische, aber auch politische Kunst- und Literaturrichtung für mich entdeckt. Die hatte ihre Blütezeit ja nach dem ersten Weltkrieg.

    Im Rückspiegel des Lebens betrachtet, bleibt kaum etwas, wie es war. Der so genannte Ernst des Lebens bügelt im Laufe der Jahre so manche Euphoriespitzen wieder glatt.

    Peter habe ich nur noch ein einziges Mal in meinem Leben getroffen. Aber manchmal laufen mir alte Klassenkameraden, also Eingeweihte aus der damaligen Zeit, über den Weg. Sie sagen bis heute nicht „Georg“ zu mir. Das „Tatahühü“ wurde zu meinem Spitznamen. „Tatahühü, wie geht’s?“ heißt es dann, wenn wir uns begegnen. Und wir begrüßen uns mit der gekrümmten Hand. Und tönen so laut wie früher. War das doch eine geile Zeit!

    In herzlicher Verbundenheit

    Georg Rupp

  • Trage Deine Krone …

    Das Krafttier in Dir

    „Entspannt Euch. Ihr braucht nichts aktiv zu tun, gebt Eurem Unbewussten einfach die Erlaubnis, Euch durch die Geschichte zu führen, die ich Euch jetzt erzählen möchte…“

    Es ist Herbst. Wir sitzen auf Meditationskissen im Kreis. Der Weisheitslehrer, wie er sich selbst nennt, erzählte uns zuvor von indianischen Krafttieren. Jetzt soll unser ganz individuelles Kraft- und Schutztier zu uns finden. In dieser Trance sollen wir unseren symbolischen, aber auch „realen“ Lebensbegleiter aus der Tierwelt kennenlernen.

    Gut, das mag sich jetzt für manche Skeptiker sehr abgedreht anhören. Aber Experimente gehören zum Leben. Und Lernen hat noch nie geschadet.

    Also … Die Fantasiereise geht durch einen Dschungel. Auf gewundenen, verschlängelten Pfaden erreichen wir einen hohen Felsen vor einem tiefen Abgrund. Und jetzt? – Der Weisheitslehrer ermutigt uns zum Sprung. Okay, leicht weggetreten und in Trance gelingt das schon.

    Wo es weitergeht? In einer Art „Parallelwelt“, einer fruchtbaren Oasen-Landschaft. Nebel liegt über den Feldern. Gleich soll das Tier vor unseren inneren Augen erscheinen. Zumindest schemenhaft. Oder wenigstens als Gefühl. ‘Nun gut, schauen wir mal‘, denke ich in diesem Moment.

    Ich hatte mir vorher meine Favoriten überlegt. Ein Puma wäre schön. Tiger auch. Oder ein Adler, Albatros, irgendwas Majestätisches. Bloß kein schwaches Tier. Auch kein Wasserschwein, kein Affe, Frosch oder Erdferkel. Nein, es sollte schon ein überzeugendes Krafttier sein.

    Zwanzig Minuten später … Claudia ist sehr berührt von ihrer meditativen Erfahrung. Ein großer, majestätischer Hirsch ist ihr gerade als Krafttier begegnet. Nicht nur so – er brachte gleich eine beeindruckende Botschaft mit. Sie lautet: „Trage Deine Krone wie ich mein Geweih!“

    Der Weisheitslehrer nickt anerkennend. Und interpretiert den Hirschen auf indianische Weise: Als Wächter des Herzens. Als Symbol für Größe und Charisma. Auch für Sanftmut und Stärke zugleich.

    „Und bei Dir, Georg?“ fragt er mit wohlwollendem Augenaufschlag.

    Ja, was soll ich sagen? – Bei mir geschah lange Zeit nichts. Die Erzählung floss an mir vorüber. Kein Tier trat aus dem Dickicht hervor. Eigentlich sah ich nur Nebel, so sehr der Trainer auch blühende Landschaften entwarf. – Da … kurz vor dem Ende … schemenhaft von links … Was war denn das? Grau, unspektakulär. ‘Diesen Körperbau kennst Du doch!‘ schoss es mir durch den Kopf. Und: ‘Kann nicht sein, bitte nicht!‘ – Was in meiner Fantasie auf mich zutrabte, war ein ganz normaler grauer … Esel! – ‘Ein Esel?! Warum in aller Welt ein Esel? Habe ich was angestellt in meinem Leben? Ja, wie peinlich ist das denn?‘ funkten fassungslos Milliarden Nervenzellen quer durch mein Gehirn.

    „Ein Lastentier“, spricht es aus mir, fast mit dem Unterton eines Versagens.

    Selbst der Weisheitslehrer ist sprachlos. „Dazu fällt mir keine Deutung ein“, meint er irritiert und schaut mich mitfühlend an.

    ‘Zufällig falsch …‘ tröste ich mich zunächst. Und: ‘Mein wahres Krafttier kommt schon noch. Neue Trance, neues Glück.‘ – Pustekuchen. Der Esel blieb. Bis heute.

    Und so habe ich mich zwangsläufig mit den Charaktereigenschaften der Lastentiere auseinandergesetzt. Die sind gar nicht so schlecht. Im Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ von den Brüdern Grimm hat der Esel – im wahrsten Sinne des Wortes – die „tragende Rolle“ inne. Er trägt die Last der drei anderen Mitstreiter auf seinem Rücken: Den Hund, die Katze und den Hahn. – Der Esel bestimmt aber auch, wie weit er geht. Er lässt sich nicht zwingen. Er verlangsamt. Entschleunigt. Sein Gang ist „meditativ“. Eile mit Weile, will er Dir zeigen. – Und der Legende nach war einer ja auch im Stall von Bethlehem. Ganz nah am kleinen Jesus.

    Was soll ich sagen? Sich wehren ist zwecklos. Mittlerweile habe ich mit dem „Krafttier Esel“ meinen Frieden gefunden. Denn wenn wir voll und ganz akzeptieren, dass das Leben uns auch Lasten auferlegt, können wir aufatmen und die schönen Seiten intensiver genießen.

    Claudia hat ihren majestätischen Hirsch. Gut. Aber jeder Esel, den ich seither sehe, berührt mein Herz. Wir sind längst Freunde geworden.

    In herzlicher Verbundenheit

    Georg Rupp

  • Die Worte des Dichters im Zentrum der Stadt

    Teil 2

    Szenenwechsel: In unserer therapeutischen Ausbildung in Münster mussten wir „Mutproben“ bestehen. Wie soll man auch als schüchterner Therapeut Patient*innen zu mehr Selbstsicherheit verhelfen?!

    Die hohe Schule des Selbstsicherheitstrainings waren die sogenannten „shame attacking exercises“. Die „Scham angreifenden Übungen“. Also, Verrücktes tun ohne sich zu schämen. Das war für mich – nach meinen ganzen Vorübungen in der Jugendzeit – kein großes Problem. Wir waren etwa zwanzig Student*innen der Verhaltenstherapie. Die Aufgaben zogen wir aus einem Hut. In Dreiergruppen ging es dann unter das Volk.

    Einer von uns hatte die Aufgabe gezogen, vor dem Eingang des größten Kaufhauses lauthals ein zeitgenössisches, provokatives Gedicht zu rezitieren. In dieser Prosa kamen auch gewagte Zeilen vor wie: „Ich gestehe, ich habe Geschlechtsverkehr ausgeübt – mit geöffneten Augen!“

    Da stand also unser Kommilitone und mühte sich nach Kräften, laut und deutlich gerade diese Textstelle vorzutragen. Was geschah? – Nichts. Die meisten Menschen dachten sowieso nur an ihre Einkaufszettel. Einige wenige schüttelten leicht ihren Kopf. Und ein paar Student*innen blieben stehen und klatschten laut und johlend Beifall.

    Der Kommilitonin von uns war die Aufgabe zugefallen, mit einem Handtuch über der Schulter ins naheliegende Hotel zu gehen und an der Rezeption nach einer freien Dusche zu fragen.

    Und auf meinem Zettel stand: „Geh die Salzstraße rauf und runter, bleibe vor jedem Schaufenster stehen und rufe jedes Mal laut aus: Nä, was ein herrliches Design! – Wobei „Design“ als „Dessäng“ auszusprechen war.

    So, das fällt mir jetzt alles beim Reifenwechsel ein. Den Stürmen des Lebens gegenüber gewappnet sein. In der Mitte bleiben. Wenn Du dann bis an die Ränder Deines Lebens gehst, auch die eine oder andere verrückte Sache ausprobierst, können Dir die starken Winde weniger anhaben. Dann wird Dein Leben griffiger. Dann kommst Du seltener ins Schleudern. ’Das ist doch wie beim Auto‘, denke ich.

    Zu welchen Erinnerungen ein Reifenwechsel doch beitragen kann! Wann sonst hat man so viel Zeit dazu?!

    In herzlicher Verbundenheit

    Georg Rupp

  • Die Worte des Dichters im Zentrum der Stadt

    Teil 1

    Grüner Finger trifft Technik. Die beiden Bilder sind mir vorher noch nicht aufgefallen. Ich sitze – wie jedes halbe Jahr – in der Werkstatt und warte auf den Reifenwechsel. Herbst ist es. Die Schluffen vom Auto müssen griffiger werden. Es liegt ja schon viel Laub auf den Straßen. Da kann es rutschig sein. Man könnte ja ins Schleudern kommen.

    ’Manche Menschen schleudern durch ihr Leben‘, denke ich. Die Fliehkräfte des Alltags ziehen und zerren an ihnen wie ein Sturm, der ständig die Richtungen wechselt.

    Wir werden aus der Mitte gerissen, immer und immer wieder. Sind oft nicht vorbereitet auf die Stürme des Lebens. Das macht vielen Menschen Angst.

    Ich erinnere mich: Epigenetisch betrachtet habe ich die Angst meiner Mutter „geerbt“. Ich war als Kind zwar nicht wirklich zurückhaltend, aber irgendwie sehr brav. Das fand ich schon in jungen Jahren völlig unpassend. Ich hätte mich lieber als Rebell gesehen.

    1965, als ich 17 war, meinte ich, ich müsste mich abhärten gegen die Widrigkeiten des Alltags. Gegen Verletzungen aller Art. Ich müsste meine Seele unverwundbar machen. Mir schoss es durch den Kopf: ‘Geh in die Stadt und mach etwas, das auffällt. Setz dich öffentlicher Beachtung aus. Lass die Leute den Kopf schütteln, die Nase rümpfen, das Maul zerreißen. Lerne, dass dir das nichts mehr ausmacht. Härte dich ab. Sei kein Sensibelchen mehr. Schluss damit!‘

    Also kaufte ich mir eine gelbe Plastikente auf Rollen. Zog meine Jacke auf links und steckte mir einen Kamm hinters Ohr. Am Samstag lief ich dann quer durch die City. Die Stadt war voll. Fußgängerzonen gab es noch nicht. Der Verkehr hatte Vorrang, hauptsächlich die Autos.

    Ich zog zwei Kilometer lang über die Straßen. Schnurstracks durch die Innenstadt. Die Plastikente wackelte an der Schnur hinter mir her.

    Ob ich auffiel? Ich weiß es nicht mehr. Ich glaube eher nicht. Vielleicht als Exot. Niemand reagierte auf mich. Keiner entrüstete sich. Keiner hielt sich den Bauch vor Lachen. Ich war nur ein Phänomen, das anders durch die Gegend lief als die „Normalen“.

    Ich habe dann mehrere Varianten ausprobiert: Im August – also antizyklisch – mit Clownnase durch das Zentrum spaziert. Am Café laut gesungen. Aus dem Stegreif „geschauspielert“. Heinz Erhardt imitiert.

    Mir ging es dabei in erster Linie nicht um Beachtung. Im Grunde war ich froh und erleichtert, wenn Reaktionen ausblieben. Mein Motiv war, gleichgültiger demgegenüber zu werden, was andere Menschen über mich denken. Mut und Zuversicht aufzubauen – das war mir wichtig.

    ’Vielleicht hätte ich Comedian werden sollen‘, fiel mir später für einen Moment ein, bevor ich ihn umgehend wieder verwarf.

    Eines Tages dachte ich: warum soll es Speakers’ Corner nur im Londoner Hyde Park geben? Also fing ich an, in Fußgängerzonen Reden zu halten. Nichts Politisches. Mit Vorliebe über das „Nichts“. Also, was können wir uns unter dem „Nichts“ vorstellen?! Ist das „Nichts“ nichts? Oder etwas, das wir nicht kennen? – Ich redete mich in einen Zustand hinein, in dem ich selber kaum noch mitbekam, was da aus mir herausbrach. Über das „Nichts“ kannst Du enorm viel erzählen, wenn Du nicht nachdenkst. Manchmal redete ich mich um Kopf und Kragen, meinte Claudia.

    Als ich zum ersten Mal loslegte („Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger …“), ungeplant, einfach so – es war in einem Städtchen im Westerwald – war Claudia schockerstarrt. Es kam ja sehr spontan. Schnell verschwand sie hinter dem erstbesten Wäschegeschäft, um Sekunden später an der nächsten Straßenkreuzung abzutauchen.

    Mein Kopf blieb dran. Ich tat ja keinem weh mit meiner Art.

    Wird fortgesetzt

    In herzlicher Verbundenheit

    Georg Rupp

     

  • Free Hugs

    Liebe Leser*innen, diese Geschichte habe ich vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie geschrieben. Wir alle wissen, dass Umarmungen in der beschriebenen Form zur Zeit nicht möglich sind. Aber inhaltlich stimmt die Geschichte ja. Und darum geht es mir. Umarmen tut einfach gut.


    Warum umarmen wir uns so selten?

    Die junge Patientin kann ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. Tränen reinigen in aller Regel. Sie sind ja weder Schande noch Betriebsunfall. Und an mehreren Stellen in meiner Praxis liegen auch Taschentücher zur Selbstbedienung bereit.

    Ihr Mann nimmt sie so selten in den Arm, beklagt sie sich. Er wäre ja treu und zuverlässig. Aber Zärtlichkeiten seien Mangelware. Dabei ginge es ihr ja in erster Linie gar nicht um Sex. Sie vermisse besonders diese „Streicheleinheiten“.

    Ihr Mann guckt etwas hilflos. Es falle ihm halt schwer. Seine Mutter habe ihn als Kind auch nie gedrückt. Dabei ist zu spüren, dass er sein eigenes Defizit schon längst erkannt hat.

    Berührung ist wie eine Symphonie. Da kommen mehrere Dinge zusammen.

    Szenenwechsel: Sagt Dir der Name Juan Mann etwas? Wahrscheinlich nicht. Es ist ja auch einige Jahre her. Seine Geschichte war folgende:

    Juan ist Australier, arbeitete aber etliche Jahre in England. Als er 2004 endgültig nach Hause kam und auf dem Flughafen in Sydney landete, wurden seine Mitreisenden schon sehnsüchtig erwartet. Doch keiner war da, um Juan zu begrüßen. Niemand freute sich auf ihn. Keiner nahm ihn in den Arm.

    Er vergrub sich aber nicht in seiner Einsamkeit, sondern bemalte ein Schild mit den Worten „Free Hugs“. (Übersetzt bedeutet das so viel wie „kostenlose Umarmungen“.) Mit diesem Schild machte er sich auf den Weg in die Fußgängerzone von Sydney. Nachdem sich die ersten Menschen dazu überwanden, den Fremden zu umarmen, war es wie mit dem berühmten Stein, den man ins Wasser wirft: Die Bewegung breitete sich aus. Bis zu uns nach Deutschland.

    Es ist und bleibt ein Grundbedürfnis. Umarmen wir uns doch häufiger. Einfach so, weil ich Dich sehe, Dich wahrnehme, weil Du hier bist, mit mir bist.

    Das geht weit über die „Bussi-Bussi-Gesellschaft“ hinaus.

    Als das Paar die Sprechstunde verließ, war klar geworden: Wenn wir offen und vertrauensvoll darüber sprechen, weicht die Angst vor Zurückweisung. Beide umarmten sich am Schluss. Sie werden Übende bleiben. Aber ein Anfang ist gemacht.

    Schenken wir uns öfter eine Umarmung.

    Sie kostet nichts. Und tut so gut.

    Nachbetrachtung:

    Zu den Free Hugs: Das Video von den Ursprüngen über das Polizeiverbot und die Legalisierung bis zur Ausbreitung der Idee wurde vom Sänger der Band „Sick Puppies“ auf YouTube ins Internet gestellt. Bis jetzt gab es an die hundert Millionen Aufrufe, wodurch die Idee von Juan Mann zu einer weltweiten Bewegung wurde.

    Zur praktischen Anwendung: Auf dem Rückflug von Kreta korrigiere ich den ersten Ausdruck dieser Geschichte. Unbemerkt steht die Stewardess im Gang und liest mit: Warum umarmen wir uns so selten? – „Das ist eine schöne Frage, die Sie stellen“, bemerkt sie. Ihre Augen leuchten. Sie hat sich offensichtlich an der fettgedruckten Überschrift festgelesen. Und ergänzt nach kurzer Pause: „Ich kann sie Ihnen auch beantworten. Weil wir zu wenig Nächstenliebe haben. Weil wir zu egoistisch geworden sind. Weil wir nicht mehr gelernt haben, uns selbst und den anderen liebevoll wahrzunehmen.“ Toll. Ein schöner Kommentar.

    Beim Ausstieg aus dem Flugzeug frage ich sie nach ihrem Namen. „Angelina – wie Angelina Jolie“, wirft ein Kollege ein. Angelina – wie Angelina Jolie – kommt mir einen Schritt entgegen. „Ja, dann lassen Sie sich mal drücken!“ Wir umarmen uns. Der Kollege lächelt. Ist eigentlich ganz einfach …

    Offene Arme sind allemal besser als verschränkte Arme.

    In herzlicher Verbundenheit

    Georg Rupp

  • Der Nachbar mäht den Rasen

    Mensch, gerade mäht der Nachbar seinen Rasen. Muss sein, klar. Aber diese elektrischen Rasenmäher machen ganz schön Lärm. Ist seine Rasenfläche wirklich so groß, wie es sich anhört?

    Ah, jetzt ist Ruhe … Nein, er fängt an zu flöten. Eine Melodie kann ich nicht erkennen. Er flötet schief. – Jetzt fehlt nur noch, dass der Hund kläfft … Das nicht, aber jetzt geht wieder der Rasenmäher.

    Gut, es ist nicht mehr Mittagszeit. Da kann man natürlich kein Veto einlegen.

    Ich war allerdings gerade dabei, ein Buch vom Dalai Lama zu lesen, als der Motor wie eine Kettensäge aufheulte. Und vom Dalai Lama lerne ich doch immer: einfach wahrnehmen, Gedanken loslassen, die Dinge des Lebens nicht bewerten.

    Ich bemühe mich also, das Mähen in Nachbars Garten nicht zu bewerten. Es ist, wie es ist. Es ist immer so, wie es ist. Und es ist verdammt nochmal jetzt auch so, wie es ist. Nämlich Mist!

    Da fällt mir ein: Ich fokussiere mich wieder mal nach außen, nicht nach innen. Könnte ich doch in diesem Moment in die innere Ruhe, den tiefen Frieden in meinem Herzen eintauchen. (Den gibt es bei uns allen, davon bin ich überzeugt. Wir sind nur oft weit weg von unserer Mitte.)

    ‘Nicht bewerten?‘ frage ich mich. – Ich weiß nicht.

    Hunger und Elend nicht bewerten? Die Despoten dieser Welt nicht bewerten? Die täglichen Ungerechtigkeiten nicht bewerten?

    Der Dalai Lama hat sicherlich recht. Wir sind gelassener, wenn wir nicht bewerten, keine Bedenken haben. Wir sind freier, wenn wir nicht alles mit dem Verstand zerpflücken und nicht verurteilen. Aber wir sind auch nicht im asiatischen Lebensraum groß geworden.

    Ich tröste mich: Ich meditiere und bitte die geistige Welt um mehr Gelassenheit, um das Vermögen, nicht zu bewerten, nicht zu urteilen. Manchmal klappt es ja.

    Zum Beispiel jetzt, als der Nachbar seinen Rasen fertig geschnitten hat und wieder Ruhe herrscht …

    In herzlicher Verbundenheit

    Georg Rupp

  • Feuerlauf

    Über die glühenden Kohlen

    Es gibt Menschen, die freiwillig und ohne Not mit nackten Füßen über glühende Kohlen laufen. Die Motive sind so unterschiedlich wie die Menschen, die sich das antun.

    Das ist wirklich kein Trick: Die heruntergebrannte und flachgeharkte Holzkohle ist über 800 Grad heiß. Selbst wenn die Glut ergraut, sind es noch 600 Grad. Es gibt bislang keine einleuchtende wissenschaftliche Begründung, wieso die empfindsame Haut des Menschen diese außergewöhnlichen Strapazen unbeschadet überstehen kann. Es gehört schon sehr viel Mut dazu, den ersten Schritt ins Glutbett zu setzen.

    Während einer dieser Aktionen erlebte ich eine junge Frau, die drei Minuten barfuß auf dem Feuer tanzte. Beseelt, ohne Angst, anmutig, voller Hingabe und mit innerer Freude. Sie feierte ein Stück sich selbst und das Leben.

    Besonders anrührend war es, beim Feuerlauf ein behindertes Paar zu sehen, das gemeinsam Hand in Hand über die Glut lief. Er fast erblindet, sie mit spastischer Körperbehinderung. Diese beiden drückten ihre innige Verbundenheit durch den gemeinsamen Lauf über die heißen Kohlen aus. Sie gingen für ihre Liebe durchs Feuer.

    Ich erlebte Menschen, die für ihre Familie, für ihren Lebenserfolg und für ihr Selbstvertrauen über die heiße Glut liefen … und da wurde mir klar: Es ist nicht nur der Mut, der Dich zum Sieger über die Hitze werden lässt. Es ist das Vertrauen in Dich und das Feuer, in das Zusammenspiel beider Energien.

    Möglicherweise ist es auch so: Wenn Du beseelt bist von einer Idee, wenn Du für eine Sache „brennst“, wenn das innere Feuer so stark ist wie das äußere – dann kann Dir die Glut nichts anhaben!

    Indianer zeigen eine besondere Dankbarkeit dem Feuer gegenüber. Regelmäßig halten sie Zwiesprache mit „Großvater Feuer“. Dem ersten Schamanen, der mit dem Urknall in die Welt gesandt wurde.

    Hast Du das Feuer auf diese Weise schätzen gelernt, kannst Du Dich ganz mit ihm verbunden fühlen. Wenn Dein Vertrauen einfach da ist, dann spürst Du tief in Dir: Es wird ein wunderschöner Lauf. Du spürst keine Zweifel. Du spürst keine Temperatur.

    Noch nie bist Du so sanft, fast schwebend, mit spielerischer Leichtigkeit ins Ziel gelaufen.

    Schon Goethe sagte zu seiner Zeit: „Wirf dein Herz über das Hindernis – und spring ihm nach.“

    Nachbetrachtung:

    Diese Sanftheit erlebte ich beim vierten Feuerlauf meines Lebens. Dreimal war ich schon über glühende Kohlen gegangen. Vor mir wurde jedes Mal (Zufall?) die Glut frisch aufgeschüttet, die Hitze also erhöht. Und ein zwanzig Meter langes Glutbett ist ja auch kein Pappenstiel.

    Ich zweifelte nie. Nur beim zweiten Lauf, als Claudia erstmals mitlief, war ich mit meiner Konzentration mehr bei ihr. Das ist der Gesundheit nicht dienlich. Mein linker Fuß rutschte beim schnellen Gehen kurz weg, was für die schönste Brandblase meines Lebens reichte.

    Aber jetzt, beim vierten Lauf, kam es ganz anders. Schon als einige Stunden vor dem Schreiten durch das Feuer die großen aufgeschichteten Holzstapel angezündet wurden, nahm ich emotionalen Kontakt zum Feuer auf. Klingt irgendwie abgedreht, ist aber auf einer energetischen Ebene möglich. Ich sprach innerlich so was wie: ‘Hey, Feuer, machen wir einen Deal, ein gemeinsames Spiel? Du tust mir nicht weh und bietest mir Halt. Dafür ehre ich dich und danke dir und deiner Kraft. Lass mich auf dir wie auf Watte gehen. Denn ich habe ein Anliegen: Ich widme meinen Lauf der Liebe zwischen den Menschen. Einverstanden?‘

    Klar, hört sich völlig schräg an. Hat mich aber in einen Kraft- und Trancezustand versetzt, dass ich wirklich zu schweben schien. Keine Zehntelsekunde fiel ich aus diesem Vertrauen heraus. Es war wie ein Tanz mit den Elementen. Ein wunderschöner Lauf. Danke, Großvater Feuer.

    Denkst Du darüber nach, selbst einen Feuerlauf zu wagen?

    Prima. Aber dann ist mir der Hinweis wichtig, dass ich mich immer von sehr erfahrenen, kompetenten Trainern begleiten ließ. Das Vertrauen in ihre Fähigkeiten ist genauso elementar wie das Vertrauen in sich selbst und in das Feuer.

    Claudia und ich kämen nie auf die Idee, uns einem selbsternannten Wald- und Wiesentrainer anzuvertrauen. Bitte achte auch hier auf Qualität und Kompetenz.

    In herzlicher Verbundenheit

    Georg Rupp

     

     

  • Der Garten meiner Eltern

    Das Turteln der Schmetterlinge

    Nach dem Krieg wohnten meine Eltern in der Stadtmitte. Dort gab es einen Hof, aber kein Grün. Also pachteten sie für etliche Jahre einen Schrebergarten. Der lag am Stadtrand und hatte alten Baumbestand. Gemüse pflanzten sie dort aber nicht an. Vater hatte damals eine Drogerie übernommen. Er arbeitete viel und wollte sich am Wochenende im Garten erholen.

    Regenwürmer kamen hoch. Ich fand sie eklig, schaute aber immer wie gebannt hin, wenn sich einer in Serpentinenbewegungen über die Erde schlängelte. Am meisten faszinierten mich die vielen bunten Schmetterlinge, die so ganz unberechenbar von Blüte zu Blüte flogen. Die flatterten völlig sorglos und freiheitsliebend umher … war jedenfalls mein Eindruck.

    Ein zweiter Gedanke fällt mir ein. Ich war damals vielleicht zwölf Jahre und nicht besonders kräftig. Deshalb wurde ich im Sportunterricht auch immer als einer der letzten Klassenkameraden in die Mannschaften gewählt. Ich fand diese Wahlen extrem unpädagogisch. Außerdem war das irgendwie mit einem Scheißgefühl verbunden. So was Ähnliches wie Blamage. Vorletzter war ich oft, und hinter mir nur der dicke Herbert.

    So legte ich im Schrebergarten, mit Erlaubnis meiner Eltern, eine etwa sieben Meter lange Sandbahn an, um mich im Kugelstoßen zu üben. Schön! Sie überließen mir diesen Streifen Land. In der Mitte der Bahn hatte ich den Sand doppelt so hoch gestreut, um hier auch Hochsprung zu trainieren. Und meistens ging an dieser Stelle auch die Kugel nieder.

    All das war nicht sehr erfolgreich. Die Kugel hatte wohl Flugangst. Und beim Hochsprung wollte ein Fuß nicht wirklich vom Boden weg. Also pflanzte mein Vater in diese Ecke des Gartens doch lieber ein paar Rosenstöcke. Wo die Eisenkugel und der Besenstiel für den Hochsprung geblieben sind, kann ich beim besten Willen nicht mehr sagen.

    Heute sitze ich im eigenen Garten. Es surrt und brummt in den Blüten und um sie herum. Am Ufer des Teichs herrscht reger Betrieb. Und unter den aufgehäuften Steinen fühlen sich die Krabbeltiere wohl. Alle Tiervölker, die Feuchtigkeit und Dunkelheit lieben. Auch der Maulwurf hat uns wieder besucht und seine Spuren hinterlassen. Ganz schön sportlich, wie der gräbt.

    Im Sport hat sich das Tischtennis zu meiner Leidenschaft entwickelt. Doch statt Hochsprung lebe ich lieber mit beiden Beinen auf der Erde. Auch die schwere Eisenkugel ist nicht mehr mein Ding. Die würde mir heute wohl nur noch auf die Füße fallen.

    Ich stelle fest, dass ein leichter Wind um das Haus weht. Die Sonne ist angenehm und gerade richtig für die Wochenendentspannung, als meine Augen zwei Schmetterlinge erblicken. Ich sitze leicht erhöht – und schaue ihnen beim Turteln zu.

    Ich sage mal „turteln“ … Natürlich kenne ich nicht die Psychologie der Schmetterlinge. Vielleicht führen sie gerade, wild flatternd, auch nur eine lebhafte Kommunikation. Da ich kein Biologe bin, weiß ich aber auch nicht, wie Schmetterlinge sich verhalten, wenn sie kommunizieren.

    Nein, ich entscheide mich: Sie turteln miteinander. Es sind zwei große Schmetterlinge, gleicher Art und Farbe, die für mehrere Sekunden ihre Nähe suchen.

    Dann, plötzlich, fliegt der eine von beiden eine große Kurve, verschwindet aus meinem Blickfeld. ‘Ob sie sich wiederfinden?‘, denke ich menschlich naiv. Schon fallen mir Romeo und Julia ein – und welche Dramen es wohl in der Liebe im Tierreich gibt –, da sehe ich beide wieder nebeneinander flattern.

    Was ich mich noch frage: Ob beiden Schmetterlingen ein Happy End gelingt? Ihr wisst schon … Große Liebe, viele Kinder. Ich kann es nicht sagen. Ich sitze ja auch nur so vor mich hin – ein seltener Vorgang – und schaue ihnen beim Turteln zu.

    Und ich erinnere mich wieder: Meine Freude an der Natur hat angefangen im Garten meiner Eltern. Es war nicht alles Gold, was glänzte. Vor allem nicht im Hochsprung. Aber in der Erinnerung bleibt ein Glanz. Es muss kein Gold sein.

    Danke. Ich liebe Euch.

    In herzlicher Verbundenheit

    Georg Rupp