I teach and write about books, slow mornings, and the occasional recipe that actually works—start with the essays.

  • Auch wenn es Dir möglicherweise schwer fällt oder Du von den folgenden Worten nicht überzeugt bist – entscheide Dich für den Versuch.

    Die Aufgabe ist ganz einfach: Sprich den folgenden Satz innerlich und still einige Minuten lang – wie ein Mantra. Der Satz lautet:

    „Ich bin Liebe. Alles umfassende Liebe.“

    Lass es einfach geschehen.

    Was kommt in Deinem Herzen an?

    Fühlst Du etwas in Deinem Herzraum, im Sternum?

    Verändert sich etwas während der Dauer der Übung?

    Du bist einzigartig. Und Du bist alles umfassende Liebe.

    Sei gut zu Dir – und öffne Deinen großen inneren Raum. Entscheide Dich dann, an diesem Punkt Deines Lebens, aus tiefstem Herzen und mit der ganzen Zustimmung Deiner Seele für Deinen eigenen Weg. Spiele die Melodie Deines eigenen Lebens.

    In herzlicher Verbundenheit 

    Georg Rupp

  • Feuer für den Geist 17/3

    Die zwei schönsten Siege, die der Mensch je über sich selbst errungen hat, sind der Salto und die Philosophie.

    Die Brüder Goncourt im März 1855

    Du kannst Dein Leben nicht verlängern noch verbreitern, nur vertiefen.

    Gorch Fock, deutscher Schriftsteller, 1880 – 1916

    Alles im Leben kann warten. Nicht aber die Suche nach Gott.

    George Harrison, Mitbegründer der Beatles, 1943 – 2001

    Es gibt immer eine gute und eine schlechte Seite. Manchmal lehrt mich die schlechte Seite des Lebens mehr Weisheit als die gute.

    Weisheit der Sioux-Indianer

    Die wahren Ursachen der Zufriedenheit und der Erfüllung müssen wir in uns selbst suchen.

    Der XIV. Dalai Lama

    Die ein gutes Leben beginnen wollen, sollten tun wie einer, der einen Kreis zieht. Hat er den Mittelpunkt gut angesetzt, so wird die Kreislinie gut.

    Meister Eckhart, 1260 – 1328

    Die Seele regiert den Körper vom Herzen aus. Die Kraft, die das Herz antreibt, ist die Seele.

    Die „Herzlehre“ des Aristoteles, 384 – 322 v. Chr.

    Leben lernen heißt loslassen lernen.

    Sogyal Rinpoche, tibetischer Meditationsmeister

    Wenn wir eine große Enttäuschung erleben, so wissen wir nicht, ob das das Ende der Geschichte ist. Es kann genauso gut der Anfang eines großen Abenteuers sein.

    Pema Chödrön, buddhistische Nonne und Schriftstellerin

    Lebt im Jetzt, seid offen und klar – und genießt Euer Wachstum. Das ist der Weg zu einem reichen Leben.

    Georg Rupp
  • Diese Erfahrung reiner und tiefer Lebensfreude führt zur siebten und letzten Station: Zum Licht. Doch erst, wenn wir uns auch dem Dunklen unserer Seele gestellt haben, werden wir ins Helle, Neue, Lichte gelangen. 

    Licht wird nicht am Anfang geschenkt, es setzt Bewährung und Reifung voraus. Du musst die Siege Deines Lebens ohne Hochmut feiern können. Du musst Umwege und Verwirrung annehmen lernen, um frei zu werden für das Licht. Liebe alle Höhen und Tiefen, die Dunkelheit und das Licht. Sie vereinen den Helden und Weisen in Dir.

    Die Reise zu Deiner inneren Mitte findet die Erfüllung in der Harmonie.

    Aber Vorsicht: Sie hat nichts zu tun mit Harmoniesucht. Denn wer Harmonie sucht, um Streit und Diskussionen zu vermeiden, lebt nicht in Harmonie, sondern in Angst vor Disharmonie. Harmonie entwickelt sich von innen nach außen. Sie ist die Balance zwischen allen Teilen in Dir – und zwischen Himmel und Erde. 

    Wer alle 7 Haltungen und Werte erfahren – und integriert hat, bereichert sein Leben grundlegend und dauerhaft. Denn dieser Reichtum ist nicht von äußeren Umständen, weder von Aktienkursen noch von öffentlichen Huldigungen beeinflussbar. Jeder trägt den inneren Reichtum in sich selbst. Es ist nicht länger der Mangel, der uns durch das Leben treibt. Jeder kann aus sich selber schöpfen. Dies ist ein Geschenk des Lebens an jeden von uns.

    „Am wichtigsten ist innerer Friede.“ (Dalai Lama)

    In herzlicher Verbundenheit

    Georg Rupp

  • Wenn der Mensch seine Angst überwunden und seinen Mut entdeckt hat, kann er ihn weitergeben und dankbar sein. Er kann sich mitteilen. Sein Wissen und seine Erkenntnis mit anderen teilen. Oder er kann abdriften ins „Ich bin der Größte“, „Ich stehe über allem“. Das ist Hochmut.

    Dankbarkeit, die fünfte Station, heißt: sich einordnen in die Struktur des Lebens. Wer nur den Mut lebt, die Dankbarkeit und Demut aber nicht kennt, kann tief fallen. Denn Mut ist die Höhe, der Aufstieg zu den „Göttern“… die Demut aber ist die Erde, die Dich auffängt im Falle des Scheiterns. Sie gibt Dir Bodenhaftung, wenn Du Dich für den Aufstieg bedanken willst. Wer aber nur den Mut kennt und nicht die Demut, steht mit beiden Beinen fest in den Wolken.

    Der Absturz ist tief und hart. Wer den Mut mit Demut paart, besitzt hingegen die „Fallschutzvorrichtung“ in sich selbst.

    Im sechsten Schlüssel, der Freude, geht mir buchstäblich das Herz auf. Wie oft sagst auch Du: „Da ist mir das Herz aufgegangen!?“


    Wenn Du kleine Kinder spielen siehst, dann geht Dir das Herz auf. Wenn Du die Sonne über dem Meer aufgehen siehst, geht Dir das Herz auf. Wenn Du Dich in den Armen Deines Partners geborgen fühlst, geht Dir das Herz auf. Wenn Du das gütige Lächeln eines alten Menschen siehst, geht Dir das Herz auf.

    Ich wünsche Dir ein Leben mit unzähligen „Da geht mir das Herz auf“-Gelegenheiten.

    Denn nur die tiefe Freude in Dir nährt sich von selbst. Darum: Dehne sie aus. Verlängere sie. Vergrößere sie. Vertiefe sie. Gib Dir Zeit und Raum für Deine innere Freude – und koste sie aus. Sie macht Dich unabhängig und frei. Deshalb: Gib Deiner Freude Wurzeln! Wenn Du Deiner Freude Wurzeln gibst, kannst Du ihr Flügel geben.

    Wird fortgesetzt…

    In herzlicher Verbundenheit

    Georg Rupp

  • Die Liebe zu uns selbst und unserem Handeln ist Voraussetzung dafür, dass auch das Selbstvertrauen und ein neues Vertrauen ins Leben wächst – die dritte Station auf Deinem Weg zur inneren Mitte.

    Vertrauen hat ebenso wie Klarheit mit „Loslassen“ zu tun. Der Unterschied: Während bei der „Klarheit“ das Loslassen der Vergangenheit im Vordergrund steht, bedeutet das Loslassen bei „Vertrauen“ ein Sich-öffnen für die Zukunft.

    Um uns von anhaftenden Zwängen und Ängsten zu befreien, benötigen wir aber einen weiteren Schlüssel, die vierte Station, um unser Herz zu öffnen: den Mut.

    In alten Sagen, im Heldenepos, ist der derjenige der Mutige, der in sich seine Zweifel besiegt und handelt. Der Held wagt sich in Situationen hinein, in denen es keine Sicherheiten gibt, die noch niemand vor ihm ausprobiert hat.

    Oftmals ist der größte Gegner – man selbst. Der größte Sieg ist deshalb oft der Sieg über die eigene Person, die eigenen Zweifel, die eigene Bequemlichkeit, die eigene Komfortzone. „Du kannst die Wellen nicht anhalten, aber Du kannst lernen, zu surfen.“ (Joseph Goldstein).

    Zuversicht wächst mit dem Beginnen.

    Der wahre Mut im Leben ist allerdings nicht der Mut der Tollkühnheit, der Mut des Abenteurers, des Drachenkämpfers – es ist der Mut, Deine Gegensätze zu leben. 

    Wird fortgesetzt…

    In herzlicher Verbundenheit 

    Georg Rupp

  • Die Reise zu Deiner inneren Mitte führt über 7 Stationen, durch 7 Haltungen und Werte. Sehnen wir uns nicht alle nach tiefem inneren Frieden?

    Die erste Station für Deinen Aufbruch lautet: Schaffe Klarheit in Deinem Leben!

    Tag für Tag treffen wir hunderte Entscheidungen. Die meisten fallen uns nicht einmal auf. Sie sind Teil unserer Gewohnheit – und die macht keine Angst.

    In vielen Parabeln, Geschichten und Mythen ist von Entscheidungen die Rede. Entscheidungen fällen heißt, zu scheiden. Scheiden von anderen Möglichkeiten, scheiden von manchen Träumen und Visionen, scheiden auch von Hintertüren, die wir uns gerne offen lassen.

    Das Leben hat Dir keinen sichtbaren Autopiloten zur Verfügung gestellt. Nirgendwo kannst Du ablesen, wo es für Dich entlang geht. Es stehen keine Wegweiser an den Gabelungen Deines Lebens. Darum: Lass Dein Herz entscheiden. Lass Dich von Deiner inneren Weisheit leiten. Wenn Du Dich aber ehrlich entschieden hast – dann dreh Dich nicht mehr um.

    Ist das Ziel für den Neubeginn klar und sind die ersten Entscheidungen getroffen, dann lebe die Klarheit mit ganzem Herzen. Konzentriere Dich auf die Liebe. Dies ist der zweite Schlüssel. „Die Liebe ist das Flügelpaar, das Gott der Seele gegeben hat, um zu ihm aufzusteigen.“ (Michelangelo Buonarroti, 1475-1564, italienischer Bildhauer, Maler, Architekt und Dichter).

    Eines ist Tatsache: Wenn Du in der Liebe bist, kannst Du nie gleichzeitig in der Angst sein. Liebe ist immer angstfrei. Liebe ist beseelt. Wahre Liebe ist immer bedingungslos. Liebe ist.

    „Reduziere Deine Möglichkeiten“ bedeutet in diesem Zusammenhang auch: Reduziere Dich immer mehr auf das, was Dich trägt und Dich in der Verbindung hält: die Liebe.

    Wird fortgesetzt…

    In herzlicher Verbundenheit

    Georg Rupp

  •  Nichts ist unmöglich. Also alles erreichbar. Überfluss und scheinbar endlose Wahlmöglichkeiten im Reich der Freiheit. Alles hier und alles jetzt – Wunscherfüllung auf Bestellung. Und dennoch – wir kriegen nie genug.

    Da stimmt doch was nicht.

    Die Multioptionsgesellschaft (alles steht zur Verfügung) macht uns leider nicht glücklicher. Ganz im Gegenteil. Wenn wir alle Möglichkeiten haben, wächst in vielen von uns die Angst, nicht alle ausschöpfen zu können, ja die wesentlichen Angebote des Lebens zu verpassen.

    „Das kann doch nicht alles gewesen sein!“ ist ein Auslöser für Lebensumbrüche. Sie können auf direktem Wege in die psychologische Zwickmühle der Nicht-Entscheidung oder geradewegs ins Scheitern führen. So wird aus den viel zitierten Glücksformeln oft eine „Anleitung zum Unglücklichsein“.

    Der Philosoph Richard David Precht beschreibt die Erhöhung der Wahlmöglichkeiten als eine der vielen Ursachen für menschliche Unzufriedenheit. Schon die Rolling Stones wussten: You can’t always get what you want. Heiko Ernst, Psychologe, sieht „so vieles, was zu wollen sich lohnen würde. Wir wollen abnehmen, gesund bleiben, uns verwirklichen, etwas dazulernen, auf hundert Arten glücklich sein: ein Überfluss an Zielen“, die wir sinnvoller Weise reduzieren sollten. 

    Die Vielfalt überfordert uns. „Auf der Suche nach der Erfüllung ihrer Sehnsüchte verirren sich immer mehr Menschen“, sagt der Hirnforscher Gerald Hüther. „Sie haben kein Zeitproblem, sondern ein Gewichtungsproblem.“ Sie wissen nicht mehr, was bedeutsam ist.

    Wer aber sicher ist, was in seinem Leben zählt, was Sinn und Wert besitzt, der braucht nicht ständig nach Neuem zu gieren.

    Wenn die Wahlmöglichkeiten kleiner werden, wird auch die Überforderung kleiner. Reduziere also Deine Möglichkeiten – und Du gewinnst mehr Freiheit und Energie!

    Aus: Georg Rupp „Befreiung aus dem Hin & Her des Lebens. Lass dein Herz entscheiden“, Verlag „Die Silberschnur“ 2012, S. 11 f.

    In herzlicher Verbundenheit

    Georg Rupp

  • Und dann geschah das, was mein Leben mit einem Schlag und in einer einzigen Sekunde veränderte: Es war, als ob dieses Brennen sich öffnete… und mit ihm die Mitte der Brust… und ein warmes, überquellendes Empfinden von Klarheit, von Dankbarkeit und Freude sich über meinen Brustraum ausdehnte. Hier und jetzt entstand ein absolutes Vertrauen zu mir und dem Leben. 

    In dieser Sekunde, als sich die Intuition und die Herzensenergie trafen, kam ein einziges Wort, ein einziger Impuls, eine völlig klare und eindeutige Entscheidung in mein Herz – und das war das Wort „Schule“.


    Am nächsten Tag ging ich zum Vorsteher der Behörde und kündigte. Einen Tag später meldete ich mich wieder bei der Schule an, um das Abitur abzulegen.

    Die Depressionen? Nicht mehr vorhanden. Der Knoten war geplatzt, die Blockade aufgelöst. Ich kam mir vor wie der eiserne Heinrich im Märchen vom Froschkönig.

    Die wärmende Glut im Brustraum war der Wegweiser.

    Ist es nicht ein wunderschönes Geschenk, wenn uns das Herz aufgeht? 

    In herzlicher Verbundenheit

    Georg Rupp

  • Wie die Begegnung mit dem Herzraum mein Leben veränderte – Teil 1.

    Es war im Frühjahr 1967. Ich war 18 Jahre – und mangels Fleiß und geringem Interesse an den meisten Fächern ein ziemlich schlechter Schüler.

    Während meine Klassenkameraden in den Startlöchern zum Abitur standen, ging ich auf Anraten meines Vaters zu einer Behörde. Ich hatte mir das Abitur nicht zugetraut.

    Trotzdem fing ich an, im Stillen eine Liste zu erstellen, Plus- und Minuspunkte zu den Alternativen „Behörde“ und „Schule“ zu sammeln. Letzten Endes führten diese Bewertungen nach einer Woche des Hin- und Herüberlegens zu keinem klaren Ergebnis. Mein Kopf war unfähig, eindeutig Position zu beziehen. Ich haderte mit dieser Uneindeutigkeit, diesem Gespaltensein, dieser Zwickmühle: Auf der einen Seite die Angst, im Abitur zu versagen, mangels Begabung oder Fleiß – und andererseits die unattraktive und lähmende Vorstellung, bis zum 65. Lebensjahr zwischen verstaubten Akten mein Leben fristen zu müssen.

    Diese Pattsituation, dieser Konflikt des Nicht-entscheiden-Könnens, dieses einengende Gefühl der Unklarheit und inneren Blockade, führte zur ersten depressiven Verstimmung meines Lebens. Ich zog mich nach Dienstende von allem zurück, ging kaum unter Menschen, zweifelte immer mehr an mir selbst und ertappte mich eines Tages sogar bei dem Wunsch, am liebsten noch einmal neu geboren zu werden – dann aber alles ganz anders anzufangen.

    Wie also war der Sackgasse zu entrinnen?

    Ich wusste mittlerweile: Der Verstand ist unfähig, mir die entscheidende Antwort zu geben. Ich konnte also nur auf mein Gefühl oder auf eine innere Stimme hoffen, von deren Existenz ich mit 18 Jahren aber nicht wirklich überzeugt war.

    Die Umstände ermutigten mich zu einem Experiment. Es sollte nach Mitternacht geschehen, zumindest im Zustand einer aufkommenden Müdigkeit. Bis auf eine einzelne Kerze hatte ich das Licht gelöscht… und murmelte in diese bedächtige Stimmung hinein nur die zwei Worte: „Schule?… Behörde?“

    Einfach dasitzen, nicht mehr denken, in keiner Erwartungshaltung… so vergingen etliche Minuten, bis ich etwas zu spüren begann. Ich fühlte ein Brennen, etwas Heißes in meinem Bauchraum. Dieses Brennen stieg auf, wie in einer schmalen Röhre – bis in meine Brustgegend hinein.

    Der Verstand als außen stehender Beobachter dachte: Das ist ja fast so, als ob Magensäure hochsteigt, nur eben nicht ätzend, sondern heiß, ummantelt, geschützt – bis dieses Brennen in die Mitte meines Brustbeins angestiegen war.

    Wird fortgesetzt…

    In herzlicher Verbundenheit

    Georg Rupp

  • Charlie Brown und Lucy unterhalten sich. Oder besser: Charlie, der ewige Verlierer, doziert über das Charakteristische der Depression. Im Cartoon sieht das so aus:

    Er steht vor Lucy mit gesenktem Kopf und erklärt: „Dies ist meine depressive Haltung. Wenn du depressiv bist, macht es ganz viel aus, wie du stehst…“ Im nächsten Bild richtet er sich gerade auf und betont: „Das Schlimmste, was du tun kannst, ist deinen Kopf hochzuhalten, weil du dich dann gleich besser fühlst.“ – „Wenn du wenigstens ein bisschen Spaß an deinem Deprisein haben willst…“, Charlie steht wieder mit gesenktem Kopf und hängenden Schultern vor Lucy… „musst du so stehen…“

    Depression hat viel mit Haltung zu tun. „Depression“ heißt auf Deutsch: Wegdrücken.

    Wir drücken unsere Emotionen weg mit Muskelkraft. Wir frieren ein. Schon Kinder lernen, den Hintern zusammenzukneifen, damit die Schläge nicht so wehtun.

    Der Depressive schreibt weder die Melodie seines eigenen Lebens, noch findet er heraus, wofür er auf dieser Welt ist. Sein Ballast drückt auf seinen Körper und seine Haltung. („Ballast“ – das ist ein totes Gewicht, weil es nicht von seinem eigenen Leben gefüllt ist. Ein totes Gewicht ist z.B. gefüllt von den Erwartungen der Eltern.)

    Depression hat ebenso viel mit Atmung zu tun.

    Ein depressiver Mensch hat verlernt, sich Luft zu holen – und sich Luft zu machen.

    Atem ist Leben. Ihm aber verschlägt es den Atem. Er nimmt nur noch begrenzt am Leben teil, schneidet sich oft sogar vom Leben ab.

    Der Atem des Depressiven stockt im Brustbereich. Er fließt nicht nach unten, durchströmt nicht den Körper. Warum?

    Der Mensch, der „wegdrückt“, öffnet seinen Brustkorb nicht. Er zieht seine Schultern nicht nach hinten („Haltung“). Er fällt in sich zusammen, gibt seinem Atem keinen Raum. Sein Atem bleibt oberflächlich und eng. Er lebt unbelebt. Unfrei und uninspiriert. Er nimmt sich nichts vom Leben. (Noch nicht einmal den nötigen Sauerstoff.)

    Wer seine Haltung ändert und seinem Atem Raum und Tiefe gibt, hat die Chance auf ein neues Leben.

    In herzlicher Verbundenheit 

    Georg Rupp