Teil 1
Freundliche Grüße senden wir von Haus zu Haus. Manchmal, wenn man sich gut kennt und mag, können wir uns auch herzliche Grüße schicken. Manche schicken beste Grüße. Oder schreiben nur „Gruß“. Also ohne jede weitere Qualitätsbeschreibung.
Ich schreibe meistens „heitere Grüße“. Und das hat folgenden Grund:
Ich kann mich ja von wenigen Dingen trennen. Schon mein Vater sammelte Cartoons und Aphorismen. Sprüche und Zitate, die ich in der Tageszeitung und woanders finde, schneide ich aus und verwahre sie in einer Schachtel. Könnte man ja mal in Vorträgen oder Kurzgeschichten wie diesen gebrauchen …
Vor einiger Zeit fiel mir beim Durchblättern meiner Sprüche- und Zitatesammlung ein Gedanke in die Hände: „Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein.“ – Ja, da kannst Du mal sehen … Ist das nicht ein irrer Spruch?! Stammt vom Philosophen Voltaire. Der ist zwar schon seit 1778 tot, aber seine Einstellung ist zeitlos. Und gut obendrein.
Spürst Du nicht auch, dass Druck abfällt, wenn Deine oberste Priorität ist, glücklich zu sein? – Ja? Dann aber mal ran! Wie kann Dein Entschluss denn aussehen? Was sind die Grundvoraussetzungen für Dein Glück?
Wahrscheinlich macht es Sinn, sich zu fragen: „Was verstehe ich überhaupt unter dem vielzitierten ‚Glück‘?“ – Glück ist für mich nichts Bombastisches. Eher: Mit den Höhen und den Tiefen des Lebens angemessen und konstruktiv umgehen zu können.
Aber ich höre schon, dass manche jetzt laut denken: „Das ist mir für ein solch wertvolles Wort einfach zu wenig.“ „Glück“ muss sich doch deutlich vom Alltag abheben. „Glück“ muss etwas Außergewöhnliches sein. „Glück“ muss strahlen!
Doch: Gehört zum Glück nicht einfach eine heitere Gelassenheit? Eine Lebensfreude, die ansteckend ist?
Wird fortgesetzt
In herzlicher Verbundenheit
Ihr Georg Rupp
