I teach and write about books, slow mornings, and the occasional recipe that actually works—start with the essays.
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Was ist Poesietherapie? – Teil 1
Hast Du schon mal Tagebuch geführt? Oder Dir irgendetwas von der Seele geschrieben? – Gut so. In der Psychologie nennt man das auch „Poesietherapie“.
Wenn das Innere nach außen drängt, wenn Belastungen durch das Niederschreiben geringer werden, wenn sich innere Tresore öffnen … kannst Du wieder durchatmen und nach vorne sehen.
Okay, das ist nicht so einfach, wie es klingt. Aber es ist ein Anfang.
Fragst Du Dich jetzt, wie eine solche Poesietherapie aussehen kann? Zunächst einmal: Ich schreibe für mich selbst. Nicht, um den Brief an einen Adressaten zu verschicken, sondern um eine Wandlung in mir selber einzuleiten. Mir über etwas klarer zu werden. Die Blockaden zu lösen. Und den Neubeginn zu ermöglichen.
Ein Beispiel: Eine junge Patientin von mir, Elke (Name geändert), 25 Jahre, konnte sich nur schwer von ihrer Mutter lösen. So wie auch die Mutter von ihrer Tochter. Beide „hingen“ seit langem aneinander. Besonders seit dem Zeitpunkt, an dem der Vater die Familie verließ. Und deshalb wollte Elke ihrer Mutter nicht noch zusätzlich wehtun. Auch wenn sie merkte, dass sie jetzt ihren eigenen Lebensweg finden müsse.
Ich fragte sie: „Elke, wie sprechen Sie Ihre Mutter an?“ – „Ja …“, sie zögerte …, „eigentlich immer noch ‚Mama‘. – „Okay, darf ich Ihnen helfen, einen Brief zu schreiben, den wir hier therapeutisch bearbeiten können?“ – Sie war bereit dazu. So bat ich sie, mir folgende Gedanken nachzusprechen und dabei in sich hineinzuspüren, ob die Sätze für sie passend sind.
So entstand folgende Rede an sich selbst. Und daraus der poetische Brief:
„Liebe Mama!
Du hast mir das Wichtigste gegeben: mein Leben. Dafür danke ich Dir von ganzem Herzen.
Du hast mir Vieles mit auf meinen Lebensweg gegeben, das mir in meinem Leben hilft und mich bereichert. Auch dafür danke ich Dir sehr.
Einiges hast Du mir mitgegeben, das nicht gut für mich ist, weil es einfach nicht zu mir passt. Zum Beispiel Deine Erwartungen an mich. Dass Du enttäuscht bist, wenn ich zum Beispiel nicht jede Essenseinladung von Dir annehme. Manche Routinen engen mich einfach ein.
Liebe Mama, Du bist die Ältere – und ich bin die Jüngere.
Du kamst vor mir – und ich komme nach Dir.
Ich bin nicht auf dieser Welt, um Deine Erwartungen zu erfüllen.
Und Du bist nicht auf dieser Welt, um mich bei Dir zu halten.
Für alles, was mein Leben bereichert, danke ich Dir – und halte es mit Freuden bei mir.
Alles, was mein Leben belastet und nicht meins ist – gebe ich Dir zurück … und lasse es bei Dir!
Und jetzt – nachdem ich meinen Ballast zurückgegeben habe – dreh ich mich rum – und geh nach vorn in mein eigenes Leben. Ich will es leben – intensiv und bis zum Anschlag!“
Deine Elke
Wird fortgesetzt
In herzlicher Verbundenheit
Ihr Georg Rupp
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Was hilft uns? Liebe und Vertrauen.
Manchmal habe ich den Eindruck: Es gibt mehr Irre auf der Welt, als die Welt vertragen kann. Und sie regieren heute und spielen „König“ nach eigenen Regeln. Großmannssüchte, menschenverachtende Ideologien, Unterdrückungsphantasien …
Ehrlich gesagt: Ich hatte mir das alles ganz anders vorgestellt. Corona war für die meisten von uns ein Schock. Nicht nur aus Angst vor Ansteckung. Sondern auch wegen der unmenschlichen Auswirkungen: Wir durften Sterbenden nicht die Hand halten, sie noch nicht einmal berühren. Wir mussten uns isolieren und von Kontakten fernhalten.
Dabei sind Berührungen das Wichtigste, was wir Menschen uns schenken können. Nähe. Und Vertrautheit.
Vertrauen hatten auch die buddhistischen Mönche, die auf ihrem „Walk for Peace“, ihrer Friedenswallfahrt von Oktober 25 bis Februar 26 zu Fuß von Texas bis zum Weißen Haus in Washington pilgerten. 3700 Kilometer in 108 Tagen. Für Frieden, Mitgefühl und Gewaltlosigkeit in einer polarisierten Welt. Die mediale Aufmerksamkeit für ihre Friedensaktion war enorm.
Es mag naiv klingen: Auch unsere kleine, leise Stimme kann viel bewegen, wenn sie aus unseren Herzen kommt. Eine ehrliche Antwort auf die marktschreierischen Egoisten. Eine Wahrhaftigkeit, eine Aufrichtigkeit gegen die Verdrehung von Tatsachen. Ein stiller, klarer Widerstand gegen jede Form von Führerschafts- und Gockelgehabe weltweit.
Wenn wir an die Macht der Liebe glauben, erkennen wir die falschen Töne der Rattenfänger. Wenn wir die Kraft der Liebe leben, werden wir vom Vertrauen in die Weisheit des Guten geschützt. Wenn wir die Kraft der Liebe weiterreichen, teilen wir Vertrauen, Mut und Freude mit den anderen.
Ich glaube an die Kraft der Worte. An den Mut der Herzen. Und an die Sehnsucht der Menschen nach dem Verbindenden, dem Guten und dem Schönen.
Er ist immer noch zielführend, der alte Spruch aus Hippie-Zeiten: „Make love not war.“ Wer liebt, will keinen Krieg.
Wir könnten alleine aufbrechen zu einem eigenen „Walk for Peace“.
Wir könnten ein Schild vor uns hertragen mit der Aufschrift: „Keine Macht den Autokraten“.
Wir könnten uns aber auch mit Menschen treffen, die bereit sind, Gutes für diese Welt zu tun. Und wir könnten gemeinsam meditieren und Liebe in diese Welt senden. Nichts außer Liebe und Vertrauen. In diese komplizierte, leidende, chaotische Welt hinein.
Vielleicht können wir alle ja mehr bewegen als gedacht. Denn Liebe vermehrt sich, wenn wir sie teilen.
In herzlicher Verbundenheit
Ihr Georg Rupp
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Ja, was jetzt? – Feiertage sind doch vorgegeben. Weihnachten, Ostern, Tag der deutschen Einheit … Also kirchliche und staatliche Gedenktage. Richtig. Aber – hast Du schon Deinen persönlichen Feiertag? Einen Tag, um Dich und Dein Leben zu feiern? Zu genießen, dass Du hier bist. Mitten unter uns!
Kommt nicht in Frage? Hast Du nicht verdient? Sack und Asche stehen Dir besser?
Ja, das dachte auch Andrea (Name geändert). „Ich habe ein ganz schwaches Selbstwertgefühl“, sagte sie beim Kennenlernen. „Ach“, erwiderte ich, „warum glauben nur so viele Menschen, dass sie weniger wert seien als die Nachrichtensprecherin, der Olympiasieger, die Sängerin oder die Nachbarin mit der guten Figur?“
Klar, daran ist meistens die Kinderzeit schuld. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass Menschen mit „Minderwertigkeitskomplexen“ falsche Bewertungen zugrunde legen. Sie verknüpfen nämlich das Ergebnis einer Handlung mit ihrem Wert als Mensch.
Andrea fuhr fort: „Wir sind im Team mit zwölf Kolleginnen und Kollegen. Ich musste in diesem Arbeitskreis einen kurzen Impulsvortrag halten. Die Zeit vorher war knapp – und ich war leider nicht perfekt vorbereitet. Dann sah ich in gelangweilte Gesichter. Da ist mir voll der Faden gerissen. Ich fühlte mich absolut blamiert. Hätte ich doch im Boden versinken können!“ – Und die Konsequenz? Andrea schaute ins Leere, schwieg eine Weile … und bekannte dann mit leiser Stimme: „Ich bin weniger wert als alle anderen!“
Was in der eigenen Denke fehlt, ist das Wichtigste überhaupt: nämlich das kleine Wörtchen „und“.
Versuche, doch einmal laut zu sagen: „Ich war schlecht auf den Vortrag vorbereitet – und ich bin als Mensch genauso viel wert wie vorher.“ Oder: „Der nette Typ vom Internet hat sich nicht mehr bei mir gemeldet – und ich bin als Mensch genauso viel wert wie vorher.“ Oder: „Ich habe mich beim Vorstellungsgespräch ungeschickt verhalten – und ich bin als Mensch genauso viel wert wie vorher.“
Ist das nicht toll?! Dein Wert ändert sich nicht durch das Ergebnis Deiner Handlung. Dein Wert bleibt, weil Du Mensch bist. Deinen Wert musst Du Dir nicht durch Leistung verdienen. So wie Du Dein Leben nicht „verdient“ hast. Du bist Teil der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst. Du bist geboren – und kannst Dein Leben und Deinen Wert nicht „verdienen“. Der innere Kern Deiner Persönlichkeit, Deine Seele, bleibt unantastbar – und verliert nie ihren Wert.
Deshalb: Feier Dich und Dein Leben. Schenk Dir einen Feiertag! Auch den hast Du nicht „verdient“. Es geht nicht um Belohnung. Es geht darum, dass Du Dich ehrst für das, was Du bist: ein unverwechselbares Original auf dieser Erde mit über acht Milliarden Menschen. Dein Fingerabdruck ist nicht kopierbar.
Sei gut zu Dir – und schenke Dir heute, spätestens am Wochenende, einen Tag ganz für Dich und Deine Liebe zu Dir selbst. Verwöhne Dich! Und wenn Du ganz offen bist, dann male Dir vor dem Wannenbad mit Lippenstift ein paar Herzen auf Deinen Körper. Besonders auf die Stellen, die Du so lange vernachlässigt hast. Klingt irre … aber mach’s doch einfach mal!
Wenn Du bereit bist, Dir einen „Feiertag“ zu schenken, hast Du es geschafft. Du bist es Dir wert!
So wie Andrea. Deren Geburt ins Selbstwertgefühl hinein alles andere als einfach war. Aber es gelang – Schritt für Schritt. Weil sie nicht mehr bereit war, sich selbst zu vernichten.
Gut so. Dann kann ich Andrea und Dir am Ende dieser Geschichte einen irischen Segensspruch mit auf Deinen Weg geben, der wie ein Same in Dir aufgehen wird:
„Möge immer die Sonne über Dir scheinen, göttliche Liebe Dich umgeben und das reine Licht in Dir alle Deine Wege beleuchten.“
Feier Deinen Tag!
Feier Dein Leben!
In herzlicher Verbundenheit
Ihr Georg Rupp
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Teil 2
Im „Lebensfreude-Kalender“ aus dem PAL-Verlag in München las ich eine Überschrift, die lautete: „Bula, Bula, Bula“. Das macht ja schon mal neugierig. Unter diesem Titel war zu lesen, dass viele Bewohner der Fidschi-Inseln fröhlicher sind als wir. Fremde begrüßen sie mit den Worten: „Bula, Bula, Bula“. Was so viel heißt wie: „Sei willkommen, sei glücklich, wir lieben dich.“
In Reiseberichten ist häufig von ihrer Herzlichkeit die Rede. Natürlich sind die Fidschis mehr als nur „Bula, Bula“. Aber ich frage mich schon, woher diese Lebensfreude kommt.
Kann ein Grund ihre Einstellung dem Leben gegenüber sein? Wenn man Fidschianer fragt, was der Sinn des Lebens ist, antworten viele: „Glücklich sein, was sonst?“ Ist das Leben nicht ein Fest, eine vergnügliche Reise, ein Geschenk Gottes?!
Wenn etwas nicht so läuft, wie es sollte, trösten sie sich: Das geht vorüber, das ändert sich , damit werden wir fertig. Und weil alles vorübergeht und viele im Vertrauen leben, damit fertig zu werden, machen sie sich auch insgesamt viel weniger Sorgen als wir in unserem „Bedenkenträgerland“.
Nochmal zum Anfang zurück: Voltaire und die Menschen der Fidschi-Inseln haben mich zum Schmunzeln gebracht. Und auf einmal fand ich meine Grußform in Briefen nicht mehr so passend. „Mit freundlichen Grüßen“ ist freundlich, ja, aber irgendwie floskelhaft geworden. Wenn mir danach ist, schreibe ich jetzt: „Heitere Grüße!“ Das macht mein Herz leicht und zieht meine Mundwinkel nach oben.
Wenn wir uns entschlossen haben, glücklich zu sein – stünde uns allen dann ein Lächeln nicht gut zu Gesicht?
Einen schönen Tag noch. Und: Heitere Grüße!
In herzlicher Verbundenheit
Ihr Georg Rupp
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Teil 1
Freundliche Grüße senden wir von Haus zu Haus. Manchmal, wenn man sich gut kennt und mag, können wir uns auch herzliche Grüße schicken. Manche schicken beste Grüße. Oder schreiben nur „Gruß“. Also ohne jede weitere Qualitätsbeschreibung.
Ich schreibe meistens „heitere Grüße“. Und das hat folgenden Grund:
Ich kann mich ja von wenigen Dingen trennen. Schon mein Vater sammelte Cartoons und Aphorismen. Sprüche und Zitate, die ich in der Tageszeitung und woanders finde, schneide ich aus und verwahre sie in einer Schachtel. Könnte man ja mal in Vorträgen oder Kurzgeschichten wie diesen gebrauchen …
Vor einiger Zeit fiel mir beim Durchblättern meiner Sprüche- und Zitatesammlung ein Gedanke in die Hände: „Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein.“ – Ja, da kannst Du mal sehen … Ist das nicht ein irrer Spruch?! Stammt vom Philosophen Voltaire. Der ist zwar schon seit 1778 tot, aber seine Einstellung ist zeitlos. Und gut obendrein.
Spürst Du nicht auch, dass Druck abfällt, wenn Deine oberste Priorität ist, glücklich zu sein? – Ja? Dann aber mal ran! Wie kann Dein Entschluss denn aussehen? Was sind die Grundvoraussetzungen für Dein Glück?
Wahrscheinlich macht es Sinn, sich zu fragen: „Was verstehe ich überhaupt unter dem vielzitierten ‚Glück‘?“ – Glück ist für mich nichts Bombastisches. Eher: Mit den Höhen und den Tiefen des Lebens angemessen und konstruktiv umgehen zu können.
Aber ich höre schon, dass manche jetzt laut denken: „Das ist mir für ein solch wertvolles Wort einfach zu wenig.“ „Glück“ muss sich doch deutlich vom Alltag abheben. „Glück“ muss etwas Außergewöhnliches sein. „Glück“ muss strahlen!
Doch: Gehört zum Glück nicht einfach eine heitere Gelassenheit? Eine Lebensfreude, die ansteckend ist?
Wird fortgesetzt
In herzlicher Verbundenheit
Ihr Georg Rupp
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Die Überschrift stammt nicht von mir. Ich habe sie vor längerer Zeit irgendwo gelesen. Aber … passt doch, oder?
Es lohnt sich, um die Liebe zu kämpfen. Mit Mut und Zuversicht. Denn wie sagte schon Ricarda Huch (1864-1947), die deutsche Philosophin: „Liebe ist das einzige, was wächst, wenn wir es verschwenden.“
Denkst Du auch vor allem an Dein Herz, wenn Du von Liebe sprichst? Das liegt nahe. Denn das Herz gilt in den meisten Weisheitslehren als Zentrum der körperlich-seelischen Energien.
Aber was hat es mit dem Mut auf sich? Was hat das Herz, was hat die Liebe mit Mut zu tun?
„Herz“ steckt im Wort „courage“ (englisch / französisch), das wir mit „Mut“ übersetzen. Mut bedeutet also auch, eine Idee, ein Ziel zu haben – und zu lieben. Sein Herzblut dafür zu geben. „Liebe und ein gebildeter Geist sind also Kern des mutigen Handeln von Menschen“, schreibt Fulbert Steffensky, Religionspädagoge.
Als Marie (Name geändert) nach vielen Enttäuschungen in ihren bisherigen Partnerschaften eine neue, liebende Beziehung für sich schon abgeschrieben hatte, entdeckte sie auf einer sogenannten „Geh-Meditation“ (langsames, beseeltes Schreiten in der Natur) mehrere hoffnungsvolle Zeichen, die sie zur Umkehr bewogen. Es brauchte sehr viel Mut, ihr verschlossenes Herz wieder zu öffnen. Aber es gelang in dem Moment, als sie über ihre Zweifel hinauswuchs. So fand sie erneut den „Mut zur Liebe“.
Dazu brauchte Marie – so wie auch Du – keine kompetente Abhandlung über die Liebe zu lesen. Die Freude in der Natur war ihr größter Heiler. Sie nutzte den Augenblick, in dem ihr klar wurde, dass Liebe nie theoretisch ist, sondern nur gelebt werden kann. Mit allen Erfahrungen, die dazugehören. Nur so, mit diesem Mut, dienen wir ihr am besten.
Wenn Du offen für die Liebe bist, findest Du in der folgenden Meditation vielleicht noch ein paar Samenkörner, die in Dir aufgehen können. Mit diesem Text wurde ich vor über zwanzig Jahren in einer eigenen Meditation beschenkt. Eine Offenbarung, für die ich bis heute sehr dankbar bin.
Die Sprache der Liebe
Das Herz spricht leise, aber tausendfach intensiver als die Stimme,
die Du kennst und täglich in Deinen Gesprächen gebrauchst.
Die Stimme des Herzens kann wie Feuer sein, wie eine Glut,
ein zündender Funke.
Sie ist Zustimmung und Zuneigung.
Die Sprache des Herzens ist die Sprache der Liebe.
Sie führt Dich in eine unermessliche Tiefe, in das Heil Deiner Seele.
In die raum- und zeitlose Erfahrung Deiner Selbst.
Die Sprache der Liebe kennt keine Begriffe wie Angst und Furcht.
Sie urteilt und verurteilt nicht.
Sie schöpft aus der Überfülle des Lebens.
Sie ist die engste Verbindung zu Gott.
Sie ist der vollständige Einklang mit sich selbst, mit dem Anderen,
mit der Natur und allen Elementen.
Das Eins-sein mit der göttlichen Schwingung.
In der Sprache des Herzens und der Liebe gibt es keine Fragen.
Und es gibt keine Antworten.
Es gibt nur eins: Das Hier und das Jetzt.
Ich bin.
Die Stimme der Liebe ist fraglos, geräuschlos – und doch so machtvoll.
Sie drängt sich nicht auf.
Besitzt andere nicht und gibt sich selbst nicht auf.
Sie ist unangreifbar und führt keinen Kampf.
Sie hadert nicht, sie überhöht und unterwirft sich nicht.
Sie ist.
Die Sprache der Liebe beansprucht nicht.
Sie ist der Ausdruck reiner Seelentiefe und Harmonie.
Eine Stimme tiefster Gewissheit: Alles ist eins.
Es gibt keine Trennung.
Weder zwischen Körper, Geist und Seele,
noch zwischen Mensch und Mensch, Mensch und Natur,
Mensch und Gott.
In der Sprache der Liebe ist alles verborgen – und liegt alles offen.
Wer die Stimme der Liebe wiederentdeckt,
hat das Labyrinth seines Lebens durchschritten.
Er ist zum Zentrum zurückgekehrt.
In herzlicher Verbundenheit
Ihr Georg Rupp
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Alles nicht mehr so wichtig … Ja, es gab eine Zeit, da war ich im wahrsten Sinne des Wortes „jeck“. Verrückt nach Karneval. Oder, wie bei uns in Krefeld die Steigerung von „jeck“ heißt: „stapelsjeck“. Also: „jeck“ hoch gestapelt zu einem Rausch der saisonalen Beklopptheit.
So „richtig schön bekloppt“! Drei tolle Tage außerhalb von „normal“.
Als Claudia und ich heute vor genau dreißig Jahren, nämlich 1996, die Rolle des Prinzenpaares im Krefelder Karneval übernahmen, war es ein Leben am Limit. 225 mal auf den verschiedensten Bühnen, vor vollbesetzten Sälen. Aber auch in den kleineren Aufenthaltsräumen von Altenheimen. In Kitas, Schulen – und auch im Hospiz. Gesungen, gerappt und Blödsinn erzählt. Vor allem gelacht und Freude gebracht.
Unser Karneval war politisch. Philosophisch und schräg. Beeinflusst von „Dada“, dem gefeierten Unsinn. Eine begeisternde Hofnarren-Zeit.
Wir lebten unser Motto „Kunst, Kultur und Kokolores“. Vor allem aber ein dreifaches: „Freud tusame!“ Also: Freude, die wir gemeinsam rocken!
Morgen ist Rosenmontag.
Was ich mich heute, dreißig Jahre danach, frage: Brauchen wir drei außergewöhnliche Tage oberhalb des Limits, um danach wieder in die Spur zu kommen? Ab Aschermittwoch etwa? – Neben der Spur ist es doch auch ganz schön …
Die heutige Jugend sieht manches sicher anders. Die feiert sowieso eine Form von „Ganzjahreskarneval“. Dazu gehören Halloween und Festivals und Motto-Partys. Hedonistisches Sich-selber-feiern ohne Ende.
Ich brauche gerade, mit 77 Jahren, nicht mehr so sehr das Außen. Aber ich liebe meinen „inneren Hofnarren“. Jene Figur, die mir aus der Seele heraus meine Schwächen widerspiegelt, mir die Leviten liest, mein Gewissen und Korrektiv ist. Die mich beruhigt, wenn ich meine, noch ein paar Stunden an den Karneval dranzuhängen. Meine Kraft dafür aber nicht mehr reicht. Die mich aufmuntert, wenn ich träge zu werden drohe. Mein „innerer Hofnarr“ ist weiser Uhu und Harlekin zugleich.
Und was empfiehlt mein „innerer Hofnarr“ Euch, den jüngeren und jungen Menschen?
Im Karneval schrieb ich meinen „Spaß- und Freud-Rap“, den ich 1996 auf der CD „Freud tusame!!!“ veröffentlicht habe. Ich denke, er macht heute noch Sinn. Und der geht so:
„Mensch, sei für Dich ein Experiment! Bring Spannung in Dein Leben!
Und wenn Du spürst, Dir ist danach, dann tanz und zappel eben!
Spaß ist gesund! Riskier mal was – und lass die Fetzen fliegen!
Es muss nicht Felsenklettern sein, um Dich selbst zu besiegen!
Sei einfach Du, sei mal der Clown – und schneid vorm Spiegel Fratzen!
Dann blas die Bäckertüte auf, hau drauf – und lass sie platzen!
Ja, sei so jung und so verrückt – verrückt heißt „sich ver-rücken“,
weg vom normalen Alltagstrott sich selber mal entzücken.
Und red Dir nicht noch ständig ein: Was denken denn die Leute?
Das ist doch wurscht! Drum grübel nicht – Du lebst nur hier und heute!
Denn das Leben ist ‘ne Bühne und Du bist der Regisseur,
produzierst Dein eignes Stück – und darum mach es Dir nicht schwer!
Bist der König Deiner Rollen und zugleich der Intendant.
Inszenier Dich, leb Dich aus – jawohl, Du hast es in der Hand!
Denn es geht um Lebensfreude und erst sekundär um Geld.
Du bist frei geboren – mach dein Spiel in dieser Welt!“
(Text: Georg Rupp)
An alle Menschen, die ihr Narrenherz auf dem richtigen Fleck tragen:
Genießt, was der Tag Euch bietet!
Heute mit einer roten Clownsnase im Gesicht
und tiefer Verbundenheit im Herzen
Ihr Georg Rupp
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Willkommen in der närrischen Zeit! Okay … Karneval muss nicht jedem gefallen.
Aber: Wer sucht nicht ab und zu die kleinen Fluchten aus dem Alltag?!
Dabei hielt die Psychologie lange Zeit unsere Fähigkeit zur Selbstkontrolle für den Schlüssel zu einem guten Leben. Studien zeigen heute aber: Viel wichtiger ist vermutlich die Fähigkeit, die kleinen Freuden des Alltags genießen zu können (eines meiner Lieblingsthemen in diesen „Futter-für-die-Seele-Geschichten“). Legen wir doch einfach mal eine Pause fürs Pflichtgefühl ein!
Was hat es mit der Selbstkontrolle auf sich? Die Bedeutung der Selbstbeherrschung ist in einem der berühmtesten Experimente in der Geschichte der Psychologie nachgewiesen worden: Dem „Marshmallow-Test“. (Was ist ein „Marshmallow“? Eine Schaumzucker-Süßigkeit, die bei uns „Mäusespeck“ heißt.)
Das Experiment war recht einfach aufgebaut. Man setzte vierjährige Kinder vor ein Marshmallow. Dann verließ der Erwachsene den Raum, nachdem er vorher dem Kind noch eine zweite Süßigkeit versprochen hatte. Allerdings nur unter der Bedingung, dass das Kind den „Mäusespeck“ nicht aufisst, bis der Erwachsene zurückkommt. Die Ergebnisse zeigten: Einige Kinder konnten sich deutlich besser beherrschen als andere.
Berühmt wurde der „Marshmallow-Test“ besonders wegen seiner Langzeit-Prognose, die wie eine magische Kristallkugel funktionierte. Man konnte quasi in die Zukunft sehen: Die geduldigsten Vierjährigen entwickelten sich zehn Jahre später zu Teenagern mit besonders guten Schulnoten. Und: Die Kinder mit hoher Selbstkontrolle blieben als Erwachsene im Durchschnitt gesünder und wurden in der Regel auch wohlhabender.
Daraus zog man früher den Schluss: Disziplin ist der Schlüssel zu einem gelungenen Leben. Wir sollten den Versuchungen der Alltagsfreuden (Rotwein, Abenteuer, Müßiggang) am besten widerstehen. Ihnen zumindest nicht nachgeben … Puhhh. Also – ist Freude unerwünscht? Kann Liebe nur Sünde sein? Ausgelassenes Feiern reine Ablenkung?
Stopp! Hier kommt die „Erlösung“ (ohne den Wert von Selbstbeherrschung leugnen zu wollen):
Denn wie neuere Untersuchungen zeigen, ist ein anderer Faktor wohl noch bedeutsamer für ein gutes Leben als unsere Selbstdisziplin. Nämlich unsere Fähigkeit, schöne Momente, die kleinen Freuden des Alltags, genießen zu können.
Manchmal kann es doch einfach belebend sein, draußen der Wäsche beim Trocknen zuzusehen. Ins Café zu gehen und in Ruhe die vorbeihastenden Menschen zu beobachten. Im Park eine lockere Runde zu drehen. Die Yogastunde zu genießen. Sich lustvollen Gedanken und Phantasien hinzugeben.
Wie in der Zeitschrift „Psychologie heute“ vom Juni 2025 nachzulesen ist („Pause fürs Pflichtgefühl – warum Genuss uns weiterbringt als jede Disziplin“), sprechen die Autorinnen von „harmlosen Vergnügungen, also von kleinen Freuden des Alltags, die für sich genommen niemandem schaden, unsere Stimmung aber schnell verbessern können“.
Die Sehnsucht nach dem guten Gefühl ist das, was uns antreibt. Wir wollen ihn erleben, diesen „Lusterfolg“.
Warum nicht auch im Karneval, wenn er bei dir im Blut liegt? – Also: Pappnase auf – und raus! Oder Krapfen, Mutzen und Berliner auf den Tisch – und beim Aufhängen der Luftschlangen-Deko tanzbare Musik auflegen. Menschenskinder … lasst uns jeck sein. Es gibt doch so viele Quellen des Glücks!
In herzlicher Verbundenheit
Ihr Georg Rupp
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Über Brücken und Fähren – Teil 2
Ich erinnere mich an Gerry & the Pacemakers. Sie schrieben ja nicht nur die fußballeuphorische und emotionstriefende Hymne „You’ll never walk alone“, sondern besangen 1964 auch die Fähre über den Fluss Mersey (bei Liverpool). Mit der tiefen Sehnsucht nach dem Ort auf der anderen Seite.
Chris de Burgh hingegen warnte: Bezahl den Fährmann erst, wenn Du heil am anderen Ufer angekommen bist („Don’t pay the ferryman“, 1982).
Ein Fährmann ganz anderer Art erscheint uns in „Siddharta“, der indischen Dichtung von Hermann Hesse. Veröffentlicht im Jahr 1922.
Dieser Fährmann, mit Namen Vasudeva, baut eine ganz innige Verbindung zum Wasser auf. Schon dieser Aspekt ist psychologisch spannend, steht doch das Wasser symbolisch für das Unterbewusstsein des Menschen. Der Fährmann ist hier die Konstante in einer Welt, die sich auf der Suche nach Identität und Sinn, nach Spiritualität und Glück befindet.
Er dient auf immer gleiche Weise. Täglich begleitet Vasudeva seine Gäste von einem Ufer zum anderen – und zurück. So schafft er Vertrauen auf dem Weg zwischen den Welten.
Mehr als hundert Jahre nach „Siddharta“: Du bist im neuen Jahr angekommen. Der Fährmann sprach täglich, wie Hesse erzählte, mit den „tausend Augen des Wassers“.
Bei Sonnenuntergang setzte er sich auf einen Baumstamm am Ufer – und lauschte. Er lernte, dem Fluss zuzuhören. „Alles kann man von ihm lernen“, sprach Vasudeva.
Ich wünsche Dir viele wunderbare Momente in diesem neuen Jahr. Tag für Tag.
In herzlicher Verbundenheit
Ihr Georg Rupp
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Über Brücken und Fähren — Teil 1
Wie oft habe ich an dieser Stelle schon von Übergängen geschrieben. Vom Abschied und Neubeginn. Vom Loslassen des Alten und vom ersten Willkommensgruß an das Neue. Von den alten Ufern des Lebens – und dem Boot, das zu einem Abenteuer aufbricht.
Jetzt ist es wieder soweit. Das alte Jahr hat sich verabschiedet. Ein neues, unbekanntes, jungfräuliches Jahr liegt vor uns.
Hast Du nicht auch das Gefühl: Gut, dass die alten 365 Tage vorbei sind?! Wie viele Ereignisse haben uns den letzten Nerv gekostet? Wie viel Elend, wie viele Kriege gab es auf der Welt! Wie viele Menschen haben sich unwürdig und despotisch verhalten! – Alles richtig. Und alles belastend.
Das Problem ist allerdings: Vom neuen Jahr nur Gutes zu erhoffen, wird nicht gelingen. Wir kommen nicht daran vorbei: Nur wenn wir den Blick auf die Schönheit des Alltäglichen richten, werden wir auch in den kommenden 365 Tagen die kleinen Wunder des Alltags erfahren.
Deshalb jetzt der „Dreh“: Der Augenblick zählt. Und nur der Augenblick.
Ich möchte Euch heute von Brücken und Fähren berichten. Wir reden ja oft von „Brückentagen“ Sie eignen sich vor allem, um mit einem Urlaubstag zwei oder drei weitere in Anspruch nehmen zu können.
Auch Silvester können wir als „Brücke“ ins neue Jahr bezeichnen.
Wozu Brücken gut sind? Brücken helfen uns ganz bequem, zum anderen Ufer zu gelangen. Sie sind für eine schnelle Verbindung gedacht – und gemacht.
Brücken werden über Rinnsäle gebaut, vor allem aber über breite Ströme. Und über unruhiges, quirliges Gewässer. Davon sangen schon Simon & Garfunkel in ihrem Welthit: „Bridge Over Troubled Water“ von 1970.
Es gibt aber auch Flussabschnitte, an denen Brücken fehlen. Dann steht uns hoffentlich eine Fähre zur Verfügung, um den Fluss zu überqueren.
Auch über die Fähren des Lebens wurden schon etliche Lieder gesungen und Weltliteratur geschrieben.
Wird fortgesetzt
In herzlicher Verbundenheit
Ihr Georg Rupp
The next post can find you.
Leave your address, and new essays will arrive as they’re published—no noise.










