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Gute Vorsätze

Drucken Verfasst am 15.01.2019

Kaum zu glauben. Es ist heller geworden. Die Sonne hat es doch tatsächlich durch die Wolken geschafft. Der ganze Nieselregen in der vergangenen Woche war ja keine Offenbarung. Jetzt, nach Sylvester, startet das neue Jahr mit Sonne. Da hat sich Petrus was einfallen lassen und die Wolken weggeblasen. War ein guter Vorsatz, dem die Handlung auf dem Fuße folgte.

Hast Du Dir auch was vorgenommen für dieses Jahr? Zum Beispiel: Mehr zu lächeln? 

Von Vicco von Bülow alias Loriot stammt der Satz: „Man hat nur Spaß im Leben, wenn man das Kindliche in sich trägt.“ Da kann doch ein schöner Vorsatz sein, mit 50 oder 70 wieder einen Drachen steigen zu lassen. Oder in der Fußgängerzone schillernde Seifenblasen zu pusten. Malen mit Seifenblasen geht auch. Also Blubberblasen auf Papier zerplatzen lassen. 

Es gibt so viel Schönes. Unsinniges wie Vergängliches, Fantastisches wie Berührendes.

Jetzt stell Dir doch nur mal vor, es stimmt, was Menschen mit Nahtoderfahrung berichten. Dass am Ende Dein ganzes Leben im Zeitraffer nochmals an Dir vorbei läuft. – Gut, jetzt sollst Du auch Erklärungen geliefert bekommen, warum Dein Leben so gelaufen ist. Also, warum Du so und nicht anders abgebogen bist. Diese und nicht jene Entscheidung getroffen hast. Geld versenkt oder beim falschen Partner geblieben bist. Warum Du so verletzlich warst. Wahrscheinlich auch, warum Du die Menschen so liebtest und eine „Mutter Teresa“ geworden bist.

Kannst Du die Wiederholung Deines Lebens dann genießen? Schaust Du gerne Deinen Lebensfilm ein zweites Mal? Oder denkst Du jetzt: „Du lieber Himmel! Auf diesen Katastrophenfilm habe ich keine Lust!?“ 

Ja, dann ändere doch ab heute Dein Drehbuch! Und gestalte jeden Tag so, dass es der Film Deines Lebens wert ist, ein zweites Mal angeschaut zu werden. 

Das Steigen und Fliegen der Drachen und das Pusten der großen, schillernden Seifenblasen wirst Du dann in wunderschön bunten Farben sehen.

Klar, hat noch Zeit. Aber fang an, Deinem Leben eine Liebeserklärung zu machen. Für gute Vorsätze, die das Leben bereichern, ist es nie zu spät.

Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht Das schwierige Thema der Geduld

Drucken Verfasst am 01.01.2019

Ja, ich gebe es zu: Ich bin immer noch recht ungeduldig. Wenn das Eine oder Andere nicht in Richtung meiner eigenen Erwartungshaltung verläuft, kann ich ungeduldig werden. Wenn zu viel Stau auf der Autobahn ist, wenn 60 Emails pro Tag mich an meine Grenzen bringen, kann mir auch schon mal der sprichwörtliche „Geduldsfaden“ reißen. 

Geduld stellt uns oftmals auf eine harte Probe. Aber auch hier kann uns ein großer Lehrmeister helfen: Die Natur. Oder – mit anderen Worten – der etwas hausbacken klingende Sinnspruch: „Gut Ding braucht Weil“

Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Alles entwickelt sich so, wie es sich entwickelt. Nicht langsamer, nicht schneller...

Aber wir glauben oft, dass unser Leben so begrenzt ist, und wir immer mit 230 auf der Überholspur fahren müssten, um unser Pensum zu schaffen.

Dahinter steckt die tief sitzende Angst, am Ende unseres Leben eingestehen zu müssen: Ich habe dies und das nicht erreicht, nicht erledigt. Oder: Das Leben (Gott) hat mir zu wenig geboten. Ich bin nicht gesättigt. Ich habe versäumt, meine Träume zu leben. Und – mir wurden zu viele Hindernisse in den Weg gelegt. Das Leben (Gott) hat mich ständig blockiert. Jetzt will ich endlich was vom Leben haben. Das steht mir zu. Jetzt will ich alles – und zwar sofort!

Das ist nichts Neues. Das besang schon die Rockgruppe Queen: „I want it all, and I want it now.“ 

Schwierig in einer Gesellschaft, die alles für möglich und machbar hält. Komm, Beeilung, das Warten muss ein Ende haben! Gras, wachs schneller, ich will es jetzt so!

Es ist schon ein Kreuz mit unserer Unfähigkeit, warten zu können. Vielleicht können wir sogar sagen: Wir nageln uns ans Kreuz unserer Ungeduld. Und das heißt: Mit Ungeduld erreichen wir gar nichts. Wir können weder die Welt retten noch den Mond beeinflussen. „Wenn Du es eilig hast, geh langsamer“ heißt es in einem Erfolgsbuch.

Vielleicht hilft Dir auch die Erkenntnis, die die damals noch jungen Rolling Stones auf Langspielplatte pressten: „You can’t always get, what you want.“ Du kannst nicht immer haben, was Du Dir wünschst. 

Das ist zwar ärgerlich für unseren alltäglichen Narzissmus, aber gut für unsere Dankbarkeit und Demut. Dankbarkeit und Demut sind aber die erforderlichen Voraussetzungen für Weisheit. Und das wäre doch allemal ein erfüllendes Lebensziel!

Wenn wir akzeptieren, dass uns hier auf Erden nur ein begrenztes Leben zur Verfügung steht, in dem wir nicht alles haben und erreichen können, und dass das Gras Zeit braucht, um zu wachsen, können wir unsere Ungeduld davonziehen lassen. Sie hat uns dann nicht länger im Griff. Welche Freiheit!

Arbeiten wir daran!

Alles Gute zum neuen Jahr 2019!

In herzlicher Verbundenheit 

Ihr Georg Rupp

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